Jagdgesetz

Jagdgesetz NEIN am 17.5.2020

Diese Gewaltkultur des sinnlosen Tötens aus reiner Gier oder wegen der Statussymbole muss endlich ein Ende haben!
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Über viele Jahre hinweg wurde an der rückständigen Revision zum Jagdgesetz (JSG) gefeilt. Entstanden ist ein Abschussgesetz, das der Schweiz nicht würdig ist und weshalb nun das Referendum am 17.5.2020 zur Volksabstimmung kommen wird.

Der Anteil der bedrohten Arten ist laut der UNO in keinem Land der Welt so gross, wie in der Schweiz. Das ist ein SKANDAL und mindestens eine OHRFEIGE für alle Verantwortlichen.

Chancen bei der Revision zum Jagdgesetz (JSG) wurden am Laufmeter verpasst. Warum wird immer noch nicht bleifrei geschossen oder weshalb gibt es trotz des dramatischen Artenverlustes in der Schweiz immer noch eine Niederjagd, die tierquälerische Baujagd oder Bewegungsjagden, kein Alkoholverbot vor und während der Pirsch?

Keine einzige Forderung vom Schweizerischen Tierschutz (STS), Verein Wildtierschutz Schweiz, Alliance Animale Suisse, Tierpartei Schweiz, Tier im Recht, Zürcher Tierschutz, IG Wild beim Wild, usw. wurde in dieser Revision zum Jagdgesetz (JSG) implementiert, was undemokratisch ist.

Die IG Wild beim Wild wird nie mit diesen Hobby-Jägern zusammenarbeiten oder faule Kompromisse schliessen. Dies verbieten allein der gesunde Menschenverstand, die Selbstachtung und die Ethik. Aus tierrechtlicher Sicht ist so eine Allianz nicht zu haben. Jenen Organisationen (WWF, Pro Natura, Bird Life, usw.), die dies tun, kostet es jetzt viel Zeit, Kritik und Spendengelder, ganz zu schweigen davon, was den Steuerzahlern die zusätzlichen und zahlreichen Revisionen in den Kantonen kosten, die wegen dieser Hobby-Jäger erforderlich sind. Bird Life unterstützt sogar die Messe „Fischen Jagen Schiessen“ mit den stinkenden Würsten in Bern. Die IG engagiert sich für ein seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf.

Naturkatastrophe Hobby-Jäger

Nach dem schockierenden UNO-Bericht zum Artensterben im Frühling 2019 fällt der Blick auf die Schweiz. Der Anteil der bedrohten Arten ist in keinem Land der Welt so gross wie in der Schweiz. Über ein Drittel der Pflanzen, Tiere und Pilzarten gilt als bedroht. Es sind immer auch diese Kreise aus Hobby-Jägern und Vieh-Bauernvertretern mit ihrer Lobbyarbeit, die über die Politik, Medien und Gesetze seit Jahrzehnten dafür verantwortlich zu machen sind. Sie sind es, die zeitgemässe, ethische Tierschutz-Verbesserungen notorisch blockieren und den seriösen Tier- und Artenschutz sabotieren.

Wussten Sie…

  • dass in der Schweiz unschuldige Jungwölfe liquidiert werden?
  • dass Hobby-Jäger bei der Beurteilung der Wildbretqualität lügen und dass verarbeitetes Wildfleisch laut der WHO wie Zigaretten, Asbest oder Arsen krebserregend ist?
  • dass laut Studie nirgendwo die Bleibelastung der Steinadler und Bartgeier höher ist, als in den Schweizer Alpen, wegen der Munition der Hobby-Jäger?
  • dass die Waidgerechtigkeit der Hobby-Jäger dem Tierschutzgesetz diametral widerspricht, eine Fata Morgana ist?
  • dass Jagd Krieg ist, wo man tierische Konkurrenten einfach liquidiert?
  • dass es unzählige illegale und nicht gekennzeichnete Hochsitze in unserer Natur gibt, die zum Teil so morsch sind, dass sie eine Gefahr für Kinder darstellen, Menschen zu Tode kommen können?
  • dass Jahr für Jahr unzählige Menschen durch Jägerwaffen getötet oder verletzt werden, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Glieder amputiert werden?
  • dass in der Schweiz jährlich rund 120’000 völlig gesunde Rehe, Hirsche, Füchse, Murmeltiere und Gämsen meist sinnlos gekillt werden?
  • dass es wegen der Hobby-Jäger heute kaum mehr möglich ist, mit den Wildtieren in Harmonie zu leben, Wildtiere zu sehen?
  • dass Schrotladungen Hasen wie kleine Kinder aufschreien lassen und “geschossenen” Rehen und Hirschen die Innereien zerfetzen, damit sie auf der Flucht Spuren für die Nachsuche hinterlassen?
  • dass die Behauptung der Hobby-Jäger, die grausamen Wildtier-Massaker seien notwendig, um Tierbestände zu regulieren, wissenschaftlich widerlegt sind?
  • dass Hobby-Jäger offen zugeben, dass es bei der Jagd um die “Lust am Töten” und “die Freude am Beute-Machen” einer krankhaften Passion geht?
  • dass Hobby-Jäger keinen sechsten Sinn haben und dennoch regelmässig behaupten, sie schössen nur kranke und schwache Tiere, was natürlich in der Praxis nicht stimmt?
  • dass Hobby-Jäger ins Ausland zur Trophäenjagd fahren, fern aller Arten- und Jagdschutzbestimmungen, und dass es sogar Reiseveranstalter für solch debile Jagdvergnügen gibt?
  • dass die überwiegende Mehrheit keine legitimierten Berufsjäger sind, sondern die Jagd als Hobby-, Sport- und Freizeitvergnügen ausüben, was nicht sittlich ist und eigentlich dem Tierschutzgesetz widerspricht?
  • dass 99.07 % der zivilisierten Menschen in der Schweiz keine Hobby-Jäger sind, also nur 0.3 % Hobby-Jäger Freude an diesen blutigen Aktivitäten haben?
  • dass diese Wildtierkiller nicht anhand wissenschaftlicher Rechtfertigungen jagen?
  • dass geschützte Arten eigentlich nicht ins Jagdrecht gehören, weil Hobby-Jäger mit dem Artenschutz überfordert sind und immer wieder auf der roten Liste stehende Tiere, wie Luchs, Wolf, Feldhase, Rebhuhn, Wachtel, usw., aus Spass abschiessen?
  • dass Hobby-Jäger bestimmte Tierarten gezielt dezimieren, um keine Konkurrenz zu haben für ihr widernatürliches Verhalten (Fuchs, Luchs, Wolf, Greifvögel, usw.)?
  • dass das Wild stirbt, bevor der Hobby-Jäger auch nur einen einzigen Schuss abgeben kann, es dies zu verhindern gilt und das wohl der zentrale Gedanke der Hege und Pflege sowie Jagdplanungen ist?
  • dass bei den Wildschweinen (und Füchsen) normalerweise nur die Leitbache Junge bekommt, aber aufgrund ihres Abschusses alle weiblichen Tiere innerhalb der Rotte sich fortpflanzen und wir auch deshalb eine Wildschweinschwemme haben?
  • dass die Weidetiere – Hirsche, Rehe, usw. – ursprünglich hauptsächlich tagaktiv auf Feldern und Wiesen lebten, wie Ziegen, Schafe, Kühe, usw., und nicht im Wald?
  • dass der Wolf für die Gesunderhaltung der wilden Huftiere langfristig lebenswichtig ist, weil er zum Beispiel mit unglaublicher Präzision kranke oder schwache Tiere erbeutet und dadurch den Hobby-Jägern hoch überlegen ist?
  • dass Füchse nach der sinnlosen Jagd meist im Abfall landen?
  • dass Füchse heute hauptsächlich gejagt werden, damit es mehr Hasen, usw. für die Hobby-Jäger in der Bratpfanne hat? Dass sich der Fuchs aber zu über 90 % nicht von Hasen ernährt, einen gesunden Hasen gar nie erwischt?
  • dass man gegen Hobby-Jäger im Tierschutz nicht nur mit Sanftmut, Strassenfesten, Gebetsketten, usw. vorgehen kann (auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil)?
  • dass Hobby-Jäger mit dem Jägerlatein eine respektlose Verhöhnung von Lebewesen betreiben?
  • dass es verpönt ist, Hochwild an der Fütterung zu erschiessen, der Hobby-Jäger aber keine Skrupel hat, dies beim Beutekonkurrenten Fuchs zu tun?
  • dass in manchen Kantonen Hobby-Jäger nur des zarten Fleisches eines Jungtieres wegen auf die Jagd gehen?
  • dass Hobby-Jäger trächtige Mutterkühe vor ihren Jungtieren erschiessen oder nur Jungtiere während der Aufzuchtzeit (Nach-Sonderjagd)?
  • dass Hobby-Jäger die Umwelt, Natur, Mensch und Tier mit ihrer Munition vergiften?
  • dass Bestialität, Barbarei, Grausamkeit, Blutvergiessen und sinnlose Qualen kein Kulturgut sein können in einer zivilisierten Gesellschaft?
  • dass Hobby-Jäger im strengen Winter hungernde Tiere mit Futter anlocken, nur um sie hinterhältig und feige erschiessen zu können?
  • dass Hobby-Jäger scharf gemachte Hunde in Höhlen hetzen, um Füchse und Dachse zu eliminieren (Baujagd)?
  • dass Hobby-Jäger friedliche Lebewesen in Kastenfallen locken, in denen sie unter Umständen tagelang leiden und auf ihren Killer warten müssen oder den Tieren oft einen stundenlangen Todeskampf bereiten (Fallenjagd)?
  • dass Hobby-Jäger friedliche Wildtiere beim Schlafen oder Sonnen feige mit hochmodernen Präzisionswaffen aus dem Hinterhalt meucheln oder verletzen?
  • dass Hobby-Jäger Auszeichnungen, Fellmärkte, Preisverleihungen für den Trophäenkult, Trophäenschauen, Pelzhandel, usw. unterstützen?
  • dass Hobby-Jäger minderjährigen Schulkindern Schusswaffen in die Hände drücken und mit ihnen das Töten üben?
  • dass Hobby-Jäger ihre qualvollen Taten oft in der Einsamkeit ausführen, was Tierquälereien fördert?
  • dass Hobby-Jäger viele Wildtiere nur schwer verletzen und die Opfer oft stundenlang unter enormen Qualen und Angst leiden, bis ein Schweisshund sie findet und sie erschossen werden?
  • dass Hobby-Jäger (ausser der Vivisektion) den Tieren am meisten Qualen und Missbrauch zufügen, auch durch die Art des Tötens?
  • dass die jägerliche Tier- und Naturliebe sich nicht am Dasein des geliebten Objekts erfreut, sondern vielmehr darauf abziehlt, das geliebte Wesen mit Haut und Haar zu besitzen, und darin gipfelt, es durch den Akt des Tötens zur Beute zu machen?
  • dass Hobby-Jäger Verbissschäden geradezu fördern durch den Jagddruck, insbesondere auf Beutegreifer wie Fuchs, Luchs und Wolf?
  • dass Hobby-Jäger für asoziales, unethisches und unchristliches Verhalten Tür und Tor öffnen?
  • dass Hobby-Jäger der Bevölkerung normale natürliche Tierbeobachtungen und Interaktionen vorenthalten?
  • dass es kein grösseres und mit Munition verseuchtes Quälprodukt gibt als Wildbret?
  • dass es schweizweit keine einheitliche Regelung gibt, was Sehtest, Schiesspraxis, usw. der Hobby-Jäger betrifft?
  • dass es keinen psychologischen Wesenstest für Hobby-Jäger gibt?
  • dass es kein Alkoholverbot gibt für Hobby-Jäger, wenn sie mit ihren Waffen auf Tiere schiessen?
  • dass Hobby-Jäger in schulische Einrichtungen eindringen, um ihr Jägerlatein und ihre Gewalt den Kindern aufzuschwätzen?
  • mehr Fakten statt Jägerlatein finden sie HIER

Bleifreie Munition

Nirgends ist die Bleibelastung der Steinadler und Bartgeier im gesamten Alpenraum höher als in den Schweizer Alpen, wie eine Studie zeigt.

Aufgrund dieser alarmierenden Resultate ist es für die Studien-AutorInnen «beunruhigend», dass ein Stoff wie Blei, der schon in geringsten Mengen schädlich für alle Körpersysteme sei, in der Tierwelt mit einer so hohen Konzentration und so weitverbreitet vorhanden ist. Und die AutorInnen mahnen: «Wir sollten uns bewusst sein, dass eine Kugel – ungewollt – mehr als einmal töten kann.»

In der Studie werden zwei Massnahmen vorgeschlagen, um das Risiko einer Bleibelastung zu reduzieren: Erstens sollten die Hobby-Jäger die Eingeweide der geschossenen Tiere nicht offen liegen lassen, sondern in der Erde vergraben. Zweitens sollte auf bleifreie Munition umgestellt werden, um die Greifvögel vor dem schädlichen, beziehungsweise tödlichen Blei zu schützen.

In einigen Regionen der Schweiz haben laut Studie die Wildhüter schon auf bleifreie Munition umgestellt und in vier Bundesländern Deutschlands und in einigen anderen Regionen Europas sei bleihaltige Munition bereits verboten (Artikel).

Alkohol

Sowohl die Treffsicherheit der Hobby-Jäger, der Alkoholkonsum, wie auch die vielen Jagdunfälle an sich geben Anlass zur Sorge und sollten im Jagdgesetz berücksichtigt werden.

Die Grenze, ab der ein Jäger für den Umgang mit Waffen unter Alkoholeinfluss als waffenrechtlich unzuverlässig gilt, sollte aus Sicht der IG Wild beim Wild zwingend bei 0,0 Promille Blutalkohol gezogen werden, wie es beim Militär- oder Polizeidienst auch der Fall ist. Wer auf die Jagd geht, der geht zum Töten. Niemand darf im alkoholisierten Zustand mit einer Waffe hantieren oder gar schiessen. Wer alkoholabhängig ist, dem muss der Jagd- und Waffenschein umgehend entzogen werden. Nach Jagdunfällen sind obligatorische Alkoholtests einzuführen. Zusätzlich braucht es medizinisch-psychologische Gutachten für Jäger sowie auch eine Altersbegrenzung nach oben. Die grösste Altersklasse bei Hobby-Jäger sind die mit 65+, jene mit Alters-, Seh-, Konzentrations- und Reaktionsschwächen sowie Ausbildungs- und Trainingsdefiziten (Artikel).

Biodiversitätsverlust

Die Kantone Genf und Thurgau haben es vorgemacht und die Fuchsjagd bzw. Baujagd abgeschafft – weil unnötig und sadistische Tierquälerei.

Fakt ist, der Klimawandel und der Biodiversitätsverlust sind da und von der UNO bestätigt. Dazu braucht es mehr Massnahmen und Fachwissen ausserhalb des Jägerlateins. Die Fuchsjagd und generell die Niederjagd sind ein ökologischer und wildbiologischer Blödsinn sondergleichen und sollten eher früher als später schon aus Biodiversitätsgründen aufgegeben werden (Artikel).

Nötig ist die Niederjagd nicht, aber berechtigt. So könne man sich auch fragen, ob es sinnvoll sei, Beeren und Pilze im Wald zu sammeln.

 Robert Brunold, Präsident der Hobby-Jäger Graubünden

Jagdleidenschaft und Tierquälerei sind kein Kulturgut. Jägerparolen sind Augenwischerei und Worthülsen. Analysiert man in der Politik die Jägerfraktion, erkennt man schnell, dass sie sich selten bis gar nie für die Natur engagieren – klar wird dagegen, dass Ausbeutung und Eigennutz deren wahre Interessen sind, was so im Jagdgesetz nicht mehr zeitgemäss ist. Die Respektlosigkeit der Hobby-Jäger ist grenzenlos.

Jagen um Bestände zu dezimieren und massakrieren, ist historisch gesehen auch keine Jagd, sondern terroristischer Zooizid. Die Hobby-Jagd ist ein riesiges Krebsgeschwür, das sich über unser Land gelegt hat.

Auch ohne Jagd habe es nicht plötzlich zu viele Füchse, Hasen oder Vögel. Die Erfahrung zeige, die Natur könne man sich selber überlassen. Rein pragmatisch gesehen ist die Niederjagd nicht notwendig.

Heinrich Haller, Nationalparkdirektor und Wildbiologe

Solange die Beutetiere nicht in erster Linie den Beutegreifern gehören, ist die Jagd sinnloses Töten und wer sinnlos tötet, schützt nicht und der zivilisierten Gesellschaft nützt es nichts.

Altersbeschränkung

Wieso gibt es keine Altersbeschränkung im Jagdgesetz für die ökologischen Massenmörder? Die Unfall-Zahlen sind schrecklich und das unnötige Leid und die Kosten, welche diese greisen Hobby-Jäger verursachen, sind es auch, und zwar nicht nur im Tierreich.

Die grösste Altersklasse bei Amateur-Jäger ist die mit 65+, jene mit Alters-, Seh-, Konzentrations- und Reaktionsschwächen sowie Ausbildungs- und Trainingsdefiziten. Ab dem 40. Lebensjahr steigt die Zahl der Unglücke dramatisch an. Alle 29 Stunden passiert ein Jagdunfall und alle 3 1/2 Monate ist ein Toter zu beklagen. Bei der Polizei oder beim Militär werden aus gutem Grund die älteren Semester nicht mehr in bewaffnete Einsätze mit gefährlichen Schusswaffen geschickt. Das war bei der Revision zum Jagd- und Schutzgesetz (JSG) auch ein verpasstes Thema (Artikel).

Gäbe es bei der Polizei oder beim Militär regelmässig dermassen viele Geschädigte wie bei der Jagd, würde wohl kaum jemand von verantwortungsvollem Umgang mit der Waffe sprechen. 

Kantone und Befugnis

Für die IG Wild beim Wild ist es nicht zielführend, den Kantonen mehr Befugnisse im Jagdgesetz zu geben – im Gegenteil. Sie können mit der Verantwortung nicht umgehen, sind überfordert, sind als Hobby-Jäger und Entscheidungsträger ungenügend ausgebildet und sie lügen. Zudem haben sie schon genug Narrenfreiheit. Aktuelle Beispiele sind zum Beispiel der Amtsleiter für Jagd und Fischerei im Kanton Zürich.

In einem Schreiben im April 2017 an alle Gemeinden im Kanton und an die benachbarten Kantone bezüglich der Lancierung zur völlig widersinnigen Nachtjagd auf Füchse und Dachse, behauptet der Hobby-Jäger Urs Philipp, dass Füchse die Tollwut übertragen, obwohl die schweizerische Tollwutzentrale mahnt, dass eine jägerische Reduktion von Fuchspopulationen nicht möglich und die Jagd zur Tollwutbekämpfung sogar kontraproduktiv sei. Wie wir heute wissen, konnten erst tierfreundliche Impfköder die terrestrische Tollwut besiegen – sie gilt in der Schweiz seit 1998 und in weiten Teilen Europas als ausgerottet! Der Hobby-Jäger Urs Philipp nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. So spannt Philipp für sein abscheuliches Gedankengut in der öffentlichen Diskussion auch schon mal den Zürcher Tierschutz ein, obwohl der eine ganz andere Meinung vertritt.

Ganze 8 Monate wird den Füchsen im Kanton Zürich Tag und Nacht nachgestellt – beim Dachs sind es über 6 Monate, laut der eidgenössischen Jagdstatistik. Bei dem Stress muss man sich nicht fragen, weshalb diese Tiere krank werden. In ganz Europa liegt das Epizentrum Fuchsbandwurm-Meldungen in der Schweiz, genau in dem Gebiet der Schweiz, wo jagdaffine Hobby-Jäger, wie Urs Philipp, sich bei den kantonalen Behörden eingenistet haben. Diese widersinnigen Störungen und Lärmemissionen, die bei der Nachtjagd der Hobby-Jäger im Lebensraum verursacht werden, stören immer auch die gesamten Wildtierpopulationen und Einwohner (Artikel).

  • Jäger verbreiten Krankheiten: Studie
  • Jagd fördert Krankheiten: Studie

Oder der Amtsleiter für Jagd und Fischerei in Graubünden, der Hobby-Jäger Adrian Arquint, lässt willkürlich unschuldige Jungwölfe erschiessen – ohne jegliches wissenschaftliches oder wildbiologisches Fachwissen. Der normale – nicht hobby-jägerisch-geprägte – Menschenverstand fragt sich, wie soll ein Rudel im Herbst 2019 durch Abschüsse seiner Familienmitglieder lernen, was das Elterntier M92 vor Monaten im Sommer 2019 provoziert hat? Auf welche pädagogischen bzw. wildbiologischen Erfahrungen beziehen sich diese Entscheidungsträger? Wie sollen die Wölfe diese Abschüsse ihrer Familienmitglieder richtig zuordnen, wenn Heckenschützen sie in einer anderen Lokalität Monate später terrorisieren? Wissenschaft und Wildtiermanagement gehen anders (Artikel)!

Im Wallis werden seit Jahrzehnten geschützte Arten gewildert, wie der Luchs oder der Wolf.

„Entsprechend häufig kommt es zu Wilderei von Luchsen und Wölfen. In besonderem Ausmass im Wallis, wie eine Chronologie über die letzten 20 Jahre am Beispiel des Luchses zeigt: Im Einklang massgeblicher Exponenten in der Politik, bei Behörden und der Justiz kam es trotz wissenschaftlich belegter Wilderei kaum je zu einer Anklage wegen Tötung von Luchsen und Wölfen. Und die Rehe werden in den Bergtälern privat weiterhin gefüttert, um im Herbst auch im Bergwald viele Rehe jagen zu können. Neben den jagenden Menschen haben dort Luchs und Wolf keinen Platz. Die Welt scheint dort im 19. Jahrhundert stehen geblieben zu sein.“

Andreas Moser, Netz Natur
  • Hobby-Jäger in der Kriminalität: Die Liste

In der Rubrik „Fakten statt Jägerlatein“ kann die interessierte Leserschaft weitere Argumente und Jagdkritik finden, die in den Revisionen zum Jagdgesetz (JSG) implementiert werden können.

Insbesondere bei den Hobby-Jägern ist es überaus elementar, dass man ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten, Jägerlatein und Fake-News manipuliert. Gewalt und Lügen gehören zur gleichen Münze!

Die „Experten“ der Hobby-Jäger sind meistens nur Interessenvertreter einer egoistischen Lobby, um ihre Unkultur zu erhalten und schönzureden. Im Umweltranking belegen Hobby-Jäger regelmässig die letzten Plätze in der Politik.

Lesen Sie hier, was namhafte Organisationen, Biologen und auch Jäger über die Hobby-Jagd sagen: Referenzen

Interessen-Gemeinschaft

Wild beim Wild


Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern, die den Namen auch verdienen und gemäss einem Ehrenkodex handeln. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates und nicht an Hobby-Jäger-Banden delegiert.

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Die Artikel auf der Website der IG Wild beim Wild sind von und mit den Mitarbeitern von der IG und weiteren Co-Autoren als auch von Dritten.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Luana Vogel

    Sie könnten einen anderen Weg finden. Man muss doch nicht die Tiere töten.
    Luana

  2. Avatar

    Ich bin gegen jegliche Einsätze von Jägern und Morden von Hobbyjägern. Schluss damit!

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