Südafrika schlachtet Löwen aus

Umweltministerium gibt Export von Knochen von 800 Tieren pro Jahr frei.

Das südafrikanische Umweltministerium hat den Export von Skeletten von 800 Löwen pro Jahr genehmigt – und gefährdet damit wildlebende Großkatzen. Löwenknochen werden in der Traditionellen Asiatischen Medizin als Ersatz für die im Handel verbotenen Tigerknochen eingesetzt. Tierschützer sehen in dem zunehmenden Handel mit den Körperteilen eine Gefahr für die stark dezimierten Löwenbestände in Afrika.

Zwar sollen die Löwen angeblich aus Zuchtfarmen stammen, doch Kontrollen sind schwierig: „Die Begründung des Umweltministeriums, der Handel diene zur Arterhaltung, ist zynisch. Die Knochen gezüchteter Tiger dürfen beispielsweise schon lange nicht mehr gehandelt werden, gerade weil dadurch der illegale Handel befeuert wird. Wir befürchten, dass Knochen gewilderter Tiere in den lukrativen Handel eingeschmuggelt werden. In der Praxis ist es kaum möglich, nachzuvollziehen, woher die gehandelten Knochen kommen. Die Handelsquote öffnet der Wilderei auf Löwen, aber auch auf Tiger und Leoparden Tür und Tor “, erklärt Daniela Freyer von Pro Wildlife. „Immer wieder werden in Nationalparks und Gehegen gewilderte Löwen ohne Knochen oder mit fehlenden Körperteilen aufgefunden.“.

Die Löwenbestände in Afrika wurden in den letzten 21 Jahren fast um die Hälfte dezimiert, auf weniger als 20.000 Tiere. In West- und Zentralafrika sind sie vom Aussterben bedroht, in bis zu 16 Ländern ist der König der Tiere bereits ausgerottet. Gleichzeitig ist der internationale Handel mit Löwenknochen, Fellen und Trophäen seit 2007 explodiert. Hauptabsatzländer für die Skeletteile sind Laos, Vietnam, China und Thailand.

„Die Löwenknochen sollen aus Südafrikas umstrittenen Löwenfarmen stammen, in denen 6.000 bis 8.000 Löwen leben. Als Jungtiere werden sie als Touristenattraktion ausgebeutet. Schliesslich enden sie als Jagdtrophäen und Lieferanten von Knochen für vermeintliche Wundermittel in der asiatischen Medizin. Die jetzt festgesetzte Exportquote für Skelette von 800 Löwen gefährdet nicht nur die letzten wilden Löwen. Sie bedeutet auch einen Freifahrtschein für das Geschäft mit der Gatterjagd auf gezüchtete Löwen. Und sie heizt die Nachfrage nach Körperteilen vom Aussterben bedrohter Tierarten für vermeintliche Wunderheilmittel an“, so Freyer. „Die Regierung Südafrikas wollte das sogenannte „Canned hunting“ in der Vergangenheit verbieten – jetzt legitimiert und befeuert sie es.“

Hintergrund:

Löwen stehen als gefährdete Art auf der Roten Liste der IUCN. Sie sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) international geschützt. Der kommerzielle Handel ist jedoch möglich, wenn das Ausfuhrland eine Genehmigung erteilt, die bestätigt, dass der Handel legal und „nachhaltig“ ist. Auf der CITES-Artenschutzkonferenz im Oktober 2016 in Johannesburg setzten sich zahlreiche afrikanische Länder dafür ein, den Handel mit Löwen und ihren Körperteilen zu verbieten. Sie scheiterten am Widerstand Südafrikas, aber auch der EU. Stattdessen legte die Konferenz ein Exportverbot für Skeletteile fest – allerdings nur für Löwen aus freier Natur. Südafrika erhielt die Option, eine Exportquote für Löwen aus Zuchtfarmen fest zu setzen – gleichzeitig wurden jedoch Studien über den Handel mit Löwen, sowie Bestandsstudien gefordert. Diese wurden bisher nicht umgesetzt, Ergebnisse aus Südafrika sollen erst in drei Jahren vorliegen. Trotz mangelnder wissenschaftlicher Grundlage und massiver Einwände von Tier- und Naturschutzorganisationen legitimierte die Regierung von Südafrika jetzt den umstrittenen Handel mit Knochen von 800 Löwen pro Jahr.

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

Ein Kommentar

  1. Löwen, sowie andere Tiere müssen geschützt werden.
    Verbot von Export des Knochenhandels und Trophäenjagd.
    Finde es sehr traurig, dass die Regierung von Südafrika ein solches Reglement verfasst über 800 Löwen im Jahr zu töten, nur für den Kommerz und die Tiere wiedermal unnötig leiden und getötet werden.
    Hätte das Tier eine Religion, wäre der Mensch der Teufel.
    Die Natur brauchen wir, hingegen die Natur braucht uns nicht!!!
    Alles ausrotten bis wir uns selber ausrotten!

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