Österreich: Mammutknochen bei „Kill Site“ gefunden

Archäologen sind bei Grabungen in Österreich auf eine «Kill Site» gestossen, also einen Platz, an dem in der Steinzeit Jagdbeute zerlegt wurde. Dabei wurden auch Knochen von Mammuts und Werkzeuge gefunden.

Die oberste Kulturschicht, in der sich die Mammut-Knochen befinden, sei von einem Archäologen-Team auf ein Alter zwischen 28.000 und 18.000 Jahren datiert, heißt es seitens der Asfinag. Die „Kill Site“, die etwa 16 Mammut StosszähneQuadratmeter gross ist, befindet sich östlich der B7 (Brünner Straße) am Beginn der Umfahrung Drasenhofen. Die endgültige Bestimmung und genaue Interpretation der Fundstücke erfolge nach der Bergung aller Knochen, Mammutstosszähne und Werkzeuge, hiess es.

Aufschluss über die Nutzung des Geländes gab die Entdeckung von Mammut-Stosszähnen und -Langknochen sowie von Knochenresten weiterer Tiere. Die „Kill Site“ sei die erste in Österreich, die nach modernsten Methoden ausgegraben und analysiert wurde, erklärte Martin Krenn vom Bundesdenkmalamt. „Sie gibt uns einen sensationellen Blick auf die Lebensweise der altsteinzeitlichen Menschen.

Auch 2000 Jahre alte Gräber

An einer weiteren Fundstelle, die im Bereich des künftigen Kreisverkehrs Süd der Umfahrung liegt, wurden im Zeitraum von April bis Juni Gräber gefunden, die von Archäologen den Glockenbechermenschen zugeordnet werden, hiess es in der Aussendung weiter. Einzuordnen sei die Entstehung dieser Gräber in den Zeitraum von 2.600 bis etwa 2.200 vor Christus.

Mammut Stosszähne

Mammut Stosszähne

Auch Zeugnisse aus der Bronzezeit (2.300 bis 800 vor Christus) sind im nördlichen Weinviertel stark vertreten. Neben einem Friedhof sind auch die Reste einer Siedlung freigelegt. Diese wird in die frühe Bronzezeit eingereiht (2.300 bis 1.800 vor Christus) und zeigt einen Zusammenhang mit den dort durchgeführten Bestattungen. Neben zahlreichen Speichergruben brachten die Grabungsexpertinnen und -experten auch mehrere Hausgrundrisse zu Tage. Einen der wichtigsten Funde stellt ein Grossbau der damaligen Menschen mit einer Abmessung von 20 mal sechs Meter dar. Die bisherigen bronzezeitlichen Befunde legen die Vermutung nahe, dass diese Siedlung bereits am Beginn dieser Epoche ent- oder bestand und möglicherweise in das entstehende Handelsnetz, welches bis in den Nahen Osten und nach Skandinavien reichte, eingebunden war.

Laut Asfinag ist die geschichtliche Erkundung entlang der Umfahrung Drasenhofen „bereits im Finale“. 2,4 Millionen Euro werden in die archäologischen Grabungen investiert. Für den Verkehr freigegeben werden soll die Strecke im Herbst 2019.

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