Jäger besser verstehen: Aggression

Menschen jagten Wildtiere seit Jahrtausenden hauptsächlich während klimatischen Notzeiten.

Im Laufe der Zeit hat sich jedoch die Begründung für die Jagd stark verändert. Jagdaktivitäten dienten früher als Mittel für Nahrung, Kleidung, wirtschaftliche Notwendigkeit, Vergnügen und als Ritual.

Die IG Wild beim Wild konzentriert sich insbesondere auf die Tierquälerei bei der Jagd als Hobby- oder Freizeitaktivität das, was zu einem zunehmend sehr umstrittenen Zeitvertreib geworden ist und von der Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr vorbehaltlos unterstützt wird.

Heute kann sich praktisch niemand mehr an positive Jagdvorfälle erinnern, die zum allergrössten Teil das Helferbild des Jägers untermauern.

„Einst war Jagd in der Öffentlichkeit selbstverständlich und hoch angesehen. Aber das ist schon über 100 Jahre her. Mit der rasch zunehmenden Urbanisierung der Menschen und mit dem Aufkommen des Tierschutzes vor einigen Jahrzehnten wurde die Jagd immer mehr in ein unerwünschtes, nicht mehr zeitgemässes Eck gedrängt. Die Bejagung und Nutzung der Wildtiere durch Jäger wurde als Stachel für den Tierschutz und auch den Naturschutz angesehen. Hätte man das Volk über die Existenz der Freizeitjagd, wie wir sie kennen, abstimmen lassen, so wäre sie zumindest in jenen Ländern, in denen die Stadtbevölkerung dominiert, längst abgeschafft worden“, schrieb Professor Friedrich Reimoser, Veterinärmedizinische Universität Wien, bereits vor 10 Jahren.

Alle zwei Wochen wird in der Schweiz eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Darüber wird kaum gesprochen. Wie viele Jäger da wohl beteiligt sind? Zahlen nicht nur aus Deutschland lassen nichts Gutes erahnen. Und wenn es in den Medien zum Thema wird, dann ist nicht die Rede von Mord, sondern von Familiendramen.

Damit wird suggeriert, dass die Frau eine Mitschuld an ihrem Tod hat. Dabei wurde sie getötet, weil ein Mann nicht akzeptieren wollte, dass seine Frau ihm nicht gehorcht. Doch darüber redet die Politik nicht. Das Parlament debattiert lieber über Wölfe, die ein paar Schafe gerissen haben.

Nicht nur unter Akademiker wird unlängst spekuliert und diagnostiziert, dass die heutige Jagd durch gewalttätige männliche Aggression und Unterdrückung motiviert werden kann, die von sozialer Aggression und räuberischen aggressiven Instinkten sowie anderen psychologischen Defiziten hergeleitet wird. Studien zeigen zudem konsequent, dass Jäger körperlich sowie verbal aggressiver und feindseliger sind als Nichtjäger. Jäger benützen sogar eine eigene primitive Sprache. Die Jägersprache ist sowohl für den Alltagsgebrauch als auch im wissenschaftlichen Kontext irrelevant. Es ist nichts anderes als eine Verschandelung der deutschen Sprache.

Die niederen Gefühle, die Menschen zum Töten veranlassen, sind beim Jäger entfesselt. Aggression kann verschiedene Formen haben. Meist wird sie ausgelöst durch negative Emotionen, zum Beispiel Furcht vor einer Bedrohung oder Hass. Menschen gehen dagegen vor, indem sie den Bedroher zurückweisen. Das ist die eine Seite. Die andere ist die sogenannte appetitive Gewalt. Es gibt Befunde, dass Menschen, die töten, sich nicht nur daran gewöhnen, sondern auch lernen, Lust dabei zu empfinden.

„Wenn man eine Weile getötet und gejagt hat, dann entstehen dabei positive Gefühle, auch bei ganz normalen Menschen“, sagt der Forscher Thomas Elbert.

Adrenalin, Cortisol und Endorphine werden ausgeschüttet. Schmerz wird unterdrückt. Es kommt zu einer Art Blutrausch. In die Jagd zu ziehen und zu töten, kann Spass machen, und zwar nicht nur, weil eine Beute oder ein Sieg in Aussicht steht. Zumindest bei vielen jungen Männern. Mit 16 oder 17 sind Jugendliche am verletzlichsten. Da verstehen die Männer noch nicht so genau, wie das Leben läuft. Je älter die Menschen werden, desto geringer ist die Gefahr, dieser Lust zu verfallen.

Die Jagd oder das Töten selbst ist der Lustgewinn. All die Entbehrungen und Gefahren einer Jagd werden belohnt mit der Ausschüttung von Botenstoffen, die im Gehirn das Belohnungszentrum aktivieren. Jagen wird zum aufregenden Vergnügen. Man tötet also grundlos. Nur einen Drang, der befriedigt werden muss. Bereits das Vorbereiten der Waffe weckt ein positives Gefühl. Das sind sogenannte appetitive Reize. Die haben wir in anderen Bereichen auch. Wenn eine Frau in die Nähe eines Mannes kommt, dann steigt bei ihm die Ausschüttung von körpereigenen Substanzen, welche die Belohnungszentren aktivieren. Waffen können einen ähnlichen Effekt haben. Daher sagen viele Kämpfer, die Waffe sei ihre Geliebte. Diese Erfahrung stecken später in einem drin wie in einem Suchtkranken. Und wenn Jäger keine andere Quellen von Lustgewinn habe, dann ist das sehr verführerisch und gefährlich.

Wir kennen diese appetitive Aggression auch im Sport und beim Spielen von Gewaltspielen am Computer. Aber eine funktionierende Gesellschaft regelt Aggression über gelernte Normen, erklärt Thomas Elbert weiter.

Männer sind gegenüber der Hobbyjagd viel positiver eingestellt als Frauen. Frauen sind in der Regel zu Tierschutz-bezogenen Bereichen und Berufe hingezogen. Geschädigte Männer hingegen begeistern sich mehr in Formen von Tiermissbrauch, wie Hundekämpfen, Jägereien, Stierkämpfen usw.

Immer wieder werden Menschen mit schweren psychischen Störungen von Jagdvereinen und Jagdgesellschaften mit offenen Armen empfangen. In deren leidigen Gesellschaft werden sie anschliessend unchristlich abgerichtet und mit Waffen geschmückt.

Sowohl der Serienmörder als auch der Jäger meint, an etwas wichtigem teilzuhaben. Auffallend häufig werden bei Serienkiller Gehirnanomalien festgestellt. Gewalt hinterlässt nach kurzer Zeit Spuren im Gehirn. Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern auffällig zurückgebildet oder gestört. Ist dieser zentrale Teil des Gehirns defekt, ist unter anderem das Ekelgefühl ausgeschaltet.

Kommt es beim erwachsenen Menschen zu Problemen in den Bereichen Aggressions- und Jagdverhalten, sind die Defizite meist in der mangelnden Erziehung, schlechter Gesellschaft oder unkontrollierten Trieben zu finden. Verhalten sich Erwachsene unangepasst aggressiv gegenüber Lebewesen oder haben ihr jagdliches Spektrum nicht unter Kontrolle, ist das Leben mit dem Jäger meist sehr anstrengend und von emotionalen Belastungen begleitet.

Liebe Leser, fragen Sie sich einmal folgendes:

Haben Sie schon einmal davon gehört, dass Feldhasen die wegen ihrer Seltenheit unter Artenschutz stehen, aber skurriler Weise trotzdem von den Jägern abgeballert werden, immense Schäden in der Natur anrichten?

Nein?

Dass Füchse massenhaft zur Strecke gebracht werden, obwohl sie wichtige Waldschützer und Gesundheitspolizisten sind, weil sie Wühlmäuse z. B. von Baumkeimlingen fernhalten?

Nein?

Dass Jäger die grössten Heulsusen sind, sobald die natürliche Regulation mit Fuchs, Luchs, Wolf und Co. irgendwo greift?

Nein?

Spätestens jetzt müsste Ihnen ein Licht aufgehen, was von dem ganzen Jägerlatein zu halten ist – nämlich gar nichts!

Jagd ist eine bizarres „Hobby“, bei dem es darum geht, Wildtiere auf eine unfaire Art und Weise umzubringen. Nicht mehr oder weniger. Mit grossem Eifer sorgen die zweibeinigen Hilfswölfe für ein ökologisches Ungleichgewicht.

Die tierquälerischen Treibjagden ermöglichen zudem keinen sauberen Schuss, häufig laufen die angeschossenen Tiere noch lange mit tödlichen oder sehr schmerzhaften Verletzungen herum. Nicht immer wird sauber nachgesucht und die dann erfolgte Tötung ist häufig grausam, wie das Schächten, also das betäubungslose Schlachten von Tieren.

Tiere die so einem Stress ausgesetzt sind, stossen grosse Mengen von Adrenalin und anderen Stoffen aus, die quasi eine Verwesung noch vor dem Tode auslösen. Das wäre auch mal ein Fall für den Verbraucher- und Konsumentenschutz, der sonst so hoch gehalten wird. In praktisch allen Kantonen in der Schweiz werden regelmässig Treibjagden durchgeführt. Man nennt sie meistens nur nicht mehr so. Heute lauten sie z. B. Bewegungsjagd, Gesellschaftsjagd, Drückjagd oder Sonderjagd. Das dabei gewonnene minderwertige Fleisch wird der Bevölkerung von diesen Hobbyjägern untergejubelt und Geld abgeluchst.

Wenn man unsinniger Weise heute noch glaubt, Tiere zu Ernährungszwecken jagen zu müssen, muss die Tötung unerlässlicherweise absolut angst- und schmerzfrei erfolgen. Andernfalls findet sich im Fleisch der Tiere eine übernormale Konzentration der für den Menschen schädlichen und krankheitserregenden Stresshormone neben den jederzeit nachweisbaren ebenfalls gesundheitsschädigenden chemisch- und pestizidischen Stoffe vom Futter oder Munition. Wildbret macht krank!

Natürlich reguliert sich der Tierbestand ohne Jagd in der Natur besser, als wenn kiloweise Blei in die Gegend geballert und nicht nur der Boden verseucht wird. Das zerschiessen von Sozialverbänden führt sogar zu einer Überpopulation viele Tierarten.

Naturschäden durch Wildtiere wären ohne Jagd wohl kaum höher, wenn man alle Arten im natürlichen Lebensraum in Ruhe lässt. So sind z. B. Rehe oder Hirsche keine Nachttiere und auch keine Waldtiere. Im Wald nehmen sie Rinde oder Zweige auf, aber dies ist nicht ihre natürliche Nahrung. Nur unter dem Jagddruck über Generationen hinweg sind Rehe und Hirsche nachtaktive Waldtiere geworden.

Die Hauptnahrung der Füchse sind Mäuse. Natürlich nehmen Füchse mal einen Bodenbrüter, aber noch nie hat eine Tierart eine andere ausgelöscht, wohl aber regelmässig Jäger. Füchse sind nicht die grossen Krankheitsüberträger. Die terrestische Tollwut ist ausgerottet. Die Chance sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren ist geringer, als dass einem ein Ziegel auf den Kopf fällt. Füchse sind normal monogam lebend und ihre Nachkommenschaft richtet sich nach der Ergiebigkeit des Lebensraumes. Wird wie wild gejagt und Sozialverbände zerschossen, machen Füchse unter Stress Wanderungen (was Krankheiten verbreiten hilft, wie damals die Tollwut) und es kommt zu erhöhten Geburtenraten. Dies ist auch Jägern sehr wohl bekannt, wird aber nicht akzeptiert. Man braucht ja ein Feindbild.

Wo Füchse stark bejagt werden, nehme die Mäuse auf den Feldern überhand und dem begegnen die Bauern, oftmals auch Jäger, mit teuren Giften, welche andere Tiere und Menschen schädigen.

Wie krank muss man sein, um als Jäger aus den Tierkadavern stolz eine „Strecke“ zu legen und sich mit diesen geifernd abzufotografieren? Oder gibt es etwas Grausameres, als sich Köpfe von seinen hinterhältig geschossenen Kadavern in das Wohnzimmer zu hängen, nur um aller Welt zu zeigen, was für ein armseliges, feiges Wesen man ist?

Jagd ist kein Naturschutz – der liebe Gott braucht keine sektenartige und militanten Erfüllungsgehilfen – der Teufel schon eher. Naturschutz geht anders. Die Jagd gehört, wenn überhaupt nötig, in die Hände von integren Persönlichkeiten wie Wildhüter. Leider ist die Jagd zu einem Gesellschaftsspiel verkommen, wo meiste die Alten Geschäfte machen und dem Alkohol zugesprochen wird. Das ist nicht nur für die Wildtiere gefährlich, sondern alle Mitmenschen, denn die Grünröcke sind brutale Waffenträger, die ihre Emotionen nicht immer unter Kontrolle haben. Unzählige Male im Jahr kommt es zu Jagdunfällen, Familiendramen, Tierquälereien, Tiermassaker usw.

Ja, die heutigen Jäger produzieren mehr Opfer menschlicher und nicht-menschlicher Natur als der IS, Rocker, Mafia usw. zusammen.

Der Staat muss das Gewaltmonopol wieder in die Hände kriegen. Momentan ist das fast unmöglich. Denn vielen PolitikerInnen ist diese unsinnige Lust der Jäger am Töten gar nicht bewusst. Es gibt jedoch keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis, dass es die heutige Jagd in der Form braucht.

Jeder Soldat wird ausgemustert, sobald sich herausstellt, dass er das Töten liebt. Weshalb ist das bei den Jägern nicht auch der Fall?

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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