Ein Blick auf den Luchs

Der international ausgezeichnete Fotograf Laurent Geslin versucht das fast Unmögliche.

Für fast 10 Jahre verfolgt er den schwer aufzufindenden europäischen Luchs. Laurent lebt im Schweizer Juragebirge. Mitten im Lebensraum des grossen europäischen Beutegreifers. Sein preisgekröntes Buch „LYNX, regards croisés“ zeigt seine wunderbare Suche nach dem Europäischen Luchs in der Schweiz und in Frankreich.

„Nach dem Buch „LYNX, regards croisés“ arbeite ich nun an einem Dokumentarfilm über den Luchs in der Wildnis.“

Eine Vorschau auf das nun schon fast halbfertige Projekt findest Du hier:

Spezies in Gefahr

Bevor der Luchs durch die Jagd ausgerottet wurde, schweifte er durch grosse Teile Europas. Durch internationale Wiederansiedlungsprogramme entstanden in der Schweiz, Österreich und in Deutschland neue Populationen. NGO’s überwachen die Katzen mittels GPS-Halsband, verlieren aber trotzdem immer wieder Tiere durch illegale Abschüsse. Vor kurzem wurde der Luchs Alus in Deutschland tot aufgefunden. Seitens der Behörden bleibt eine Bestätigung über die Todesursache noch aus. Alus war Teil eines internationalen Wissenschaftsprojekts, welches über das Verhalten des Luchs Aufschluss geben soll. Auch in Frankreich sinkt die Anzahl der Luchse Jahr für Jahr.

Es gibt aber auch gute Neuigkeiten: In anderen Gebieten scheint der Luchsbestand stabil zu sein. Und Artenschützer in Grossbritannien debattieren sogar die Möglichkeit, den Luchs nach über tausendjähriger Abwesenheit wieder in England anzusiedeln. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Britannien rund 250 Luchse beherbergen könnte. Dies könnte ein natürlicher Weg sein, die Balance in der Flora und Fauna Englands wiederherzustellen, so wie das in anderen Ländern der Wolf macht. Momentan belastet die Überpopulation an Rotwild die britische Vegetation über alle Massen und die grosse Anzahl von Mardern gefährden die geschützten Auerhähne. Die Luchse würden somit zu Architekten den Natur, so wie es der Wolf auf dem europäischen Festland bereits ist.

Im Rahmen des Projekts «Luchsumsiedlung Nordostschweiz» (LUNO) wurde der Luchs ab dem Jahr 2001 unter anderem im Kanton St. Gallen wiederangesiedelt. Durch eine Reduktion des Reh- und Gamsbestandes wurde ein Rückgang des Wildverbisses in der Waldverjüngung angestrebt. Die Resultate zeigten signifikant reduzierte Abschuss- und Bestandesschätzungszahlen von Reh und Gams in den Jahren nach der Luchsansiedlung. Ein allfälliger Effekt des Luchses könnte kumulativ mit weiteren Faktoren wie anhaltender Bejagung, Witterung und Krankheiten (Gams) gewirkt haben. Innerhalb der Gamspopulation tangierte der Luchs wahrscheinlich vorwiegend den Waldgamsbestand, wobei vor und vermutlich auch während der Luchspräsenz andere kausale Ursachen für Bestandesrückgänge verantwortlich waren. Weiter lag ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen lokalen Abschusszahlen (als Indikator für Wildbestandesgrössen) und Verbissintensitäten vor, dies mit der Wildbestandesgrösse als einem von mehreren auf die Verbissintensität wirkenden Faktoren. Die Verbissintensität nahm bei der Weisstanne nach der Luchsansiedlung im Luchskerngebiet signifikant ab.

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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