Indemini – Es gibt zweifelsfrei eine wissenschaftliche Relation Gewalt gegen Tiere – Gewalt gegen Menschen. Aus ethischer Sicht besteht nun die gesellschaftliche Pflicht, zu präventivem Handeln.

Als Sadismus wird bezeichnet, wenn ein Mensch Lust oder Befriedigung dadurch erlebt, andere zu demütigen, zu unterdrücken oder ihnen Schmerzen zuzufügen.

Die Aggression gegen Tiere der Hobby-Jäger ist Ausdruck einer Verhaltensstörung. Gewalt gegen Tiere – Gewalt gegen Menschen, diese These untermauern immer mehr wissenschaftliche Studien.

Unterschiede zwischen Hobby-Jäger und Serienkiller?

Beide haben Jagdfieber und ein starkes Verlangen nach Macht und Kontrolle. Jagen kann ein erstes Symptom für eine gefährliche Psychopathie sein, die sich nicht allein auf Tiere beschränkt. Viele Studien belegen, dass Gewalttaten an Tieren unser ganzes Augenmerk verlangen!

Sowohl der Serienmörder als auch der Hobby-Jäger meint, an etwas wichtigem teilzuhaben. Auffallend häufig werden bei Gewalttätern Gehirnanomalien festgestellt. Gewalt hinterlässt nach kurzer Zeit Spuren im Gehirn. Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern auffällig zurückgebildet oder gestört. Ist dieser zentrale Teil des Gehirns defekt, ist unter anderem das Ekelgefühl ausgeschaltet.

Beim Töten empfinden beide, wie beim Konsum von illegalen Drogen, ähnlich. Eine temporäre Erleichterung, Beruhigung geht durch ihren Körper und Geist – bis erneut auf die Suche nach einem Opfer gegangen werden muss. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass im Hobby-Jagdunwesen auch andere illegale Aktivitäten, wie Wilderei, Waffenschmuggel, Kriminalität, Alkoholmissbrauch, usw. praktiziert und Soziopathie gefördert wird.

Die Jagdwaffen führen zu Missbrauch in unser allem Sozialleben. Immer wieder kommt es zu Schusswaffensuizid, Drohungen und tödlichen Tragödien. Jahr für Jahr werden unzählige Menschen durch Hobby-Jäger und deren Waffen getötet sowie verletzt, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Glieder amputiert werden müssen.

Tiere spielen wie Menschen eine wichtige Rolle unseres Daseins. Sie zeigen uns auch, wie wichtig es ist, dass man teilt, da wir Menschen nicht die einzigen Lebewesen auf dem Planeten sind.

Jagd ist der dunkle Schatten, welcher die Wildtiere quält. Jagd ist wie Prostitution. Revier- und Patentjäger entrichten einen Geldbetrag, um ihre Leidenschaft frönen zu können. Den Tötung-trieb ausleben zu dürfen. Es werden von den Behörden in der Schweiz sogar extra attraktive Jagden organisiert, um sich zu rühmen.

Pornografie ist laut Experten ein entscheidender Faktor, um die Fantasie von Serienkiller anzuregen, besonders Fesselspiele und Sadomasochismus, wo Opfer dominiert und kontrolliert werden können.

Einschlägige militante Jägermagazine sind voll mit Bilder von Jägern, die eine Waffe in der Hand halten und in einer dominierenden Position über ihre Opfer posieren. Solche Magazine regt die Fantasie der Jäger an, noch mehr und mehr Jagen zu wollen, auch in allen Herren Länder. Derartige Fotografien und Filme brauchen Jäger, um sich wichtig zu fühlen.

Hobby-Jäger haben ein grosses Verlangen, etwas Heldenhaftes zu tun. Das Selbstwertigkeitsgefühl durch den Akt des Tötens zu befriedigen. Jäger schrecken nicht zurück mit missionarischem Eifer an Schulen Kinder zu missbrauchen. Sektiererisch mit ihrem Jägerlatein machen sie Werbung für ihre gewalttätige Leidenschaft. Kinder und Jugendliche besitzen eine grosse Liebe zu Tieren und da werden ihnen von Hobby-Jägern Waffen und Schandtaten in die Hände gelegt, was dem UNO-Ausschuss für Kinderrechte widerspricht.

Was Jäger und Serienkiller auch verbindet, ist der Wunsch Trophäen von ihren Opfern zu sammeln. Beide lieben es auf die Pirsch zu gehen, nach Opfern Ausschau zu halten, für den nächsten gewalttätigen Akt.

„Ich will damit nicht andeuten, dass die meisten Jäger schwache Menschen sind, aber meiner Erfahrung nach nutzen schwache Menschen oft genug die Möglichkeit, ihren Makel zu kompensieren, indem sie jagen oder mit Waffen und Messern herumspielen.“

Zitat aus dem Sachbuch „Die Seele des Mörders“ vom FBI – Profiler John Douglas.

Jäger wurden sowohl in Europa als auch in den USA schon psychologischen und soziologischen Untersuchungen unterzogen und hinsichtlich verschiedener Aspekte mit Nichtjägern verglichen. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Jäger keine höhere Naturverbundenheit aufweisen als Nichtjäger, Themen des Tier-, Umwelt und Naturschutzes eher negativ gegenüberstehen und allgemein eine höhere Tendenz zu aggressiven Verhaltensweisen zeigen – ein typisches Merkmal für Fleischesser. Die jägerische Tier- und Naturliebe erfreut sich nicht am Dasein des geliebten Objekts; vielmehr zielt sie darauf ab, das geliebte Wesen mit Haut und Haar zu besitzen, und gipfelt darin, es durch den Akt des Tötens zur Beute zu machen. Nirgendwo zeigt sich dies deutlicher als in den Jagderzählungen – in praktisch jeder Ausgabe der gängigen Jagdzeitschriften.

Auch wenn Menschen die Jagen unterschiedliche Charaktereigenschaften haben, vereint die Jäger doch letztlich alle das gleiche Tun: Ein gewalttätiger Umgang mit friedliebenden Tieren und der Natur oftmals nur als Spass, Freizeitvergnügen oder auch als Sport sowie die Vergiftung der Natur mit bleihaltiger Munition. Psychologen, Psychiater und Psychoanalytiker sprechen im Zusammenhang mit der Jagd von psychischen Defekten bei den Jägern. Hobby-Jäger wollen töten!

Mit dem Jagdschein wird die Lizenz zum Töten erworben. Dass im Volksmund jemand, „der den Jagdschein hat“, als nicht ganz zurechnungsfähig gilt, hat wohl – wie die meisten Volksweisheiten – einen wahren Kern. Und in der Tat wissen wir weder wie viele Psychopathen, Waffennarren oder Suchtkranke unter den Jagdscheininhaber sind, die ganz legal mit Schusswaffen hantieren dürfen. Noch wissen wir, wer unter den Jagdscheinanwärtern einzig und allein die Jägerprüfung ablegen will, damit er legal an Schusswaffen kommt. Wir wissen es nicht, die Behörden wissen es nicht, die Jagdverbände wissen es nicht – und wollen es lieber auch nicht wissen“, wie K.H. erklärt.

Christian Lüdke ist Psychotherapeut, bildet Spezialeinheiten der Polizei aus und beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie von Tätern.

Lüdke: „Solche Menschen führen ein Doppelleben. Im Inneren fühlen sie sich wie die absoluten Versager – familiär, beruflich und sexuell und werden von extremen Machtwünschen geleitet. Weil sie das im Alltag nicht umsetzen können, müssen sie das über so eine Gewalttat machen und suchen sich die schwächsten Opfer aus.“

Wie kann man einen solchen Menschen erkennen?

Lüdke: „Nach aussen hin sind sie meistens sehr unscheinbar. Aber in der Lebensgeschichte dieser Täter finden sich häufig um das elfte Lebensjahr herum drei Symptome: Dass sie wieder ins Bett machen, dass sie mit Feuer spielen und vor allem, dass sie Tiere quälen.“

Sind das Einzelfälle?

Lüdke: „Leider nein. Es gibt sehr viele Menschen unter uns, die eine so hohe sexuelle, kriminelle Energie haben, dass sie quasi tickende Zeitbomben sind.“

Hobby-Jäger Frank Gust

Frank Gust ist ein zu lebenslanger Haft mit anschliessender Sicherungsverwahrung verurteilter deutscher Serienmörder. Bei ihm standen, wie wir aus einem von der Kriminologin Petra Klages geführten Interview erfahren, Tierquälerei und Tiertötung am Anfang seines Werdegangs. Dazu ist anzumerken, dass Frank Gust ausgerechnet von seiner Mutter, einer ehemaligen Jägerin, ebenfalls zum Jäger ausgebildet wurde und auf diese Weise auch legal in den Besitz von Schusswaffen gelangte. Und so, wie er bei seiner Mutter das Ausweiden von Tierkadavern gelernt hatte, ging er später auch bei seinen Menschentötungen vor. Im Nachhinein bereute die Mutter diese jagdliche Ausbildung und spricht von einem begangenen Fehler:

…die hätten mit verhaften müssen, weil ich so versagt habe. Ich war früher Jägerin und habe auch Frank zum Jäger ausgebildet. Dazu gehört auch, das Wild aufzubrechen. Und da er die Leichen ja, sagen wir mal fachgerecht zerlegt hat, dachte ich, ich hab’s ihm doch beigebracht.“

Im Interview mit Petra Klages berichtete der Jagdschein-Besitzer Frank Gust über seine privaten Erfahrungen mit dem Waidhandwerk und kritisierte ganz offen den Anspruch, Jäger wären stets auch Naturschützer:

Einige sind es mit Sicherheit. Aber der grösste Teil der Leute, die ich da kennen gelernt habe, war eine Mischung aus Standesdünkel und Heuchelei“.

Nachgefragt, ob es nicht das Ziel sei, Natur und Tiere zu schützen, fuhr Gust fort, es ginge seiner Erfahrung nach eher darum „unter dem Deckmantel der ach so edlen Jägerei eine wunderbare Tarnung für andere Gelüste aufzubauen“.

Auf die Nachfrage der Interviewerin, ob er dafür auch Beispiele hätte, schilderte Frank Gust zwei Vorfälle, die hier nicht in vollständiger Länge erwähnt werden können. Um jedoch einen Eindruck zu vermitteln, sei kurz die von Gust erinnerte Begebenheit auf einer Kaninchenjagd erwähnt:

Da war ein angeblich erfahrener und hoch angesehener Jäger. Er schoss auf ein Kaninchen … hätte aus ein paar Metern Entfernung einen sicheren Schuss anwenden können, wartet aber, bis es noch ein bisschen gelaufen ist, um eben mit der Schrotgabel nicht mehr so perfekt zu treffen, weil es dann länger zappelt. Es drehte sich nicht darum, einen guten Braten zu kriegen oder den Bestand zu schützen, es drehte sich einfach nur darum, dass es schön weh tun soll. Nur da sagt man natürlich offiziell nichts.

Krankheitsbild Hobby-Jäger

Wenn wir in das Unterbewusstsein im Sammelbecken der Hobby-Jägerei hineinblicken könnten, würden wir die Büchse der Pandora an unterdrückten Problemen finden.

Dr. Karl Menninger

Der renommierte Psychiater Dr. Karl Menninger (1893-1990) der 1981 von Präsident Jimmy Carter die Präsidentschafts-Medaille der Freiheit erhielt und der Namensgeber der Menninger-Schule für Psychiatrie ist, schrieb ausführlich über die erotische sadistische Motivationstheorie bei der Jagd. „Der Sadismus kann eine sozial akzeptable Form annehmen (wie Hirschjagd und Hirsche beobachten) und andere Sorten von so genannten“ Jagdpraktiken „, schreibt er. „Die repräsentieren alle die zerstörerischen und grausamen Energien der Männer, die auf hilflosere Kreaturen gerichtet sind.“

Die Symptome der Hobby-Jäger ermöglichen nur bis zu einem gewissen Grad lustbetontes Erleben und emotionale Stabilität. Um die angestrebte Stimulanz herbeizuführen, werden die Fantasien z. B. durch Trophäen-jagen im Ausland erweitert. Mitunter ufern sie dermassen aus, das Hobby-Jäger sogar Menschen töten. Immer wieder berichten Medien über Tötungsdelikte oder andere kriminellen Aktivitäten der Problemgruppe „Hobby-Jäger“, wie zuletzt das Attentat (ausgeführt von einem Hobby-Jäger) vor der UBS Filliale in Zürich im Februar 2018.

Tierschutz bedeutet zugleich immer auch Menschenschutz. Wer dies nicht versteht, sorgt mit seinem Unverständnis dafür, dass wir uns „selber in den Fuss schiessen“, erklärt Volker Mariak.

Deutsche Studien bzw. Fachschriften zum Thema „Gewalt gegen Menschen – Gewalt gegen Tiere“:

Jahr Autoren Studie / Fachschrift
1988 Wochner, M. und Klosinski G. „Kinder und jugendpsychiatrisch auffälige Tierquäler“
1998 Berg, C. „Pferdeschlitzen – Eine Form brutaler Tierquälerei“
1998 Füllgrabe, U. „Zur Motivation der Pferderipper“
2003 Kaplan, Astrid „Zum psychologischen Zusammenhang zwischen der Gewalt gegenüber Tieren und der Gewalt gegenüber Menschen mit besonderer Berücksichtigung der diesbezüglichen intra- und interpersonalen Psychodynamik.“
2003 Vitt-Mugg. V. „Sexuelle sadistische Serientäter“
2004 Harbort, Stephan „Die morbide Vorstellungs- und Erlebniswelt sadistischer Serienmörder“
2005 Stupperich, A. „Von der Fantasie zur Tat – Tierquälerei“
2006 Harbort, Stephan „Das Serienmörder-Prinzip. Was zwingt Menschen zum Bösen“
2007 Heubrock Dietmar, Parildayan-Metz, Dorothee „Wer tut denn nur so etwas?“
2009 Sevecke, Kathrin, Krischer, Maya „Tierquälerei und Persönlichkeitspathologie bei delinquenten Jungen und Mädchen. Ergebnisse aus der Kölner Studie.“
o. J. Faust, Volker „Tierquälerei – Was sind das bei jungen Tätern für Menschen?“
2010 Kaplan, Astrid „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben. Von der Notwendigkeit eines Quantensprungs des Mitgefühls.“
2017 Klages, Petra „Der Rhein-Ruhr-Ripper Frank Gust Interviews“

 

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