Bosnien und Herzegowina: Pelzfarmen trotz Verbot

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Indemini – Am 1. Januar 2018 trat in Bosnien und Herzegowina  ein Pelzfarmverbot in Kraft. Doch da ein Vorschlag, die Frist bis 2028 zu verlängern, im Parlament debattiert wird, machen Pelzfarmer einfach weiter.

Ursprünglich war das Verbot Teil des 2009 beschlossenen Tierschutzgesetzes und sollte nach einer Übergangsfrist in Kraft treten. Nach mehreren Versuchen, das Verbot zu kippen, die seit 2016 unternommen werden, fordert die Pelzindustrie nun eine Verlängerung der Übergangszeit. Über den Vorschlag wird seit April 2017 im Parlament beraten, aber das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Damit ist das Pelzfarmverbot Anfang Januar in Kraft getreten.

„Da das Verbot am 1. Januar in Kraft getreten ist, arbeiten die Pelzfarmen illegal“, sagt Maida Sabeta, PETA-Campaignerin und Koordinatorin der Anti-Fur Coalition in Bosnien und Herzegowina. „Diese beispiellose Situation sucht sowohl in Bosnien wie auch auf der ganzen Welt ihresgleichen. Die Pelzfarmer können dafür bestraft werden, dass sie ihre Farmen weiter betreiben, gleichzeitig tut das Parlament aber nichts, um sie zu entmutigen. Es soll eine weitere Abstimmung im Parlment geben, doch der Termin ist unbekannt. Diese Situation ist nicht hinnehmbar.“

 

In ganz Europa gibt es Kampagnen für ein Verbot von Pelzfarmen. 2017 beschloss der deutsche Bundestag ein Gesetz, das aufgrund von hohen Haltungsanforderungen zur Schliessung der restlichen drei Farmen führen wird – in Deutschland haben sich die Betreiber bislang nicht einmal an die minimalsten Vorgaben gehalten. Damit verringert sich die Zahl der Länder, in denen Pelzfarmen legal sind, kontinuierlich: In den letzten Jahren wurden Pelzfarmverbote in den Niederlanden, Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Tschechien beschlossen. Ein Pelzfarmverbot soll 2019 in Serbien in Kraft treten. Letztes Jahr gab der flämische Tierschutzminister bekannt, dass er ein Pelzfarmverbot in seiner Region fordern wird. In Ländern wie Österreich, Grossbritannien oder der Schweiz gibt es seit Jahren aufgrund von Verboten oder hohen Haltungsanforderungen keine Farmen mehr.

Die Anti-Fur Coalition in Bosnien und Herzegowina besteht aus mehr als 30 Tier- und Umweltschutzverbänden, die seit einigen Jahren für das Inkrafttreten des Pelzfarmverbots im Land arbeiten.

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