Kaum hat der Herbst begonnen, finden überall tierquälerische Treib- und Drückjagden statt.

Es herrscht Krieg in Wald und Flur: Rehe, Wildschweine, Füchse und Hasen werden von den Hobby-Jägern massenhaft abgeknallt. Sozialstrukturen werden auseinandergesprengt, Jungtiere verlieren ihre Eltern, angeschossene Tiere leiden tagelange Qualen. Wildtiere flüchten über die stark befahrenen Strassen – verursachen Verkehrsunfälle -, öffentliche Wege sind gesperrt, überall erdröhnen Schüsse. Haus – und Nutztiere werden mit Wildtieren „verwechselt“ und auch auf Menschen wird geschossen.

Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch Ehefrauen, Verwandte und Nachbarn von Jägern, Spaziergänger, Radfahrer, spielende Kinder. Und es werden auch immer wieder Menschen in ihren Gärten von Schüssen aus angrenzenden Wäldern und Feldern getroffen.

Hinzu kommen mehrere Hundert Verletzte sowie die ständige Gefährdung Unbeteiligter (Spaziergänger, Sportler, Autofahrer, Reiter, usw.).

Neben den menschlichen Opfern der ungezügelten Schiesswut der Hobby-Jäger sind vor allem Tiere die Leidtragenden: Allein in Deutschland werden jedes Jahr zwischen vier und fünf Millionen Waldbewohner wie Rehe, Füchse oder Wildschweine sowie mehrere Hunderttausend Katzen und Hunde getötet. Viele der Wildtiere sterben einen schmerzvollen Tod, weil sie durch Hobby-Jäger schwere Schussverletzungen erleiden, aber noch fliehen können. Ihr Todeskampf kann Tage andauern.

Zerschossene Wildtierbestände produzieren mehr Nachkommen, als in unbejagten Gebieten. Hobby-Jäger sind also für die Schäden verantwortlich, besonders für die vielen Wildunfälle.

Hobby-Jäger verkaufen Restaurants und der uninformierten Bevölkerung Aas, was die Gesundheit beeinträchtigt.

Historisch gesehen ist Jagd zur Bestandesregulierung auch keine Jagd, sondern terroristischer Zooizid. Eine Geisteskrankheit kann man nicht heilen, indem man ihr freien Lauf lässt.

Die Initiative zur Abschaffung der Jagd hat im Folgenden einige Meldungen – die Spitze des Eisbergs – aus den letzten Wochen für Sie zusammengestellt, die deutlich machen: Es wird höchste Zeit für die Abschaffung der Hobbyjagd!

Die Meldungen, die Sie im Folgenden lesen, wurden aufgrund von vorliegenden Presseberichten erstellt. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn gerade bei Familientragödien wird selten bekannt, woher der Täter die Schusswaffe hatte, ob er also Jäger oder Schütze war. Auch kommen niemals alle Straftaten in den Medien. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.

24.9.21: Mann bei Treibjagd angeschossen und schwer verletzt

Bei einer Treibjagd in einem Maisfeld nahe der Staatsstraße 2036 bei Heretsried hat sich ein schwerer Jagdunfall ereignet. Dies berichtet die Augsburger Allgemeine am 24.9.2021. Demnach traf der Schuss eines 53-jährigen Jägers einen 36-jährigen Mann. Der Schwerverletzte musste mit dem Hubschrauber ins Uniklinikum nach Augsburg geflogen werden. Die Kriminalpolizei in Augsburg ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

20.9.21: Jägerin erschoss Hauskatze – Ermittlungen dauern an

Im Dezember 2020 soll eine Jägerin bei Zusmarshausen eine Hauskatze, die sie in einer Lebendfalle gefangen hatte, mit mehreren getötet haben. Die Staatsanwaltschaft Augsburg leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Tierquälerei ein, nachdem eine Tierschutzorganisation Videoaufnahmen davon veröffentlicht hatte, die zeigten, dass die Katze sehr leiden musste. Der Merkur berichtet am 20.9.2021, dass die Ermittlungen noch andauern.

15.9.21: Jäger hetzt Hunde auf Katze – Geldbuße

Weil er 2017 im Hunsrück mehrere Jagdhunde auf eine Katze gehetzt und zugesehen hatte, wie die Hunde die Katze töteten, wurde ein Jäger vom Amtsgericht Simmern zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt. Dies berichtet der SWR am 15.9.2021. Auf einem Video, das damals für viel Aufsehen sorgte, ist zu sehen, wie der Jäger seine Hunde dabei anfeuerte. Der Jäger besass einer Meute von 26 Jagdhunden, mit denen er gewerbsmäßig auf Drückjagden ging. Die Tierrechtsorganisation PETA hatte den Jäger angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach ermittelte gegen den Jäger  wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz und erhob 2020 Anklage. Vor Gericht gestand der Jäger, dass seine Hunde auf dem Video zu sehen seien. Er glaube aber weiterhin, nicht gegen das Tierschutzrecht verstoße zu haben.

Das Gericht machte neben der Geldstrafe von 5.000 Euro zur Auflage, dass der Hobby-Jäger für fünf Jahre keine Jagdhunde mehr halten oder berufsmässig führen und keinen neuen Jagdschein beantragen darf.

14.9.21 Kind nach Jagdunfall stark eingeschränkt

Eine Erntejagd vor etwa drei Jahren: Eine Gruppe Jäger hatte ein Feld umstellt, um durch die Ernte aufgeschreckte Wildtiere zu schießen. Dabei traf der Schuss eines Jägers ein sechsjähriges Mädchen in einem angrenzenden Garten. Das Kind wurde lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Schütze, ein heute 34-jähriger Hobbyjäger, steht nun in Gera vor Gericht. Die Anklage: Fahrlässige Körperverletzung. Dies berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland am 14.9.2021. Der Vater des Mädchens sagte vor dem Amtsgericht, dass seine Tochter durch die schweren Verletzungen weiter stark eingeschränkt ist. Sie habe seit dem Schuss in Hüfte und Arm ständig Schmerzen. Sie brauche eine Schulbegleiterin und gehe regelmäßig zur Physiotherapie, zu einem Psychiater und zum Kinderarzt. Zwischendurch sei sie auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hobbyjäger vor, dass der Jagdunfall vorhersehbar und vermeidbar gewesen sei. Der Jäger schwieg zu den Vorwürfen.

11.9.21: Mann erschiesst Frau und sich selbst

In der Südeifel hat ein Mann eine Frau erschossen. Anschließend habe er die Polizei darüber informiert. Nach seiner Flucht fand die Polizei am nächsten Tag die Leichen an einem Hochsitz in einem Auto. Dies berichtet News Trier am 11.9.2021. Demnach kam es zu einem Großeinsatz der Polizei, außerdem waren Rettungsfahrzeuge und Notärzte im Einsatz. Am nächsten Morgen wurde der Täter von zahlreichen Polizeikräften mit Suchhunden, einer Drohne und  mit zwei Polizeihubschraubern gesucht. „Nach newstr.de-Informationen hat der Polizeihubschrauber mitten im Wald, nördlich von Bollendorf, ein Auto an einem Hochsitz gefunden. Darin zwei Leichen. Hier soll es sich wohl um die getötete Frau und den Mann handeln, der zunächst die Frau und dann sich erschossen haben muss.“

6.9.21: 58-Jähriger erschießt Mutter und Bruder

Ein 58-Jähriger hat auf einem Hof in Bad Salzuflen seine 84-jährige Mutter und seinen 63-jährigen Bruder erschossen. Dies berichtet die Neue Westfälische am 6.9.2021. Demnach lebten der 58-Jährige und die Mutter auf dem Hof, der Bruder war an dem Abend zu Besuch. Die Mordkommission ermittelt. Ob der 58-Jährige die Schusswaffe als Jäger oder Schütze besessen hatte, war der Presse nicht zu entnehmen.

13.8.21: Pferd erschossen: Jäger muss Jagdschein abgeben

Ein Jäger aus der Südpfalz hatte im September 2020 die Stute Gina nachts auf einer Koppel erschossen, weil er das Tier angeblich mit einem Wildschwein verwechselt hatte. Der Vorfall hatte damals in der Region große Wellen geschlagen: Wie kann ein Jäger ein Wildschwein mit einem Pferd verwechseln? Die Pferdehalter warfen dem Jäger grob fahrlässiges Verhalten vor, weil er in Richtung ihres Stalls geschossen habe, berichtet „Die Rheinpfalz“ am 13.8.2021. Demnach prüfte die Staatsanwaltschaft Landau, ob eine Straftat vorliegt. Die Ermittlungen seien aber inzwischen eingestellt worden. Allerdings musste der Jäger den Jagdschein und außerdem seine Waffen abgeben – zumindest bis 2023.

11.8.21: Jäger verwechselt Pferd mit Wildschwein

Ein Jäger hat im hessischen Usingen ein Pferd auf einer Weide erschossen, weil er das Quarterhorse angeblich mit einem Wildschwein verwechselt hatte. Dies berichtet der Usinger Anzeiger am 11.8.2021. Demnach hatte der Jäger in der Nacht von seinem Hochsitz aus und auf ein vermeintliches Wildschwein auf einer Pferdekoppel geschossen. „Laut Polizei wurden die Untere Jagdbehörde sowie die Staatsanwaltschaft von dem Vorfall informiert. Der Jäger sei bei dem Schuss nüchtern gewesen“, so die Zeitung.

Es wird Zeit für eine Natur ohne Jagd!

Lesen Sie die ganze Dokumentation: Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen 2021

RADAR

Hobby-Jäger Kriminalität stoppen!

Auf der Spur versteckter Tierschutzvergehen und/oder Wilderei? Melden Sie uns Verdachtsfälle! Helfen Sie mit beim grossen Hobby-Jäger Radar!

–>> zum Formular

2 Kommentare

Diskussion