Seit gut einem Jahrhundert befindet sich das Eichhörnchen, wie wir es kennen, in Grossbritannien in einem Rückzugsgefecht und verliert Jahr für Jahr an Boden. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Grauhörnchen erstmals aus Amerika nach Grossbritannien eingeschleppt. Seither sind sie auf einem unaufhaltbaren Siegeszug, haben sich auf den britischen Inseln festgesetzt und dabei ihren heimischen Verwandten, das rote Eichhörnchen, an den Rand der Gefährdung gebracht.

Dieser nordamerikanische Nager ist etwas robuster gebaut als sein europäischer Vetter (Sciurus vulgaris) und trägt zudem ein Virus in sich: Selbst dagegen immun, infizieren die Grauhörnchen damit ihre Verwandten, die der Krankheit massenweise erliegen.

Um der Lage Herr zu werden, versuchen Artenschützer in Grossbritannien alles, um das Grauhörnchen daran zu hindern, sich noch weiter zu verbreiten und damit dem Europäischen Eichhörnchen wieder auf die Beine zu helfen. Die Grauhörnchen dürfen abgeschossen werden, man will Gift einsetzen, doch alle Strategien der Regierung, die eingeschleppte Art wieder auszulöschen, sind gescheitert. Die Regierung gibt sich dem Grauhörnchen geschlagen.

Was der Mensch nicht geschafft hat, könnte nun endlich einer anderen Spezies gelingen. Der Baummarder (Martes martes), dem der Mensch in der Vergangenheit stark zugesetzt hat, erlebt nämlich gerade ein Comeback. Und wo sich das kleine Raubtier ausbreitet, schrumpfen die Grauhörnchenbestände, während die der Eichhörnchen wieder wachsen.

Zu diesem Befund kommt ein US-amerikanisch-schottisches Forscherteam in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins „Proceedings of the Royal Society B“. Die Biologen stellten die Rückkehr des Baummarders in zuvor lange Zeit verlassene Regionen in Schottland fest – inklusive deutlicher Auswirkungen auf die Hörnchenbestände. Die Studie dauerte von 2014 bis 2017 und baute auf einer Untersuchung aus dem Jahr 2014 auf, die denselben Zusammenhang für das Schrumpfen der Grauhörnchen-Population in Irland nahelegte.

Auf den ersten Blick einleuchtend ist der Zusammenhang nicht: Immerhin machen die Marder sowohl auf Eich- als auch auf Grauhörnchen Jagd. Hier dürfte aber der Faktor Koevolution ins Spiel kommen, wie die Biologin Emma Sheehy gegenüber der BBC erklärte. Eichhörnchen haben sich über lange Zeit hinweg parallel zum Baummarder entwickelt und sind an ihn und seine Jagdmethoden gewöhnt – was sie bis zu einem gewissen Grad schützt.

Die Grauhörnchen hingegen hatten in ihrer alten Heimat keinen solchen Nachbarn, seien daher dem Marder gegenüber weniger vorsichtig und könnten so leichter von ihm erbeutet werden. „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ fassen die Forscher den Zusammenhang in ihrem Paper zusammen. Zugleich sprechen sie von einer Win-Win-Situation, da sowohl der Baummarder als auch das Eichhörnchen geschützten Status haben. Und der einzige Verlierer in diesem Zusammenhang ist eine Spezies, die man ohnehin lieber heute als morgen los wäre.

Der Baummarder mag eben auch die Grauhörnchen. Sogar noch lieber, wie Forscher herausgefunden haben. Sie haben Kotproben von Mardern in Irland analysiert und herausgefunden, dass die Marder achtmal häufiger Spuren des Grauhörnchens im Kot hatten als solche von Eichhörnchen.

Die Grauhörnchen sind grösser und massiger als die Europäischen Eichhörnchen. Dieser Vorteil gegenüber dem Verwandten könnte zum Nachteil gegenüber dem Räuber werden. Die Grösse macht die Tiere schliesslich auch träger, also zu einer leichteren Beute. Ausserdem haben sie im Laufe ihrer Evolution in Amerika nie lernen müssen, vor Baummardern zu fliehen, während Eichhörnchen diesen Flucht-Modus genetisch «einprogrammiert» haben.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Baummarder indirekt für den Anstieg der Eichhörnchenpopulation verantwortlich ist. Und sie geben der Regierung einen Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Natur sich von Zeit zu Zeit selbst zu helfen weiss und auch dann noch eine Lösung für ein Problem findet, wenn Fallen und Gift schon gescheitert sind.

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