Der Sonnenberg ist ein beliebtes Wander- und Erholungsgebiet zwischen Kriens und Luzern. Der Berg bietet eine schöne Aussicht über die Stadt Luzern und durchquert die vor Jahrhunderten von Hand ausgehauene Schlucht des Renggbaches. Er ist ein von Siedlungsgebiet und Grossstadthäuser umzäunter Wald, mit etwas Ackerland und Wiesen.

Für Spaziergänger und Wanderer bieten sich mehrere leichte Wanderrouten an. Für Sportler steht ein Vita-Parcours zur Verfügung und Biker finden am unteren Sonnenberg Asphaltstrassen, weiter oben auch meist gute Schotterwege.

Bedauerlicherweise wird die friedliche Idylle regelmässig von Hobby-Jägern gestört, die durch ihr unpassendes Erscheinen auffallen. Die Rede ist von gewöhnungsbedürftigen Jung-Jägern, teils tätowiert und mit Gesichts-Piercings oder die 75 Prozent der Hobby-Jäger im Jagdrevier Sonnenberg sollen gar weit über dem Pensionsalter liegen. Und es soll vorkommen, dass Hobby-Jäger im Sonnenbergwald Hauskatzen erlegen. Immer wieder sind diesbezüglich Flugblätter im Gebiet im Umlauf „Katze gesucht, bitte melden„.

Dabei lachte auch schon mal ein stolzer Hobby-Jäger lautstark und sagte: “Das ist jetzt mein neuer Bettvorleger“.

Die Jagd mit Schrot und auch die vielen Treibjagden sind in Siedlungsnähe sehr gefährlich. Bei einem Schrotschuss auf ein Reh trifft höchstens die Hälfte der Kügelchen auf den Körper des Tiers auf, die andere Hälfte kann bis 600 Meter weiter fliegen und noch schwere Verletzungen verursachen. Müssen noch mehr Unfälle geschehen, bis endlich gehandelt wird? – fragen sich besorgte Luzerner Bewohner.

Wer kennt dies nicht: Sie biken, joggen, reiten oder spazieren am Morgen mit ihren Kindern durch den Wald und überall knallt es. Wie fühlt man sich dabei?

Der Sonnenberg liegt für einen Jagdbetrieb am total falschen Ort. Der Sonnenbergwald ist ein sehr gutes Naherholungsgebiet für Mensch und Tier. Es gibt viele Spaziergänger, Nordic Walking, Biker und Pilzler aber auch Familien, die den Wald und seine Wildtiere erleben und sehen möchten. Für die grosse Mehrheit der Bevölkerung bedeutet die Jagd gesperrte Waldwege und gehetzte Wildtiere.

Im Sonnenberg befinden sich mehrere Wasserreservoirs für die Versorgung der Stadt Luzern und Umgebung mit Trinkwasser. Die Wasserspeicher werden mit Quellwasser aus der Region Pilatus (Berg) gespiesen. Viele Luzerner machen sich zudem Sorgen, dass durch den hochgiftigen Munitionsabfall (zum Beispiel Blei) der Hobby-Jäger auch noch das Grundwasser nachhaltig verschmutzt wird.

Nutzungskonflikte Erholung

Leider wird dieses Gebiet Sonnenberg immer noch von Hobby-Jägern als ihr Privatgrundstück beansprucht, obwohl keiner von ihnen Wald- und Landbesitzer ist.

Seit einigen Jahren ist der Sonnenberg als Jagdrevier verpachtet. Vom 1. Oktober bis 15. Dezember finden dort grosse Treibjagden mit 30 Schützen und mehr statt. Der IG Wild beim Wild wurde von einem Beteiligten von einigen Jagdunfällen berichtet, wie Schrotschüsse auf Treiber oder unfachmännischer Gebrauch von Jagdwaffen inkl. Notarzt und Ambulanz. Die Hobby-Jäger besetzen den Naherholungsraum Sonnenberg während der Jagdzeit praktisch von Montag bis Samstag und die normale Bevölkerung schaut in die Röhre.

Anstatt eine stark unfallgefährdete Jagd, wie sie heute im Sonnenberg stattfindet, soll nun für die ganze Bevölkerung einen Wildtierpark oder Hirschpark entstehen. Damit sollen der Wald und die Fläche tierschutzgerecht genutzt und dem Volk etwas Sinnvolles und Positives geboten werden. Natur für alle ohne Hobby-Jäger.

Ein seriöser Wildtierpark wie der Hirschpark in Kantonsspital Luzern, ist angedacht. In Horw wurde der Jagdbetrieb ohne Probleme im Bireggwald schon vor 10 Jahren aus ähnlichen Gründen eingestellt. Oder auch der Gütschwald in Luzern ist bereits ein Jagdbanngebiet.

Besorgte Freizeitaktivisten und auch Hobby-Jäger wurden bereits bei lokalen Entscheidungsträgern vorstellig. Dort erhielten sie jedoch bis anhin eine Absage mit der Begründung, dass mit der Jagdgesellschaft eine gute Zusammenarbeit bestehe.

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