Im September werden Gärten und Stadtparks zur Kinderstube für Wildtiere. Die Igeljungen sind jetzt geboren. Ihre Stacheln sind noch weich, aber ihr Geruchssinn ist bereits gut ausgeprägt. Nach Ende einer sechswöchigen Säugezeit gehen die jungen Braunbrustigel ohne ihre Mutter auf Entdeckungsreise.

Igel lieben die Grossstadt: Hier können sie nach Herzenslust in Kompost- und Laubhaufen nach Regenwürmern, Maden, Käfern und Kellerasseln wühlen und weggeworfene Nahrungsreste neben Mülleimern verspeisen. „Ist ein Igelkind zu übermütig, verliert es bei solchen Verlockungen schon mal den Überblick und findet den Weg zum Nest nicht mehr zurück. Mit leisen Pieplauten ruft es dann nach seiner Mutter„, sagt Moritz Franz-Gerstein, Natur- und Artenschützer der Deutschen Wildtier Stiftung. Die alleinerziehende Igelin hört die Hilferufe. Sie eilt schnaufend herbei und sammelt ihren verloren gegangenen Weltenbummler wieder ein. Manchmal sitzt ein verirrtes Igelkind auch tagsüber auf dem Rasen. „Da kann man durchaus stutzig werden. Denn Igel sind fast immer dämmerungs- und nachtaktiv. Doch in der Regel ist auch dieser Tagesgast kein Waisenkind„, betont der Experte.

Viele der aufgefundenen Igel brauchen unsere Hilfe nicht. „Wer einen Igel sieht und sich Sorgen macht, sollte zunächst sicherstellen, ob ihm wirklich etwas fehlt. Nur wenn das der Fall ist, darf das Tier aus der Natur entnommen werden. Verwaiste Igelsäuglinge erkennen Sie daran, dass die Mutter auch nach mehreren Stunden nicht auftaucht„, erläutert Franz-Gerstein.

Kranke Igel sind häufig unsicher auf den Beinen, wirken teilweise apathisch, rollen sich bei Gefahr oft nicht mehr ein, bleiben an einem Fleck sitzen. Parasiten, Verletzungen, Viren oder Fieber können die Ursache für dieses Verhalten sein. „Keinesfalls sollten Sie einem Igel Milch geben„, so der Artenschützer. Wer einen hilfebedürftigen Igel findet, sollte einen Tierarzt oder eine Igelstation aufsuchen. „Hier erfolgt die Erstversorgung und der Finder kann wichtige Informationen zur richtigen Pflege und Handhabung bekommen.

Wildtiermeldungen für den neuen Säugetieratlas

Das gesamtschweizerische Projekt «Igel gesucht» ruft seit Mai 2018 dazu auf, Beobachtungen der stacheligen Kulturfolger zu melden. Parallel dazu arbeiten über alle Landesteile verteilt Freiwillige mit, um Igel mit Hilfe von Spurentunnels nachzuweisen. Erste Resultate zeigen Lücken in der Verbreitung.

Igel sind mehrheitlich Siedlungsbewohner und leben vor unserer Haustür. Doch zu sehen sind sie nur selten, denn sie sind nachtaktiv. Es gibt zudem Hinweise, dass heute weit weniger Igel in Dörfern und Städten unterwegs sind, als noch vor zwanzig Jahren.

Im Projekt «Igel gesucht» wird das Vorkommen von Igeln systematisch untersucht. Spurentunnels werden mit Farb- und Papierstreifen ausgerüstet und in Privatgärten sowie auf Grünflächen platziert. Geht ein Igel durch einen solchen Tunnel, hinterlässt er seine Pfotenabdrücke. So wird sichtbar, wo Igel unterwegs sind. Ergänzend können Beobachtungen auf der Plattform www.säugetieratlas.wildenachbarn.ch gemeldet werden. Für ein repräsentatives Bild ist jede Beobachtung wichtig. Auf der Webseite kann auch abgefragt werden, wo bereits Beobachtungen von Igeln gemacht wurden und wie man seinen Garten oder die Umgebung der Siedlung igelfreundlich gestalten kann.

Seit Mai gingen 1120 Meldungen von Igeln ein. Bisher wurden Spurentunnel in 105 Quadratkilometern aufgestellt. Auf 48 % der bisher ausgewerteten Quadrate wurden keine Igel festgestellt. Diese Resultate weisen darauf hin, dass die Igel in der Schweiz zwar noch weit verbreitet sind, ihr Vorkommen jedoch Lücken aufweist, die weiter untersucht werden müssen.

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