In der Nacht auf Mittwoch stürmten Aktivisten des Vereins „269 Libération Animale“ ein Schlachthaus des Schweizer Fleischverarbeiters Bell. Laut dem Verein sind 134 Aktivisten aus England, Belgien, Frankreich, Italien und der Schweiz seit etwa 2.30 Uhr vor Ort im Kanton Solothurn und haben den Betrieb und die Abläufe von Bell blockiert.

Bell Schlachthof Oensingen

Bell Schlachthof Oensingen

In einem Video, das sie auf ihrer Facebook-Seite posteten, sind mehrere Stopp-Schilder und Transparente mit der Aufschrift: «Lasst uns alles blockieren, mit den Unterdrückten zusammen Widerstand leisten», zu sehen. Laut der Videobeschreibung sind die 70 Angstellten von Bell nach Hause geschickt worden. Bauern, die ihre Tiere anliefern wollten, mussten wieder umkehren.

Die Polizei wurde kurz nach 2 Uhr in der Nacht zum ersten Mal avisiert. Daraufhin wurde die Situation geklärt. Am Mittwochmorgen ist sie mit einem Grossaufgebot an der Dünnernstrasse im Einsatz. Die Polizei ist zusammen mit der Geschäftsleitung der Bell AG im Gespräch mit den Aktivisten.

Tierrechtsaktivisten Schlachterei Bell Oensingen

Tierrechtsaktivisten Schlachterei Bell Oensingen

Den Demonstranten wurde ein Ultimatum gesetzt, den Bell-Produktionsbetrieb zu verlassen. Die Situation ist gemäss Polizei friedlich und ruhig.

Das 1971 gebaute Produktionsgebäude von Bell wurde seit der Inbetriebnahme mehrfach erneuert und ausgebaut. Zuletzt im Jahr 2005, als der Betrieb vollständig auf die Verarbeitung von Rindfleisch ausgerichtet wurde.

Derzeit sind Investitionen für den Ersatzbau des bestehenden

Tierrechtsaktivisten

Mit der Aktion will der Verein gegen die Tierausbeutung- und tötung protestieren. Jede Woche würden Zehntausende Tiere getötet und trotz vieler Aktionen würden Konsumenten weiterhin zu viel Fleisch essen und Politiker das Thema ignorieren.

Rinderschlachthofs sowie die Ansiedlung der Schweinezerlegerei in Oensingen geplant.

Die Aktivisten wollen «im Todestrakt Widerstand leisten» und angekettet bleiben, bis sie von der Polizei evakuiert werden, heisst es in einer Mitteilung.

Täglich werden in der Schweiz tausende Rinder und Kälber in Schlachthöfe gekarrt. Vieh-Transporte dürfen maximal acht Stunden dauern.

Bell hofft auf friedlichen Abzug

Andreas Mock von der Kantonspolizei Solothurn bestätigt den Einsatz: «Wir sind noch im Gespräch mit den beteiligten Personen im Gebäude.» Die Situation sei friedlich.

Tierrechtsaktivisten Schlachterei Bell Oensingen

Tierrechtsaktivisten Schlachterei Bell Oensingen

In enger Absprache mit der Polizei habe Bell die Gruppe aufgefordert, das Gelände zu verlassen. «Dieser Aufforderung sind die Aktivisten leider nicht gefolgt. Das Unternehmen hofft, dass die Situation weiterhin ruhig bleibt», sagt Sprecherin Sara Heiniger.

Grosser Fleisch-Verarbeiter

Die Bell Food Group ist ein Tochterunternehmen von Coop Schweiz und gehört zu den führenden Fleisch- und Convenience-Verarbeitern in Europa. Am Standort Oensingen werden Tiere geschlachtet und Frischfleisch verarbeitet.

Das Angebot umfasst Fleisch, Geflügel, Charcuterie, Seafood sowie Convenience-Produkte und Schnittsalate. Rund 12’000 Mitarbeitende erwirtschaften einen Jahresumsatz von vier Milliarden Franken.

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