Waschbären sind keine Gefahr

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Indemini – Die Hypothese, dass der Waschbär durch Prädation lokale Bestände naturschutzfachlich relevanter Tierarten beeinträchtigen kann, konnte anhand der vorliegenden Ergebnisse aus dem Gebiet des Müritz Nationalparks nicht bestätigt werden.

Die Dissertation ist Teil eines mehrjährigen, integrierten Forschungsprojektes. Die Studie entlastet die Waschbären erneut von dem negativen Image, welches ihnen besonders von Hobby-Jägern fälschlicherweise aufgedrückt wurde. Es zeigt sich, dass es für die regelrechten Hetzkampagnen gegen diese intelligenten Tiere sowie für die intensive und grausame Bejagung keine wissenschaftliche Grundlage gibt. Der regelrechte Vernichtungsfeldzug der Hobby-Jäger mit ihrem Jägerlatein gegen die Waschbären wird einmal mehr ad absurdum geführt.

Berechnungen zur Höhe bzw. Relevanz der Prädation ergaben, dass die Wirbeltierspezies überwiegend in sehr geringen Mengen entnommen wurden und zu den Arten gehören, die im Untersuchungsgebiet eine hohe bzw. überdurchschnittlich hohe Abundanz aufweisen. Die meisten im Gebiet vorhandenen geschützten Arten gehörten nicht zum Beutspektrum der Waschbären. Auch in Zukunft ist im Müritz-Nationalpark aufgrund der dokumentierten Populationsstruktur (Population nahe der carrying capacity) und mangelnder Nahrungsspezialisierung nicht von einem negativen ökologischen Einfluss auszugehen. Die Resultate der Nahrungsanalysen sprechen für eine hochgradig opportunistische Nutzung der im Gebiet vorhandenen Nahrungsressourcen. Die Vermutung, dass der Einfluss des Waschbären auf einzelne Arten in einem anthropogen stärker beeinflussten Lebensraum aufgrund eines geringeren vorhandenen Angebots grösser ist, konnte ebenfalls nicht belegt werden. Das Nahrungsangebot in der Kulturlandschaft der nordostdeutschen Tiefebene stellt keine begrenzende Ressource für Waschbären dar.

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