Gülle als Dünger birgt unabsehbare Risiken für Gesundheit und Umwelt: Über die Ausscheidungen gelangen Nitrate und Antibiotika ins Grundwasser und durch die aufwendige Aufbereitung und Filterung wird das Trinkwasser teurer.

Im Winter sind die Güllespeicher mit Sondermüll aus Antibiotika, Hormone, gentech Futtermittel, Pestizide, Spritzmittel, Herbiziden  usw. voll. Aus Umweltschutzgründen dürfen Landwirte eigentlich nicht nach Belieben Gülle ausbringen: Ist der Boden gefroren, schneebedeckt oder mit Wasser gesättigt, darf nicht gegüllt werden. Doch viele Bauern halten sich nicht an die Gülle-Vorschriften und die Behörden schauen einfach weg.

Die Summe des gesamten Giftcocktails welche Schweizer Bauern auf den Feldern entsorgen, setzt auch den Wildtieren massiv zu. Wildbret ist keinesfalls so naturbelassen und bio, wie es die Hobby-Jäger der Bevölkerung vorgaukeln. Gerade Wildbret ist mit Rückstände von Pestizide, Spritzmittel, Gülle, Antibiotika usw. aus dem Futter und Wasser von den Feldern belastet, nebst der potentiellen Schwermetallbelastung durch Munitionspartikel der Hobby-Jäger.

Gülle enthält ausserdem viel Schwermetall, da den Tieren in der Massentierhaltung Futter mit Zink und Kupfer gegeben wird. Diese Schwermetalle finden sich in den Exkrementen wieder, welche über die Gülle in die Böden gelangen. Sie hemmen das Pflanzenwachstum und schädigen wertvolle Mikroorganismen und wichtige Bodelebewesen wie Regenwürmer.

Durch den hohen Einsatz von Antibiotika in der Tiermast, hat es in der Gülle zudem oftmals gefährliche antibiotikaresistente Keime.

Immer wieder bringen Schweizer Bauer auch in den geschützten 3 Meter breiten Pufferstreifen bei Bächen, Wäldern und Hecken ihren Sondermüll aus. Es ist ebenfalls verboten auf diesen Streifen Siloballen zu lagern. Die Landwirte werden via Direktzahlungen dafür bezahlt, dass sie diese ökologisch besonders wertvollen Pufferstreifen nicht mit Jauche, Mist und Pestizide eindecken, damit Wildpflanzen – und Tiere einen natürlichen Lebensraum haben. In der Realität halten sich jedoch viele nicht an die Bestimmungen – und werden trotzdem belohnt.

Die IG Wild beim Wild setzt sich der Umwelt, der Gesundheit und den Tieren zuliebe für einen hohen Steuersatz auf Fleisch und andere tierische Produkte ein. Zudem fordert Sonnthal Carl, Leiter der IG Wild beim Wild, Verbraucher zum Umdenken auf und appelliert an Landwirte, auf die biovegane Landwirtschaft umzustellen.

Dies bedeutet, dass in dieser Landwirtschaft ganz ohne toxische tierische Fäkalien gearbeitet wird. In der konventionellen Biolandwirtschaft sind Fäkalien ein zentrales Element. Viele Schweizer Bauern denken sogar noch heute, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung des Bodens ohne tierische Fäkalien unmöglich sei, da genau dies in den Landwirtschaftsschulen gelehrt wird.

„Der Konsum von Fleisch, Milch, Käse und Eiern verursacht die grössten Umweltprobleme unserer Zeit. Aus Profitgründen halten Bauern jedoch immer mehr Tiere, wodurch der Gülleausstoss und die Belastung des Grundwassers zunehmen“,

so René Schärling, Fachreferent für Ernährung bei PETA.

„Verbraucher können die damit verbundenen Risiken für Umwelt und Gesundheit vermeiden, indem sie sich vegan ernähren.“

Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist bekannt für einen immensen Wasserverbrauch. Doch auch Gülle als Dünger hat fatale Folgen. Aus ihr dünstet Lachgas aus, das 310-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Es entsteht Ammoniak, das wiederum zur Feinstaubbildung beiträgt und Erkrankungen auslöst. Durch die Gülleausbringung versickern zudem Schadstoffe. Dadurch steigen die Nitratwerte im Grundwasser, die Wasserqualität nimmt ab und das Wasser ist schlimmstenfalls nicht mehr nutzbar. Nitrat ist eines der grössten Probleme für Grundwasser. Vor allem an Messstellen in Regionen mit zahlreichen Tierhaltungsbetrieben sind die Werte erhöht – auch Antibiotika sind dort in starker Konzentration zu finden. In deutschen Ställen kommen jährlich hunderte Tonnen Antibiotika zum Einsatz. Einen Grossteil scheiden die Tiere wieder aus, sodass Medikamentenreste und resistente Keime bis ins Grundwasser gelangen können“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. Da die Wirkstoffe auch in der Humanmedizin eingesetzt werden, sind Auswirkungen wie Antibiotikaresistenzen nicht abschätzbar; Experten zufolge filtern Kläranlagen nicht ausreichend.

Für 400 Gramm Schweinefleisch werden zehn Liter Gülle produziert. Mit gravierenden Folgen: Aus den Nitraten in der Gülle entsteht das krebserregende Nitrit. Dennoch erhalten Betriebe, die Tiere ausbeuten, die Umwelt zerstören und die menschliche Gesundheit gefährden, Subventionen und werden damit von der Allgemeinheit finanziert.

Die biovegane Landwirtschaft zeigt, wie Nährstoffe ganz ohne tierische Exkremente in den Boden gebracht werden können. Parallel könnten höhere Steuern auf Produkte tierischer Herkunft die landwirtschaftliche Tierhaltung zurückdrängen und somit das Gemeinwohl für Mensch und Tier signifikant steigern.

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