Chanel verzichtet auf Pelz

Der französische Modekonzern Chanel will in Zukunft auf Leder von exotischen Tieren und Pelz verzichten. Man werde nur noch Haut von Tieren benutzen, die aus der Lebensmittelindustrie als Abfallprodukte kommen, sagte der Präsident der Chanel-Modesparte, Bruno Pavlovsky, dem deutschen «Handelsblatt» in New York in einem veröffentlichten Bericht.

Pelz solle es ab Mai überhaupt nicht mehr in den Kollektionen geben. Grund für den Verzicht auf Leder von Tieren wie von Krokodilen, Eidechsen, Schlangen und Stachelrochen sei, dass es zu schwierig sei, die Herkunft sicherzustellen. Auch immer mehr Kunden wollen von uns wissen, woher die Materialien stammen und wie die Tiere gehalten werden. Es gehe alles um die Rückverfolgbarkeit, sagte er.

Nur dadurch entspreche das Leder den ethischen Standards des Hauses. Für die Zukunft sieht Pavlovsky auch die Möglichkeit, auf Biotech-Leder umzusteigen. «Aber das wird nicht in der nahen Zukunft geschehen», sagte er.

Freude bei Tierschützern 

Tierschutzorganisationen freut dies. Vier Pfoten etwa spricht von einer «Sensation» und einem «Meilenstein». «Chanel geht hier wirklich einen gewaltigen Schritt. Dass auch auf exotische Häute verzichtet wird, vor allem auf Krokodilleder, ist aus Tierschutzsicht ein Grund zu feiern», sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei Vier Pfoten.

Die Ankündigung von Chanel zeige, dass ethischer Konsum und Tierschutz auch für Luxuslabels an Bedeutung gewonnen hätten. «Wir sind zuversichtlich, dass diese zukunftsweisende Entscheidung von Chanel bei weiteren führenden High Fashion Unternehmen Nachahmer finden wird», so Pietsch.

Anstatt Echtpelz oder exotischen Häuten aus Tierquälerei wünschen sich moderne Konsumenten heute auch in diesem Bereich Nachhaltigkeit und Innovation. Gemäss einer repräsentativen Umfrage der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN halten etwa 85 % der befragten Schweizerinnen und Schweizer das Halten und Töten von Tieren zur Pelzgewinnung für nicht vertretbar. Rund 83 % der Befragten ziehen tierschutzfreundliche Geschäfte vor, welche auf den Verkauf von Echtpelz verzichten.

Jedes Jahr werden mehr als 100 Millionen Tiere von der Pelzindustrie getötet. Nerze, Füchse und Marderhunde leiden auf Pelzfarmen in winzigen Maschendrahtkäfigen; andere Arten sterben durch Fallen einen grausamen Tod. Für die Verarbeitung von Fellen zur Pelzmode werden hohe Mengen an gefährlichen Chemikalien und ein hoher Energieverbrauch benötigt.

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