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Mexico: Richter setzt Stierkämpfe aus

In Spanien und Mexiko gelten sie als Sport und sind nach wie vor sehr beliebt. Jetzt hat ein Richter Stierkampfvorführungen komplett stoppen lassen – ausgerechnet in der größten Arena der Welt.

Die Organisatoren müssen die Stierkampfvorführungen in der Plaza de Toros in Mexiko-Stadt sowie die Erteilung von Genehmigungen sofort aussetzen, entschied das Bundesgericht am 27.5.2022.

Aktivisten hatten Klage gegen die jahrhundertealte Tradition eingereicht. Eine weitere Anhörung soll am nächsten Donnerstag stattfinden. Eigentlich ist die nächste Veranstaltung am 2. Juli in der Plaza de Toros angesetzt.

Es ist das erste Mal, dass ein Gericht in Mexiko eine Aussetzung eines Stierkampfes anordnet, nachdem zivile Organisationen jahrelang auf ein Verbot geklagt hatten.

Mexiko gilt als eine Hochburg des Stierkampfes. Allerdings stehen die Tradition und die 50’000 Zuschauer fassende Plaza de Toros vor einer ungewissen Zukunft.

Für die traditionellen Stierkämpfe könnte es nach der juristischen Entscheidung bald noch politischen Gegenwind geben: Im Dezember billigte eine Tierschutzkommission des mexikanischen Parlaments einen Vorschlag zum Verbot des Stierkampfes in der Hauptstadt. Wenn die Abgeordneten dem Plan zustimmen, könnten Stierkämpfe bald auch in Mexiko-Stadt verboten sein.

Die Abgeordneten des Parlaments müssen noch über den Plan abstimmen. Bisher haben nur eine Handvoll der 32 Bundesstaaten Mexikos Stierkämpfe verboten, die von den Spaniern im 16. Jahrhundert eingeführt wurden.

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