Justiz & Kriminalität

Keine Massentierhaltung in der Schweiz!

Jeden Tag werden in der Schweiz Millionen sogenannter „Nutztiere“ in grossen Gruppen auf engem Raum gemästet. Die dafür benötigte Menge an Kraftfutter kann nur durch den Import von täglich über 1000 LKW-Ladungen an Futtermitteln gesichert werden. Dieses absurde System verursacht grosse Umweltbelastungen, sowohl in der Schweiz als auch im Ausland.

Tierschutz-, Tierrechts- und Umweltorganisationen haben ihre Volksinitiative gegen die Massentierhaltung einem Medienbericht zufolge zustande gebracht. Sie sammelten demnach 124’000 Unterschriften und wollen diese im September bei der Bundeskanzlei einreichen.

Wie Kampagnenleiterin Meret Schneider von der Tierrechts-Organisation Sentience Politics dem «Blick» vom Montag sagte, werden die Unterschriften nun von den Gemeinden beglaubigt. Im September sollen sie bei der Bundeskanzlei eingereicht werden. Nötig für das Zustandekommen sind 100’000 gültige Unterschriften. Die Sammelfrist für das am 12. Juni 2018 lancierte Begehren läuft noch bis zum kommenden 12. Dezember.    

Die Volksinitiative «Keine Massentierhaltung in der Schweiz (Massentierhaltungsinitiative)» verlangt eine Verfassungsänderung zur landwirtschaftlichen Tierhaltung. Der Bund soll demnach die Würde des Tieres in der landwirtschaftlichen Tierhaltung schützen.    

Die Massentierhaltung treibt die Klimaerwärmung voran, verschärft Welthunger und Wasserknappheit, verursacht Antibiotikaresistenzen und verletzt den Verfassungsgrundsatz des Tierschutzes. Die Massentierhaltungsinitiative soll dem ein Ende setzen.

In der Schweiz werden jedes Jahr 50 Millionen Landtiere gezüchtet und geschlachtet, ihre grundlegendsten Bedürfnisse werden zumeist missachtet. Die Industrie verbreitet dabei absichtlich die Illusion, dass es in der Schweiz keine Massentierhaltung gebe – obwohl die meisten Schweizer «Nutztiere» in ihrem Leben weder Gras noch Sonnenlicht sehen.

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Massentierhaltung

Konkret soll der Bund Kriterien festlegen für eine tierfreundliche Unterbringung und Pflege, den Zugang ins Freie, die Schlachtung und die maximale Gruppengrösse pro Stall. Er soll auch Vorschriften über die Einfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen zu Ernährungszwecken erlassen. Für die Umsetzung der Initiative sind maximale Übergangsfristen von 25 Jahren vorgesehen.    

Dass man heute Bauernhöfe nach diesen Richtlinien führen kann, zeigen die zahlreichen Bio-Bäuerinnen und -Bauern.

Hinter dem Volksbegehren stehen Personen aus 15 Organisationen. Darunter ist etwa Vera Weber von der Fondation Franz Weber oder Vertreter von Greenpeace oder der Grünen Partei.

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