Feuerwerkskörper sind für Tiere eine Tortur

Laut Bundesamt für Umwelt (BAFU) werden in der Schweiz jährlich mehr als zweitausend Tonnen Feuerwerkskörper verkauft. Doppelt so viel, wie noch vor 20 Jahren.

Nie ist die gesundheitsschädigende Feinstaub-Konzentration in der Luft höher, als am Nationalfeiertag. Die entzündeten Feuerwerkskörper verursachen jedes Jahr rund 360 Tonnen Feinstaub.

Immer mehr Menschen und Tiere fühlen sich von den Lärmemissionen, Feinstaub usw. gestört.

Schon Stunden vor den Feierlichkeiten wie Jahreswechsel oder Nationalfeiertage beginnen viele Feier-freudige mit der Knallerei. Neben dem für Tiere ohrenbetäubenden Lärm kann auch der Geruch von gezündeten Feuerwerkskörpern einen Fluchtinstinkt auslösen. Teilweise werden bei Feuerwerken sehr hohe Schalldruckspitzenwerte gemessen.

Dieser Lärm ist für die Betroffenen unerwünschter Schall, der sie psychisch, physisch oder sozial stört. Die Störung hängt sowohl von einem rein physikalischen Teil, dem Schall, als auch von der persönlich geprägten Wahrnehmung und Einstellung zur Lärmquelle ab. Währendem ein Teil der Bevölkerung sich über Feuerwerke freut, stellt das Knallen für andere eine Belästigung dar. Z. B. Flüchtlinge auch Kriegsgebieten.

Impulsartiger Lärm erschreckt neben dem Menschen ebenso Tiere. Als indirekte Folge können sich Unfälle ereignen, die auf unberechenbare Schreckreaktionen zurückzuführen sind. Zudem werden nach den Feuerwerken Haustiere oft tagelang vermisst.

Viele Tiere leiden während der Knallerei, weil sie ein viel sensibleres Gehör haben als der Mensch. Die Knallerei verursacht Schmerzen und oft übermässigen Stress und Panik, der besonders bei älteren Tieren bis zum Herzversagen führen kann. Haustierbesitzer sehen sich besser vor, denn Jahr für Jahr sterben deswegen Tiere. Ist ein Tier ungeschützt, riskiert der Halter, dass sich sein Hund danach verstärkt fürchtet und auch auf andere laute Geräusche sensibel reagiert.  Hat ein Hund keine Angst, ist das keine Garantie für immer. Dies kann sich rasch ändern, wenn der Hund einem überraschenden lauten Knall exponiert ist, oder mit zunehmendem Alter.

Prävention ist oft hilfreich

Während sich Katzen meistens instinktiv verkriechen, bereitet man für den Hund in einem ruhigen Raum einen Liegeplatz vor, an den er sich vorher gewöhnen soll. Dann heisst es Storen runter und Radio oder Fernseher an, sodass Musik den Feuerwerkslärm etwas unterdrückt. Für andere leidende Kleintiere wie Ziervögel gelten diese Vorkehrungen bei Feuerwerk ebenfalls. Ebenso reagieren viele Tiere auf homöopathische Mittel wie bestimmte Globuli, Hydrosole oder Bachblütentropfen. Das sollte jedoch schon vorher am Tier geprüft werden und mit einem Tierarzt abgesprochen sein.

Weil der Hund auf Stimmungen reagiert, bleiben die Menschen um ihn herum am besten gelassen. Sucht der Hund aber Schutz beim Menschen, so gewährt man ihm diesen. Langsames Streicheln oder leichte Massage können unterstützen. Ein Schutz suchendes Tier zu ignorieren, wie etwa geraten wird, ist falsch. Der verängstigte Hund soll aber nicht durch zusätzlich mitleidiges Verhalten verunsichert werden. Wichtig ist auch, Hunde nicht in ihrer Angst zu bestärken – verhalten Sie sich ruhig und strahlen Sie Gelassenheit aus, das vermittelt auch dem Vierbeiner Sicherheit. Wenn sich panikartige Angstzustände halten, hilft nur noch eines: Hund ins Auto und mit ihm für einige Stunden eine lärmsichere Tiefgarage oder Gegend aufsuchen.

Grundsätzlich schreckt jedes hör fähige (Wirbel-)Tier bei ungewohntem Knall auf und kann, je nach Abstand zur Lärmquelle, einer Gehörgefährdung wie beim Mensch ausgesetzt sein. Je nach Tierart und Lärmform (z. B. plötzlicher Knall), allenfalls in Kombination mit Leuchtformen (z. B. starkes Erhellen des Raumes bei Dunkelheit), sind Folgen wie die Erhöhung der Aufmerksamkeit und der Herzfrequenz, Ausweichbewegungen bis zu Aborten, panische Flucht mit gelegentlichen Todesfolgen und die Vertreibung ganzer Populationen nachgewiesen. Aufgrund vorstehender Ausführungen wird bei Feuerwerken empfohlen, vermehrt auf Leucht- statt Knalleffekte zu setzen, wenn es die Feuerwerke überhaupt braucht.

Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt mit Wunderkerzen spielen, denn sie versuchen zuweilen Tiere mit diesen zu „erschrecken“ – das kann zu Unfällen führen.

Pferde sind Fluchttiere, die bei Gefahr leicht in Panik geraten. Sie versuchen dann, Hindernisse wie zum Beispiel Stromzäune zu überwinden, die sie sonst meiden würden. Deshalb sollten sie in jedem Fall frühzeitig in einen sicheren Stall gebracht werden. Auch kommt es immer wieder vor, dass Menschen absichtlich Feuerwerkskörper in Ställe oder auf Tiere werfen. Deshalb sollte eine vertraute Person im Stall sein oder zumindest regelmässige Kontrollen durchführen, um solche Gefahren gar nicht erst Wirklichkeit werden zu lassen.

Auch Wildtiere werden – wenig überraschend – extrem durch Feuerwerkslärm gestört. Wildtiere werden dabei z. B. an negative Erfahrungen mit Jäger erinnert. Daher sollten keine Feuerwerke an Waldrändern, -lichtungen oder in Park – Naturanlagen angezündet werden. Messungen mit Radargeräten während dreier Jahre in den Niederlanden haben gezeigt, dass mehrere Tausend Vögel jeweils am Jahreswechsel kurz nach Mitternacht in grosse Höhen aufstiegen. Die Bewegungen dauerten mindestens 45 Minuten an, wobei hohe Vogelschwarmdichten in 500 m Höhe gemessen wurden. Die höchste Vogeldichte wurde über Wiesen und Feuchtbiotopen einschliesslich solchen in Naturreservaten registriert, in denen Wasservögel den Winter verbringen. Fluchtreaktionen bei Feuerwerksepisoden wurden, in geringerem Umfang, auch in der Schweiz beobachtet: nach dem Seenachtfest 1992 in Thun war der Bestand des Schwarzhalstauchers auf dem betroffenen Seeabschnitt stark zurückgegangen; die Vögel liessen sich in einem einige Hundert Meter entfernten Gebiet des Sees nieder. Etwa 7 Wochen nach der Episode nahmen die Schwarzhalstaucher wieder ihre normalen Aufenthaltsplätze ein. Von den anderen Arten verschwand ein Feld von ca. 400 Blässhühnern. Diese Gruppe wurde 1 km seeaufwärts vom Festort wieder gefunden. Rund 4 Wochen nach dem Fest zeigten sich die ersten Tiere wieder am Festort, an welchem sie ihre alten Liege- und Fressplätze neu bezogen.

Feuerwerke sollten gar nicht oder zurückhaltend eingesetzt werden und nicht bereits mehrere Tage vor dem Festtag abgebrannt werden.

Wer einen Beitrag zum Tier-, Natur- und Umweltschutz leisten möchte, sollte auf Raketen und Feuerwerkskörper ganz verzichten – das so gesparte Geld kann für sinnvollere Zwecke eingesetzt werden.

Tod im Scheiterhaufen

Jährlich verbrennen unzählige Lebewesen wie Igel, Blindschleicher, Salamander, Spitzmäuse und Kröten in den aufgeschichteten Holzhaufen. Der trockene Haufen bildet für manches Wildtier einen vermeintlich sicheren Unterschlupf. Am Abend des Nationalfeiertages blockiert jedoch die plötzliche Ansammlung von Menschen jeden Fluchtweg. Der Holzhaufen wird für die Tiere zum flammenden Inferno, dem sie nicht entrinnen können. Um das Einnisten von Kleintieren in den Holzstössen der Brauchtumsfeuer zu vermeiden, sollten diese kurzfristig (z. B. erst am Tag des Abbrennens) aufgeschichtet werden, steht in einem Merkblatt vom Schweizer Tierschutz (STS). Um grosse Feuer soll gleich zu Beginn der Holzaufstapelung ein Schutzzaun aufgestellt werden. Dieser ist rasch installiert und wird erst kurz vor dem Abbrennen, 1 bis 2 Stunden vorher, entfernt.

Medien:

«1.-AUGUST-ROWDIES HABEN MEIN PFERD AUF DEM GEWISSEN»

 

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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