Das Bezirksgericht der belgischen Provinz Luxemburg hat letzte Woche mindestens 4 Hobby-Jäger und ein Jagdaufseher aus dem ASP-Risikogebiet in der Gemeinde Etalle festgenommen. Sie stehen in Verdacht, aus osteuropäischen Ländern – unter anderem aus Polen – Wildschweine eingeführt zu haben, um private Jagdreviere mit Wild aufzufrischen. 2 Hobby-Jäger wurden später wieder auf freien Fuss gesetzt.

In Zusammenarbeit mit dem nationalen Referenzlabor in Brüssel-Uccle scheint der Nachweis erbracht worden zu sein, dass durch illegale Wildschwein-Einfuhren aus Osteuropa, ASP nach Belgien gelangte.

Aufgefundene ASP-infizierte Wildschwein-Kadaver sollen monatelang im dortigen Privatforst gelegen haben. Dies meldete der belgische TV-Sender Rtbf.

Die Strafverfolgungsbehörden gehen dem Verdacht nach, ob die belgischen Hobby-Jäger unerlaubte Einfuhren von Wildschweinen durchgeführt haben, die eine Grundlage für die Ausbreitung der Afrikanischen-Schweine-Pest in dem Gebiet darstellen könnten.

Regionalen belgischen Medien zufolge, könnten die Verdächtigen Hobby-Jäger als Vermittler zwischen „Wildschweinlieferanten“ aus östlichen Ländern und Jagdorganisatoren fungiert haben. Die importierten Tiere könnten möglicherweise infiziert gewesen sein und den Virus ins Land gebracht haben.

Der Jagdaufseher war einer der ersten Befragten gewesen, da die Schweinepest die Region mit voller Wucht traf. Er gestand dem Untersuchungsrichter, dass er bereits im Juni 2018 in der Region Buzenol eine ungewöhnliche Anzahl Kadaver von Wildschweinen gefunden hatte, ohne zu reagieren. Dies ist wahrscheinlich der Hauptanklagepunkt, weshalb gegen ihn ein Haftbefehl ausgestellt wurde.

„Wenn er früher reagiert hätte, hätten wir uns viel schneller der Gefahr der Schweinepest bewusst werden können und entsprechend handeln,

berichtet eine gut informierte Quelle. „Er wusste es, aber er sagte nichts.

Heute Morgen erschienen zwei Personen, die unter Haftbefehl gestellt wurden, vor Gericht. Der Jagdaufseher bleibt mindestens einen Monat in Haft und soll am Freitag weiter befragt werden.

Drei Viertel der Belgier (in der Wallonischen Region) sind gegen die Jagd. Das hat eine Umfrage des Königlichen Vogelschutzbundes LRBPO ergeben, deren Ergebnisse in den Zeitungen „L’Avenir“ und „La Dernière Heure“ veröffentlicht wurden. 68 Prozent der Befragten fühlen sich nicht sicher, wenn sie sich während der Jagdsaison in der freien Natur aufhalten.

Es ist ein Hobby, das keine Daseinsberechtigung mehr hat. Genau wie die Überfischung, die intensive Landwirtschaft usw., die zum Rückgang unserer Biodiversität beitragen“, sagt Jean-Claude Beaumont, Direktor des LRBPO.

Die Umfrage war zwischen dem 17. Dezember und dem 3. Januar bei 1.000 Personen durchgeführt worden. Die Fehlerquote beträgt 3,1%.

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