Indemini – Die Weidetiere Rehe sind Dämmerungs- und nachtaktiv geworden, weil sie durch die Hobby-Jäger dazu gedrängt wurden. Sonst würden Rehe nachts schlafen und nicht für Nahrungssuche unterwegs sein und zum Beispiel mit Autos kollidieren.

Über 20’000 Wildunfälle ereignen sich Jahr für Jahr auf Schweizer Strassen und Schienen. Für den Menschen gehen die Zusammenstösse zwischen Auto und Wildtier zwar meist glimpflich aus, gleichwohl wurden gemäss Bundesamt für Statistik im letzten Jahr 78 Personen bei Tierunfällen leicht bis schwer verletzt.

Rehkitzmarkierung Schweiz

Das Projekt „Rehkitzmarkierung Schweiz“ entstand zu einer Zeit, als das Reh in Europa Gegenstand vieler Forschungsprojekte war. Mittlerweile gehört das Reh zu einer der am besten erforschten Wildtierarten.

Die jährlichen Markierungen der Rehkitze wurden seit 1971 konstant in der Schweiz fortgeführt. So entstand ein einzigartiger Langzeitdatensatz.

Im Jahr 2017 wurden 627 Rehkitze in 14 Kantone markiert: Aargau, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden, Baselland, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, St. Gallen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri und Zug.

2017 wurden zudem 108 markierte Böcke, 69 Geissen und 8 Rehe mit unbekanntem Geschlecht zurückgemeldet, laut einer Erhebung von Wildtier Schweiz.

Die durchschnittliche Distanz zwischen Markierungs- und Wiederfundort aller gemeldeten Rehe betrug – wie im Vorjahr – 2.8 km Luftlinie. Die erfassten durchschnittlichen Wanderdistanzen von Rehen (Kitze ausgeschlossen) nehmen seit den Achtzigerjahren tendenziell leicht zu.  Diese Tendenz zeigt sich vor allem bei den Geissen.

Reh

Reh

Die geschlechtsspezifischen Wanderrekorde im Jahr 2017 halten eine 3.3-jährige Geiss mit 37.2 km (Fideris – Fuss des Piz Minschun/GR) und ein 1.2-jähriger Rehbock mit 31.6 km (Avers – Samedan/GR).

Das erfasste durchschnittliche Gewicht der wiedergefundenen Rehe ist seit den Achtzigerjahren relativ konstant um 15 kg. Im Mittel wiegt ein Bock rund 18 kg, eine Geiss 17 kg und ein Kitz 11 kg (meistens aufgebrochen mit Haupt gewogen).

Die wiedergefundenen Rehe sind im Schnitt knapp 2-jährig, obwohl sie eine Lebenserwartung von über 10 Jahre haben. Altersrekorde im Jagdgebiet: In Graubünden wurden 2017 drei 11-jährige Geissen und zwei 10-jährige Böcke erlegt.

Die Todesursache beim Reh ist zu 66 % die Jagd, 12 % Verkehr und 10 % Mähfahrzeuge. 2017 wurden rund 44’124 Rehe geschossen (Geisskitze 5’607, Bockkitze 5’183, Geiss 14’182, Bock 19’025). Fallwild durch Verkehr wird mit 9’148 beziffert.

Rehe bewegen sich nicht mehr, wie einst, über offene Felder, weil sie dort leichter erschossen werden können. So verbleiben Rehe lieber im Schutz des Waldes und beschaffen sich das Futter dort (Knospenverbiss). Das Schalenwild insgesamt hat aufgrund der jagdlichen Aktivitäten der Hobby-Jäger sein Verhalten geändert und auch seinen eigentlichen Lebensraum „erweitert“. Das Wildschwein, eigentlich Waldbewohner „wütet“ auf Wiesen und Feldern, das Rotwild, eigentlich Bewohner der offenen und halboffenen Landschaft zieht sich in den Wald zurück, das Reh lebt eigentlich bevorzugt am Waldrand und irrt nun regelrecht hin und her.

Die Anzahl der Rehkitze, welche, gemäss Jagdstatistik, pro Jahr durch Hobby-Jäger geschossen werden, ist doppelt so hoch, wie die durch Unfälle umgekommenen (10’790/ 4’899). Rehkitze sind leichter zu schiessen und bei Hobby-Jägern beliebter, als ältere Tiere.

„Durch die vielen Verluste von Jungtieren (Jagd und Fallwild) produzieren die Tiere mehr Nachwuchs, was den Kreis schliesst.“ Urs Arter, Wildtierschutz Schweiz

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Hobby – Jäger in den Schulen? Nein Danke!

Seit geraumer Zeit ist zu beobachten, dass Hobby-Jäger in Kindergärten und Schulen eine sektenartige Image – Kampagne betreiben, mit dem Ziel, unsere tierliebenden Kinder an die grausame Hobby Jagd heranzuführen.

 

Schluss mit der Tierquälerei der Jäger

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung.

 

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