Karte Uri

Uri: Volksinitiative gegen Wolf, Bär und Luchs

In Uri gibt es breiten Unmut gegenüber Wolf, Bär und Luchs. Eine Initiative, die vom Kanton Vorschriften zum Schutz vor Grossraubtieren verlangt, ist am Mittwoch mit 3302 Unterschriften eingereicht worden. Nötig für das Zustandekommen sind 600 gültige Unterschriften.

Raphael Bissig, Geschäftsführer des Bauernverbandes Uri, bestätigte auf Anfrage eine Online-Meldung des „Urner Wochenblatt“. Das Initiativkomitee habe gehofft, dass es 2000 Unterschriften geben werde, sagte er. Mit dem Ergebnis sei man sehr zufrieden.

Die Volksinitiative verlangt, dass der Kanton Vorschriften zum Schutz vor Grossraubtieren und zur Beschränkung und Regulierung des Bestandes erlässt. Die Einfuhr und Freilassung von Grossraubtieren sowie die Förderung des Grossraubtierbestandes solle verboten sein.

Die Initiative war im März vom Bauernverband lanciert worden. Das Initiativkomitee ist breit abgestützt. Ihm gehören auch die Ständeräte Josef Dittli (FDP) und Isidor Baumann (CVP) sowie Nationalrat Beat Arnold (SVP) an und somit alle drei Urner in den eidgenössischen Räten.

„Zögerliche Regierung“

Nach Ansicht des Urner Bauernverbands handelt die Kantonsregierung zu zögerlich. Die Folgen, welche Grossraubtiere auf die Nutztierhaltung und den Wildbestand hätten, seien immer einschneidender geworden. Vor allem die Wolfsrisse hätten auf den Urner Alpen zu Problemen und kostspieligen Mehraufwendungen geführt. Der Luchs habe grossen Einfluss auf seine Hauptbeutetiere Gämse und Reh und habe deren Bestände vielerorts stark dezimiert.

Bereits bei der Lancierung der Initiative im März hatte der WWF Uri diese kritisiert. Das Vorgehen des Bauernverbandes verstosse in verschiedener Hinsicht gegen die Vernunft, gegen den schweizerischen Solidaritätsgedanken und gegen Treu und Glauben. So gebe der Initiativtext etwa vor, dass es Einfuhr und Freilassungen von Grossraubtieren gebe. Es gebe aber weder für Wölfe noch für Bären solche. Der Bauernverband hocke damit einer national orchestrierten Desinformation von Grossraubtiergegnern auf.

Der Urner Regierungsrat lehnt eine wolfsfreie Zonen ab und spricht sich für ein Nebeneinander von Raubtier und Alpwirtschaft aus. Alles andere käme einer Ausrottung des Wolfes gleich. Er will aber den Herdenschutz und das Wolfskonzept verbessern.

Nach 160 Jahren ohne Wolfspräsenz wurde 2016 ein Wolf auf einer zweiwöchigen Jagd erlegt. Diese Jagd auf den Wolf kostete den Steuerzahler 43’500 Franken (Wild beim Wild informierte).

Im Wallis war im Januar von Exponenten aus den Reihen von CVP und CSP Oberwallis eine ähnliche Initiative eingereicht worden. Mit dieser soll der Bestand an Grossraubtieren reguliert werden können. Der Kanton könnte selbst entscheiden, wie viele Wölfe oder Luchse in den Wäldern des Kantons für eine ausgeglichene Fauna geduldet werden. Das Ansinnen widerspricht allerdings der Berner Konvention. Diese schützt gewisse Wildtierarten wie den Wolf wegen ihrer geringen Anzahl.

Zahlen:

43 Millionen Franken investiert der Bund jährlich in die Schafhaltung. 830’000.– Franken stellt der Bund für den Herdenschutz zur Verfügung.

1.  Entschädigung: Einschätztabelle für Zuchtschafe

  • Für jedes Schaf, das vom Wolf gerissen wird, wird ein Bauer vom Bund entschädigt. Der Betrag liegt zwischen 200 Franken für ein Lamm und 2000 Franken für ein Zucht-Milchschaf.
  • „Für ausserordentlich wertvolle Zuchtwidder können in Ausnahmefällen Preise bis Fr. 3’000.– bezahlt werden“

2. Subventionen BAFU

Unterstützungsbeiträge für max. 3 Herdeschutzhunde/Bewirtschafter:

  • Einmalige Starthilfe für den Kauf von Fr. 500.–/ Hund
  • Pauschale: Fr. 1 000.–/Hund/Jahr für Unterhaltskosten.
  • Betreuungspauschale von Fr. 1000.–/2000.– für unbehirtete Alpen

Unterstützung für Zaunmaterial als Starthilfe im ersten Jahr:

  • Nachtpferche bei ständiger Behirtung
  • Elektrifizierung von LN-Flächen

Verschiedene Massnahmen:

  • Futterentschädigung von max. Fr. 3500.– für Alpen mit weniger als 30 Normalstössen grundsätzlich im ersten Schadensjahr im Falle einer Entalpung.
  • Unterstützungsbeitrag von Fr. 500.– pro nachgewiesenem Wolfsgangriff auf Alpen mit allen geeigneten Präventionsmassnahmen.
  • Rückerstattung der Transportkosten von Tierkadavern bei mehr als 10 toten Tieren durch einen Wolfsangriff.

3. Subventionen der BLW

Der Sömmerungsbeitrag wird ausgehend vom festgelegten Normalbesatz berechnet und beträgt:

a.) pro Normalstoss für Schafe, ausgenommen Milchschafe:

  • bei ständiger Behirtung 330 Franken
  • bei Umtriebsweiden 250 Franken
  • bei übrigen Weiden 120 Franken

b.) pro RGVE für gemolkene Kühe, Milchschafe und Milchziegen mit einer Sömmerungsdauer von 56–100 Tagen: 330 Franken;

c.) pro Normalstoss für die anderen RGVE: 330 Franken.

600’000.– Subventionen für die Schafswolle (2009)

Abkürzungen:

Normalstoss: Ein Normalstoss entspricht der Sömmerung einer RGVE während 100 Tagen.
RGVE: Raufutter verzehrende Nutztiere.

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CHF5.00

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

5 Kommentare

  1. Das größte Großraubtier überhaupt- nämlich der Nacktaffe, genannt Mensch, will also bestimmen wie viele andere Großraubtiere neben ihm , dem allmächtigen Herrscher, leben dürfen…einfach nur noch krank, man schämt sich ein Mensch zu sein, und möchte am liebsten beten „möge die Evolution den Fehler dieser zweibeinigen missgebildeten Kreatur schnellst möglich bereinigen bevor es zu spät ist und dieser rassistische Terminator alles andersartige Leben um sich herum vernichtet hat…..

  2. Ich finde das ganze Getue der Bauern und Schäfer einfach nur idiotisch!! HERDENSCHUTZ!! Basta!! Diese Tiere waren allesamt vor dem Menschen hier!! Sie mussten sich auch an uns gewöhnen, jetzt sollen und MÜSSEN wir uns endlich mal nicht immer nur nach uns richten, sondern nach den Wölfen, Luchsen und allen anderen Wildtieren!! So soll es sein! Wenn nicht, gibt es uns auch bald nicht mehr! Wir brauchen alle diese Tiere, um auf lange Zeit überleben zu können!! Das Ökosystem ist eh schon komplett aus den Fugen, lassen wir es die Tiere richten, diese können das zigmal besser als es der Mensch je konnte! Der Mensch hat immer alles nur zerstört, jetzt soll er sich endlich mal zurücknehmen, wenn er, resp. die folgenden Generationen in 100 Jahren noch leben wollen!!

  3. Die 43 Mio. find ich enorm hoch!!!! Wieso wird nicht mehr Geld in den herdenschutz investiert? Und dafür die Beträge für gerissene Herdentiere rigoros kürzen! Damit auch JEDER gezwungen ist, herdenschutz anzuwenden!!?

      1. Es ist ganz einfach!
        Wir Menschen müssen im Einklang und mit Respekt mit der Natur leben und die Wildtiere Akzeptieren die hier schon immer gelebt haben, und lernen damit zu Leben und es eher schützen, als es zu zerstören.
        Der Mensch schaut hier nur nach seinen eigenen Interessen, wir gehen her nehmen uns einfach das was wir wollen und sind nicht bereit nach Lösungen zu suchen. Es gibt Lösungen, aber die kosten die dadurch entstehen sind wir nicht bereit zu zahlen. Da fangen wir das Rechnen an und stellen fest, dass es zu teuer ist! Liebe Frau, den Schaden den wir in der Natur verursachen ist unbezahlbar .Es ist eine Schade wie argumentiert wird. Aber daran sieht man ja den Egoismus einiger Leute. Einige Wissen nicht oder wollen nicht verstehen wie ein Funktionierendes Ökosystem funktioniert und dazu gehören auch die Raubtiere und nicht nur die Kaninchen. Mal ganz neben bei, Wölfe und Bären meiden eher die Begegnung mit den Menschen, falls sie es noch nicht wissen sollten. Die Ausweisung von Wirtschaftlich/ Landwirtschaftlich betriebenen Regionen stellt ein großes Problem dar. Überall im Land sind Kühe, Schafe und Ziegen an zu treffen, vor allem auch in Gebieten wo man es nicht für möglich hält. Hier sollte man sich zurück halten und die Natur, Natur sein lassen und es eher Schützen, hier hat der Mensch nichts verloren. Ich finde die Diskussionen unerträglich! Verirrt sich hier mal nach 160 Jahren ein Wolf oder gar ein Bär, so wird es vom Menschen zum Problem gemacht. Was ist hier das eigentliche Problem ist? Wenn wir Rinder, Schaf oder Ziegen in den Alpen weiden lassen und dabei die Lebensräume der Tiere stören. Stürzt hier mal ein solches Tier ab, so bekommt der Landwirt eine entsprechende Entschädigung, die nicht unerheblich ist. Was ist hier anderes, wenn eines von einem Wildtier gerissen wird? Auch hier erhält der Landwirt seine Entschädigung .Dann auf einmal ist es ein Problem. Wissen sie, wir sind das Problem, nicht die Tiere. Wir nehmen Ihnen die Lebensgrundlagen und das ist in Ordnung?

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