Kanton Genf hat wieder Wildkatzen

Indemini – Nach der Ausrottung Ende des 19. Jahrhunderts haben sich im Kanton Genf erstmals wieder Wildkatzen angesiedelt. Mit Fotofallen konnten ein Dutzend Wildkatzen nachgewiesen werden, darunter auch ein Kätzchen.

Die in der Schweiz geschützte Art sei ein entfernter Verwandter der Hauskatzen, sagt Gottlieb Dandliker von Genfer Departement für Umwelt. Die letzten Nachweise von Wildkatzen im Kanton Genf gehen auf das Jahr 1887 zurück. Vor allem wegen ihres Felles, wurden sie damals ausgerottet.

So harmlos wie diskret war diese kleine Wildkatze aus dem Genfer Territorium verschwunden. Nach langer Abwesenheit wurden dieses Jahr mehrere verschiedene Tiere im Kanton Genf fotografiert.

In diesem Jahrhundert ist sogar eine Reproduktion dieses grossartigen Tieres im Kanton Genf bestätigt. chat_sylvestre_et_jeune„Wir arbeiten jeden Tag daran, den Menschen in Genf eine barrierefreie und abwechslungsreiche Natur zu bieten. Die Rückkehr der Wildkatze ist einer jener kleinen Siege, die den Erfolg unseres Handelns bezeugen: langsam, aber sicher, dank einer lebhaften Kampagne, wird die Fauna immer reicher“, kommentierte Herr Luc Barthassat, zuständiger Staatsrat für das Ministerium für Umwelt, Verkehr und Landwirtschaft.

Vor über 40 Jahren wurde im Kanton Genf die Hobby-Jagd abgeschafft. Seither geht es mit dem Naturschutz und der Biodiversität kontinuierlich voran.

chat_sauvage_queue_touffue

Erscheinungsbild

  • Männchen (Kater): 53 bis 68 cm, 3 bis 8 kg
  • Weibchen (Kätzin): 47 bis 65 cm, 2,4 bis 5 kg
  • Oberseite gelb-grau bis grau, mit 4 bis 6 schwarzen, vorn meist unterbrochenen Längsstreifen auf Kopf und Nacken und unterbrochenen Querbinden auf Rücken und Flanken
  • Bauchseite oft heller gelblich
  • Buschiger Schwanz mit 3 bis 4 schwarzen Ringen und schwarzer Spitze
  • Mit Hauskatze nur entfernt verwandt, auch wenn sie lange als deren Stammart gegolten hat
  • Gefahr der Verwechslung mit wildfarbenen Hauskatzen ist gross
  • Bedeutend grösser und kräftiger als Hauskatze
  • Unterscheidet sich auch durch stärkere Behaarung, grösseren Schnurrbart und einen wilderen Blick

Lebensraum

  • Typischer Waldbewohner
  • Die Wildkatze bevorzugt nicht zu hoch gelegene Südlagen mit viel Unterholz und Felspartien, die ihr Verstecke bieten, und weiträumige offene Flächen als Nahrungsgründe.

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Lebt in ganz Zentraleuropa, ausser in den Alpen
  • Zählt zur Familie der Katzen (Felidae) und zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora).

Nahrung

  • Beute: vor allem Kleinnager, bei Gelegenheit aber auch Vögel, Säuger bis Hasengrösse, Insekten und Amphibien
  • Aas nur in schweren Notzeiten

Sinnensleistung und Lautäusserung

  • Sehr stark ausgeprägte Sinne, wittert aber nur mässig
  • Miauen, Schnurren, Knurren (Drohlaut), heiseres Schreien (Paarungslaut), Fauchen

Fortpflanzung

  • Paarungszeit Februar/März
  • Nachts sind dann die Liebesklagen vor allem des Katers zu hören
  • Paarung verläuft ähnlich der, der Hauskatzen
  • Tragzeit 63 bis 69 Tage
  • Bringt im April/Mai etwa 2 bis 6 Jungtiere zur Welt, die 9 bis 11 Tage blind sind
  • Jungen werden in Reisighaufen, Erdbauen, Felsnischen und ähnlichen Verstecken geboren
  • Sobald Gefahr im Verzug ist, bringt die Kätzin ihre Jungen in einen anderen Schlupfwinkel
  • Der Kater kümmert sich vermutlich nicht um die Jungtiere
  • 4 Monate gesäugt, ab ca. 6. Woche auch fleischliche Zusatzkost
  • Mit 2 Monaten begleiten die Jungkatzen die Mutter auf die Jagd
  • Ab Herbst sind die Jungtiere selbständig und suchen sich ein eigenes Revier
  • Mit 10 Monaten geschlechtsreif

Lebensweise und Lebenserwartung

  • Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
  • Territorialer Einzelgänger
  • Streifgebiet der Kätzin kann bis zu 3.500 ha, das des Katers bis 5.500 ha gross sein
  • Reisst ihre Beute, indem sie lautlos durch das Gestrüpp schleicht und bei dem geringsten Geräusch bewegungslos verharrt, um dann mit einigen mächtigen Sätzen das Opfer niederzuziehen
  • Höchstalter in freier Wildbahn 12 bis 14 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 21 Jahre

Gefahren für die Wildkatze

  • Natürliche Feinde sind Luchs und Wolf, von jungen Wildkatzen auch Uhu, Steinadler, Habicht, Fuchs und Marder.
  • Hobby-Jäger
  • Hohe Verluste entstehen auch durch Verkehrsunfälle

Bestand

  • Früher in Mitteleuropa fast überall anzutreffen, aber durch intensive Bejagung fast ausgerottet worden
Werbeanzeigen

Da Sie hier sind…

Helfen Sie mit, die aktuellsten Nachrichten über Wildtiere, Naturschutz, Tierrechte, Psychologie, Wissenschaft, Hobby-Jagd usw. aus aller Welt zu publizieren, indem Sie in Betracht ziehen, eine Spende zu tätigen. Wir geben denen eine Stimme, die keine haben – die Wildtiere. Schon mit 1 Franken können Sie uns unterstützen. Es dauert nur eine Minute. Danke.

Teile unsere Artikel, folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

Jetzt Petitionen unterschreiben:

Hobby – Jäger in den Schulen? Nein Danke!

Seit geraumer Zeit ist zu beobachten, dass Hobby-Jäger in Kindergärten und Schulen eine sektenartige Image – Kampagne betreiben, mit dem Ziel, unsere tierliebenden Kinder an die grausame Hobby Jagd heranzuführen.

 

Schluss mit der Tierquälerei der Jäger

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung.

 

Kommentar verfassen