Ein noch nicht dagewesener Fall von Umweltkriminalität wurde im Landkreis Cloppenburg entdeckt. Neun vergiftete, tote Greifvögel konnten in einem kleinen Areal der Gemeinde Cappeln gefunden und sichergestellt werden.

„Mich erreichten einzelne Fotos und die Info, in einem abgelegenen Waldstück lägen, nahe von neuen Hochsitzen, auffällig türkisbläulich eingefärbte Ringeltauben als Köder aus. Zudem seien dort Eier ausgelegt, aber auch ein Bussard läge dort tot. Da schrillten bei mir sofort die Alarmglocken“, berichtet entsetzt Ludger Frye, der NABU-Kreisvorsitzende im Landkreis Vechta. Dessen sofortige Rückfrage beim Entdecker ergab, offensichtlich würden zu Jagdzwecken völlig ungeschützt und frei eingefärbte Ködertiere und Gifteier in einem Waldkomplex ausliegen.

Das rief den Naturschützer Frye auf den Plan, der bereits mehrfach mit illegaler Greifvogelverfolgung in den Kreisen Vechta und Diepholz befasst war und wusste, was zu tun war. Denn das ist eine Nachstellungsmethode, die seit Jahrzehnten streng verboten und strafrechtlich zu ahnden ist. „Diese Einfärbung der Ködertiere ist typisch für die Verwendung von europaweit verbotenen, extrem starken Kontaktgiften wie Carbofuran oder Mevinphos“, so Ludger Frye. Diese sind auch für Menschen bei Kontakt lebensbedrohend. Der Hinweisgeber hatte den Greifvogel nichts ahnend und unachtsam berührt.

Sofort verständigte Ludger Frye direkt die Kriminalpolizei, um den dringenden Verdacht einer schweren Umweltstraftat und eine anhaltende Gefahrensituation zu melden. Umgehend vereinbarte man eine gemeinsame Durchsuchung des weitläufigen Areals in der Gemeinde Cappeln, welches bei Darrenkamp, also zwischen den Orten Schwichteler und Vestrup, ganz nahe der Landkreisgrenze Cloppenburg und Vechta liegt. In diesem als Tenstedter Bruchwald bekannten Nasswald erfreut sich der Naturfreund an Seltenheiten wie Hohen Schlüsselblumen und Königsfarn.

Bei der Durchsuchung, die über fünf Stunden andauerte, offenbarte sich dann das unglaubliche Ausmass des Grauens. In verschiedenen Bereichen des über fünf Hektar grossen Fundbereiches lagen in Fundgruppen Dutzende mit Gift bestrichene Ringeltauben sowie Hühnereier mit Injektionslöchern auffällig und exponiert auf Baumstümpfen. Aber auch Haustauben-, Fasanen-, Enten- und Hasen-Kadaver lagen ebenso blau eingefärbt aus. Die Durchsuchung ergab eine erschreckende Opferzahl toter Greifvögel, die teils unmittelbar neben den Ködern lagen.

Insgesamt fanden Kripo und NABU gemeinsam neun tote Greifvögel, darunter 7 Mäusebussarde, zwei Habichte sowie einzelne Rabenvögel. Köder, Eier und Opfer wurden dokumentiert und anschliessend möglichst vollständig eingesammelt, um sie behördlich untersuchen zu lassen. „Und um weitere Vergiftungsgefahren von Mensch und Tier auszuschliessen“, verdeutlichte der Naturschützer diese Notwendigkeit. Die abgelegene Fundsituation und die offensichtliche Erkennbarkeit, deuten klar auf die Verursacher hin, ist sich Ludger Frye sicher.

Keiner der örtlichen Jäger kann das Ausmass der toten Vögel übersehen haben.

Unterschiedlich alte Köder und Opfer deuten auch auf einen langen Zeitraum des Auslegens hin. „Nichts, was hier einmalig geschieht“, ist er sich sicher. Deshalb fordert der NABU sofort die einstweilige Einziehung der Jagdscheine von allen im Revier tätigen Jägern, bis der gesamte Straftatbestand und die persönlichen Verantwortlichkeiten aufgeklärt sind!

Die Polizei ermittelt nun gegen einen Hobby-Jäger, der für den Tod von neun Greifvögeln verantwortlich sein soll. Bei Durchsuchungen seien erdrückende Beweise gefunden worden, teilte die Polizei heute mit. „Wir haben flüssige Substanzen, die nach Gift aussahen, entdeckt.

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Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung.

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