Am Samstag, den 15. September, sind in Florenz vom Platz der Unabhängigkeit aus, gutmütige Menschen auf die Strasse, um für die Verteidigung der Wildtiere zu demonstrieren. Gleichzeitg soll dabei auch an die Opfer gedacht werde, die jedes Jahr von Hobby-Jäger erschossen werden.

Aus ganz Italien sind Aktivisten unter anderem mit Bussen und Zug angereist. Der Protest fand am Vorabend der neuen Jagdsaison statt (Sonntag, 16. September, eine Stunde vor Sonnenaufgang).

Jagdgegnerin und Jagdgegner

Jagdgegnerin und Jagdgegner

Der Umzug der Demonstranten begann an der Piazza Indipendenza und endete am Bahnhof Santa Maria Novella.

Nach Jahren der Stille, ist jetzt in Italien wieder die Rede von der Jagd und alle seine Opfer, – sagt Massimo Vitturi von der LAC (Lega Abolizione Caccia). „Aus diesem Grund haben wir bereits im Jahr 2017 eine Kampagne gestartet, damit alle verstehen, dass die Jagd kein Hobby ist, sondern Krieg“.

Vitturi hat mehr als 60’000 Unterschriften mit einer Petition gesammelt, in der die Abschaffung der Hobby-Jagd gefordert wird und die im Senat sowie in der Kammer deponiert wurde. Es sei Zeit, mit dieser Petition für immer diesen blutigen und anachronistischen Zeitvertreib zu stoppen.

Schluss mit Schiessen

Schluss mit Schiessen

Unter dem Hashtag #BASTASPARARE (Schluss mit dem Schiessen) wurde schon im Vorfeld auf den Social Medien auf den Anlass aufmerksam gemacht.

Rehe, Füchse, Vögel: In Italien töten Hobby-Jäger jedes Jahr fast eine halbe Milliarde Tiere, dass sind acht Mal die menschliche Bevölkerung des Landes. Es werden auch geschützte Arten bejagt oder solche die es sonst schon sehr schwer haben, wegen dem Dichtestress, Landverbrauch, Pestizide und Klimawandel. Viele Arten werden so für immer verschwinden. Die Wilderei wurde in Italien auch nie seriös angegangen. Und jede Jagdsaison werden Dutzende Menschen von Hobby-Jäger erschossen.

Wie in der Schweiz oder in Deutschland gibt es auch in Italien über die Jagd wirklich nur Schlechtes zu berichten. Betrachtet man den Fakt, dass verschiedene Tierarten wegen der Jagd ausgestorben oder sehr stark dezimiert wurden. Oder, dass nicht heimische Tierarten von Jagdgesellschaften in die Natur eingeführt wurden und somit das ökologische Gleichgewicht gestört haben, welches schlussendlich auch dem Menschen selbst geschadet hat, zum Beispiel das Wildschwein in Italien.

Aber Jagd heisst in Italien auch Verletzung des privaten Grundbesitzes, dank eines veralteten Artikels 842 des Zivilgesetzes, welches die Jäger autorisiert, ohne jegliches Einverständnisses der Besitzer in fremdes Gut einzudringen. Und es ist auch ein Übergriff auf das unantastbare Stimmrecht, welches den Bürgern verbietet, dazu Stellung zu nehmen, wie das Beispiel der Region Piemont zeigt. Dazu nimmt die Zahl der Hobby-Jäger kontinuierlich ab und ist weniger als 1 % der Bevölkerung. Diese kleine Minderheit terrorisiert jedoch die normale Bevölkerung.

Die Jagd ist auch die Sportart, welche Menschen verletzt und tötet. Wie jedes Jahr, hat der Verband der Jagdopfer, welcher seit dem Jahr 2007 aktiv ist, am Ende der Jagdsaison (31. Januar) ein Dossier mit den Jagdwaffen-Opfern zusammengestellt.

Nachstehend die Daten der Jagdsaison (2017/2018)

  • Zivile Nichtjäger: 34, davon 24 verletzt und 10 Tote
  • Jäger: 81, davon 60 verletzt und 20 Tote
  • Total: 85 Verletzte und 30 Tote.
  • 3 Opfer waren minderjährig, davon 2 verletzt und 1 getötet.
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