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Verbot von Stierkämpfen in Mexiko-Stadt auf unbestimmte Zeit verlängert

Ein Richter hat das Verbot von Stierkämpfen in Mexiko-Stadt auf unbestimmte Zeit verlängert und damit die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Saison in dem angeblich größten noch bestehenden Stadion der Welt abgesagt wird.

Der Stierkampf sei eine romantische spanische Tradition, von der man sagt, sie sei ein tragisches Ballett zwischen dem Menschen und dem Stier.

Wie sehr diese Kultur auch in den Traditionen und der Geschichte Spaniens und damit auch Mexikos verwurzelt ist, so bleibt doch die Tatsache bestehen, dass es sich für die Stiere, die den „Kampf“ fast immer verlieren, nur um eine Tragödie handelt, ohne jegliche Romantik.

Aus diesem Grund sprach sich eine Mehrheit der mexikanischen Bürger in einer kürzlich durchgeführten Umfrage für ein vollständiges Moratorium für Stierkämpfe in Mexiko aus, da die Tiere misshandelt und grausam behandelt werden, was zu ihrem Tod führt, so die Tierschutzkommission der mexikanischen Versammlung.

Stierkampforganisationen haben angekündigt, dass sie Berufung einlegen und das Verbot in Mexiko-Stadt anfechten werden, aber ein höheres Gericht hat bereits ein Verbot gegen eine Berufung aufrechterhalten. Vier Bundesstaaten haben den Stierkampf, der nach Ansicht von Historikern im vergangenen Jahr sein halbes Jahrtausend überschritten haben könnte, bereits vollständig verboten.

Ein Richter hat im Mai ursprünglich ein vorübergehendes Verbot erlassen hatte, weil er der Meinung war, dass Stierkämpfe das Recht der Anwohner auf eine gesunde und gewaltfreie Umgebung verletzten. Nun soll entschieden werden, ob das Verbot dauerhaft sein soll oder nicht.

Die Entscheidung droht das Ende des fast 500 Jahre alten Stierkampfes in Mexiko zu werden.

Derzeit ist La Plaza Mexico in der Hauptstadt der grösste Stierkampfplatz der Welt, wo Matadore, Toreadore und Picadore versuchen, der Wut des Stieres zu entkommen, indem sie ihn wiederholt mit leicht chemisch behandelten Speeren stechen, um das Tier langsam zu schwächen, bevor der Toreador es mit einem Schwerthieb erledigen kann.

Seit 2013 haben bereits vier Bundesstaaten Mexikos Stierkämpfe verboten, und Umfragen zeigen, dass ein Verbot weitgehend befürwortet wird.

Im Laufe der Geschichte waren die Völker des Mittelmeerraums und Mesopotamiens von der Bekämpfung unkastrierter männlicher Rinder fasziniert. Im antiken Mykene wird diese Tradition durch das Fresko der „Stierspringer“ auf mindestens 3’400 Jahre zurückdatiert. Zusammen mit dem Stierlauf in Pamplona haben die Spanier den Stierkampf mindestens seit 1’128 n. Chr. eingeführt, als der Feldherr El Cid eine Ausnahmeerscheinung gewesen sein soll.

Der Stierkampf, wie wir ihn heute kennen – zu Fuss und mit rotem Tuch – wurde erstmals um die Jahrhundertwende von Francisco Romero in Ronda, Spanien, veranstaltet.

Befürworter des Stierkampfes sagen, dass er eine Art gemeinsames oder immaterielles Welterbe ist.

In dem Dokumentarfilm „Gored“ über einen der berühmtesten Matadore der jüngeren Zeit sagen die Befürworter, dass die Tragik des „Balletts“ zwischen dem Stier und dem Matador, das mit einem Schwerthieb endet, darin besteht, dass der Matador das Tier liebt und dass er den Stier von ganzem Herzen lieben muss, damit die Show, die an ein Ritual grenzt, perfekt ausgeführt werden kann. Wenn es zu Ende geht, trauert er daher vor allem um ihn.

Vielleicht ist es dann richtig, dass die blutige Tradition selbst, wie der Stier und das Ballett, endlich endet.

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