Ein Goldschakal wurde im Dezember 2018 in den Wäldern von Jussy im Kanton Genf anhand einer Wildkamera identifiziert. Die von Fachleuten untersuchten Bilder haben dieses Tier, dass in der Schweiz seit 2011 wieder gesichtet wird, offiziell bestätigt. Die Tierart erlebt derzeit seine natürliche Expansion in Richtung Westeuropa. Der Goldschakal ähnelt einem mittelgrossen Hund mit buschigem Fell und ist für den Menschen völlig harmlos. Seine Ernährung und seine Lebensweise bringen ihn näher an den Fuchs und er kann, genau wie er, in der Nähe der bewohnten Räume leben, indem er weitgehend unbemerkt bleibt.

Diese Beobachtung ist eine der westlichsten dieser Art, da Goldschakale derzeit das Zentrum und den Südosten Europas besetzen. Für den Hobby-Jäger befreiten Kanton Genf ist dies eine einmalige Angelegenheit. Denn anders als in anderen Kantonen in der Schweiz, wo die geschützten Goldschakale von den minderwertig agierenden Hobby-Jägern, die dem militanten Verband JagdSchweiz unterstellt sind, immer wieder erschossen werden, besteht diese Gefahr in Genf nicht. Die natürlichen Gebiete des Kantons, die dank eines dynamischen Managements vielfältig und reich an Nahrungsressourcen sind, erfüllt alle Voraussetzungen, um diesen Neuankömmling für die lokale Fauna zu begrüssen.

Am 13. Juli 2017 hat ein Ornithologe im St. Galler Linthgebiet ein Goldschakal fotografiert. 2016 wurde ein Goldschakal in der Zentralschweiz versehentlich erschossen. Ein Hobby-Jäger erschoss 2015 aus Versehen in Graubünden einen weiteren Goldschakal.

Das Tier mit grossen, dunklen Augen, die Ohren in dichtem Winterfell versenkt, nähert sich einer automatischen Kamera, die ihn sehr fasziniert. Neugierig schnüffelt er vorsichtig daran und setzt seinen Weg ruhig fort. Dies ist die unerwartete Sequenz, die von den Umweltschützern entdeckt wurde, indem sie die Daten aus der Überwachung von Wildtieren analysierten. Es ist das erste Video, das einen Goldschakal auf Schweizer Gebiet zeigt!

Eine europäische Art, die eine natürliche Ausdehnung erlebt

In der Realität ist es keine vollständige Überraschung: Diese kaum bekannte Art ist in der Schweiz seit fast einem Jahrzehnt bekannt. Der Europäische Goldschakal ist seit Tausenden von Jahren auf unserem Kontinent präsent, er ist jedoch seit langem auf einige Küstengebiete Südosteuropas beschränkt, wo er der Verfolgung durch Hobby-Jäger unterliegt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts profitiert der Goldschakal von Schutzmassnahmen und leitet so eine gewaltige Bewegung in Richtung neuer günstiger Gebiete ein. In den achtziger Jahren hat er in den Alpenregionen Italiens und Österreichs Fuss gefasst und die Beobachtungen, die 2011 auf dem Schweizer Mittelland aufgezeichnet wurden, beziehen sich wahrscheinlich auf Tiere aus diesen benachbarten Populationen. Das bei Jussy aufgenommene Video passt perfekt in den Rahmen dieser natürlichen Ausdehnung. Goldschakale sind in der Schweiz wie in den Nachbarländern geschützt, und seine allmähliche Ankunft lässt keine unerwünschten Auswirkungen erwarten.

Eine nachhaltige Präsenz in unserer Region

Das Video, das in den Wäldern von Jussy aufgenommen wurde, bestätigt mehrere Beobachtungen eines Goldschakals im Chablais Savoyard in Frankreich seit Herbst 2017. Es könnte das gleiche Tier sein, die diese Region jenseits der Grenze erforscht. Wenn diese Hypothese bestätigt werden sollte, würde diese Reihe von Daten, die sich über ein Jahr erstrecken, zeigen, dass der Goldschakal am Genfer See weit mehr als nur zu  vorübergehenden Besuche hinaus überleben kann.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Beobachtung in den Wäldern von Jussy für Genf einzigartig. Die Naturräume Genfs erfüllen alle Voraussetzungen, um diesen Neuankömmling willkommen zu heissen, der die wichtige Arbeit nutzen kann, die derzeit geleistet wird, um biologische Korridore zu revitalisieren, wie M. Gottlieb Dandliker, Wildhüter vor Ort, in einer Pressemitteilung schreibt.

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