PETA erstattet Strafanzeige gegen Jäger in Rheinland-Pfalz

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Ein im Internet kursierendes Video zeigt mehrere Jagdhunde, die unter den Anfeuerungsrufen eines Mannes eine lebende Katze schütteln, beissen und schliesslich auseinanderreissen. Ein Zeuge gab PETA einen Hinweis auf den mutmasslichen Täter.

Die Tierrechtsorganisation hat den Mann, einen Jäger, der in Rheinland-Pfalz Jagdhunde züchtet, wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach angezeigt, die daraufhin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat. PETA fordert neben einer empfindlichen Strafe auch ein Jagdverbot und den Entzug des Jagdscheines für den Mann.

Der durch das Video bezeugte extreme Sadismus des Mannes zeigt, dass die Hobby-Jagd nichts weiter ist, als ein blutiges Hobby“, so Dr. Christian Arleth, Rechtsanwalt bei PETA. „Der Täter hat die Katze bewusst grösstem Leid ausgesetzt und hatte seine Freude daran zuzuschauen, wie sie stirbt. Ein solches Verhalten ist nicht nur abscheulich und empörend, es offenbart auch die Gewaltbereitschaft und Gemeingefährlichkeit dieses Hobby-Jägers.

Das Tierschutzgesetz verbietet es, Tiere aufeinander zu hetzen. Auch das Töten der Katze war gesetzwidrig, denn diese dürfen von Hobby-Jägern nur dann getötet werden, solange sie erkennbar wildern. Zwar distanzierte sich der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz von dem Vorgehen des Hobby-Jägers; solche Fälle ereignen sich jedoch unzählige Male in Deutschland. Rohe Gewalt bei der Jagd ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Hobby-Jäger bieten in ihren Online-Shops ganz bewusst Duftstoffe an, um Katzen anzulocken und in Fallen zu fangen. Jedes Jahr werden in Deutschland schätzungsweise 350.000 Katzen von Hobby-Jägern erschossen, unter dem Vorwand, dass sie die Artenvielfalt bedrohten. Die grösste Gefahr für die Wildtiere sind jedoch die Hobby-Jäger selbst.

Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So müssen dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge die nahezu ausgerotteten Wölfe nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet. Auch englische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam.

Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobby-Jägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen. Hinzu kommen bundesweit etwa fünf Millionen Hobbyangler. PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht dazu sind, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

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