Deutschland: Demo für Wölfe in Berlin

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Protest gegen drohende Aufnahme ins Jagdrecht: Wölfe sind gemäss Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Laut Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD werde der Bund mit den Ländern einen „geeigneten Kriterien- und Massnahmenkatalog zur Entnahme“ der Tiere entwickeln – „Entnahme“ bedeutet jedoch nichts anderes als töten.

Daher protestiert die Bürgerinitiative Aktion Fair Play gemeinsam mit dem freiwilligen PETA-ZWEI-Streetteam sowie anderen Tierschutzvereinen und -organisationen am kommenden Samstag den 5. Mai 2018 ab 14:00 Uhr vor dem Bundestag in Berlin gegen die geplante Wolfsabschuss-Klausel, die den strengen Schutz der Tiere aufweichen soll. Die Tierfreunde sehen in der Koalitionsvereinbarung einen Kniefall vor der Jagd- und Agrarlobby und fordern eine friedliche Koexistenz mit den Wölfen.

„Jäger und Landwirte schüren gezielt Ängste und machen Stimmung gegen die Wölfe. Die scheuen und sehr sozialen Tiere sind unerlässlicher Bestandteil eines intakten Ökosystems und tragen zur Regulierung und Gesundheit der Wildtierpopulationen bei“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.

Norwegische Wissenschaftler untersuchten das Gefahrenpotenzial der Tiere und kamen zu dem Ergebnis, dass gesunde Wölfe im Allgemeinen keine Gefahr für Menschen darstellen. Im Wolfsgebiet Lausitz (Brandenburg/Sachsen) lebt seit rund 15 Jahren die größte Wolfspopulation Deutschlands; hier ist kein einziger Fall von gefährlichem Verhalten der Tiere gegenüber Menschen bekannt. Wie bei allen Wildtieren ist beim Kontakt mit einem Wolf ein gewisser Respekt grundsätzlich angebracht. Das wichtigste Mittel zur Konfliktprävention und für ein friedliches Zusammenleben ist die Aufklärung über Verhalten und Bedürfnisse der Wölfe.

Statt wertvolle Aufklärungsarbeit zu leisten, schüren Landwirte und die Jägerschaft Ängste. Die Folge: eine regelrechte mediale Hetzjagd gegen den Wolf, damit er seinen Status als streng geschützte Tierart verliert und als jagdbares Wild in das Jagdrecht aufgenommen wird. Einerseits rechtfertigen Jäger die angebliche Notwendigkeit der Jagd dadurch, dass heimischen Wildtieren natürliche Feinde fehlen und sie daher bejagt werden müssten. Andererseits wollen Jäger die Wolfspopulation dezimieren, um das millionenfache Töten weiterhin legitimieren zu können und sich ihrer Jagdkonkurrenz zu entledigen.

Nachdem Jäger die faszinierenden Tiere erstmals ausrotteten, dauerte es über 100 Jahre, bis sie sich wieder in Deutschland ansiedelten. 1850 verloren sich die letzten Hinweise auf Wolfsrudel, 1904 wurde der letzte verbliebene Wolf in Sachsen erschossen. Seit 2000 ist der Wolf in Deutschland wieder ansässig, nicht zuletzt wegen der seit 1990 bestehenden, strengen Schutzmaßnahmen. Mittlerweile leben hierzulande Dutzende Wolfsrudel, jährlich werden es mehr.

„Wir hoffen, dass der Mensch aus der Vergangenheit gelernt hat und die Wölfe in Deutschland nicht ein zweites Mal verfolgt und ausgerottet werden“, sagt Peter Höffken.

PETA spricht sich grundsätzlich gegen die Jagd aus. Ein Wolfsrudel besteht aus etwa acht Tieren und ähnelt einer menschlichen Familie: Die Eltern leben meist ein Leben lang zusammen; in ihrem Revier akzeptieren sie nur ihren Nachwuchs, der sich im Erwachsenenalter eigene Reviere sucht. Um neugierige Tiere im Falle einer Sichtung auf Abstand zu halten, empfiehlt sich lautes Klatschen und Rufen. Damit sich die Tiere nicht an Menschen gewöhnen und ihre natürliche Scheu verlieren, sollten sie keinesfalls gefüttert werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

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