Bär im Kanton Bern

Ein Bär ist am Freitagabend den 1.9.2017 im Gental im östlichen Berner Oberland gesichtet worden. Ob es sich bei dem Tier um jenen Bären handelt, der Anfang Juli am nicht weit entfernten Sustenhorn gesehen wurde, ist offen.

Der Bäre wurde mehrere Minuten lang beobachtet, wie der Kanton Bern am Montag mitteilte.

Ob sich der Bär weiterhin in der Region Oberhasli aufhält, ist nicht bekannt. Das Gental ist ein kaum besiedeltes Seitental des Gadmertals. Die Strasse durch das Gadmertal führt hinauf zum Sustenpass.

Im Kanton Bern gab es in den vergangenen Monaten bereits zwei Bärensichtungen: erstmals wurde das Berner Wappentier Ende Mai im Eriz oberhalb von Thun gesichtet, später am Sustenhorn oberhalb des Sustenpasses.

Es ist der erste Nachweis eines wilden Bären im Kanton Bern seit mehr als 190 Jahren. Letztmals sei ein wilder Bär 1823 im Saanenland gesehen worden.

Wahrscheinlich sehr scheu

Der Bär verhielt sich bisher völlig unauffällig, was laut den Kantonsbehörden darauf hindeutet, dass er sehr scheu ist. Die Wildhut des Kantons Bern arbeitet immer noch daran, die Identität des Bären zu klären. Bei ihm handelt es sich wahrscheinlich um ein junges, männliches Tier.

Bären seien in der Lage, innert kurzer Zeit grosse Distanzen zurückzulegen, schreiben die Behörden. Deshalb sei unklar, ob sich der Bär noch in der Region aufhalte.

Es sei offen, ob es sich beim gesichteten Tier um jenen Bären handle, der letztes Jahr mehrmals im Kanton Uri gesehen worden sei. Jagdinspektor Blatter wird mit der Aussage zitiert, die Existenz eines Bären im Kanton Bern bedeute eine Herausforderung. „Wir werden die Situation genau beobachten und so viele Fakten zusammentragen wie möglich“.

Graubünden – Uri – Bern?

Mindestens elf Bären sind seit 2005 immer wieder aus Norditalien in die Schweiz gewandert. Der „Blick“ taufte den ersten Bären 2005 „Lumpaz“, Lausbub. Das mediale Wohlwollen war damals gross gegenüber dem ersten Bären, der 100 Jahre nach der Ausrottung wieder über Schweizer Boden trottete.

Im vergangenen Jahr lebten vermutlich drei Bären im Kanton Graubünden. Einer geriet im Unterengadin vor einen Zug und wurde tödlich verletzt (Wild beim Wild informierte), einer machte sich im April im Oberengadin bemerkbar und einer wanderte Ende April via Rheinwald nach Thusis.

Dabei handelt es sich laut der bernischen Volkswirtschaftsdirektion wohl um einen Bär, der anschliessend via Trun in die Innerschweiz vordrang. Dort wurde er auf dem Hoch-Ybrig (Wild beim Wild informierte)  und im Kanton Uri registriert.

Der „Urner Bär“ hat in den letzten zwei Jahren auf Schweizer Boden gezeigt, wie unauffällig sich ein Bär in unserer dicht besiedelten Landschaft bewegen kann. Jagdinspektor Blatter hofft, dass sich der Bär im Kanton Bern so unauffällig verhält wie der „Urner Bär“.

Zu Bär Distanz halten

Wer in der freien Natur einem Bären begegnet, sollte Distanz halten, ruhig stehen bleiben und möglichst mit natürlichem Reden auf sich aufmerksam machen. „Versuchen Sie auf keinen Fall, sich dem Bären anzunähern„, schreibt der Kanton Bern.

Vielmehr gelte es, sich langsam zurückzuziehen, aber nicht zu rennen. Jede Bärenbeobachtung ist umgehend dem Wildhüter oder dem Jagdinspektorat zu melden.

Merkblatt – Der Bär ist ein Raubtier: Halten Sie Distanz


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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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