Liechtenstein: Bibertötung im grossen Stil

Die Umweltorganisationen WWF und Pro Natura kritisieren den Umgang mit frei lebenden Bibern im Fürstentum Liechtenstein massiv.

Dass eine friedliche Koexistenz zwischen Bibern und Menschen auch in dicht besiedelten Gegenden möglich ist, beweisen andere Länder. Mit dieser Praxis hemmt das Fürstentum die natürliche Ausbreitung des Bibers auch im Schweizer Teil des Flusssystems Alpenrhein massiv.

Vor 200 Jahren verschwand der Biber aus der Schweiz – Jäger hatten ihn ausgerottet. Ab 1956 wurde er wieder angesiedelt. Seit 1962 steht der Nager unter Schutz. Heute leben rund 3000 Exemplare an Flüssen und Seen.

In Liechtenstein wurden in den letzten Jahren insgesamt rund zwei Dutzend Biber teils gefangen und getötet, teils direkt erschossen. Biber können vom Wasser her Dämme unterhöhlen. Dort, wo sich Murgänge ihren Weg ins Tal bahnen, können unterhöhlte Schutzwälle oder -dämme eine Gefahr für die Umgebung werden. Dies anerkennen auch die Umweltorganisationen in Liechtenstein und dem angrenzenden Kanton St. Gallen.

Der WWF St. Gallen und Pro Natura St. Gallen-Appenzell protestieren trotzdem aufs Schärfste gegen dieses Vorgehen, das fast schon an eine Massentötung herankommt. Dies aus folgenden Gründen: In den letzten Jahren wurde in der Schweiz bisher kein Biber durch Anordnung der Behörden abgeschossen. Dort, wo der Biber erheblichen Schaden anrichtete, etwa bei Dämmen und anderen sensiblen Stellen, wurden bauliche Massnahmen getroffen. So wurden beispielsweise Netzgitter installiert, die es den emsigen Naturarchitekten unmöglich machten, durchzudringen. Diese vorbeugenden Massnahmen sind sehr wichtig. Die zuständigen Behörden müssen mithelfen, damit ein Nebeneinander von Tier und Mensch möglich ist. Dies umso mehr, als vom Wirken des Bibers viele andere Tierarten profitieren.

Liechtenstein ist ein Unterzeichnerstaat der Berner Konvention, die auch den Biberschutz beinhaltet. Nach dieser Konvention ist es nur in Ausnahmefällen gestattet, geschützte Tiere zu töten. Bei der Liquidierung von so vielen Bibern kann nicht mehr von Ausnahmefällen, sondern muss von einer neuen Regel gesprochen werden. Liechtenstein hat es bisher versäumt, ein Biberkonzept auf die Beine zu stellen. Das Thema wurde in der Landesverwaltung offensichtlich weder vom Amt für Umwelt, noch vom Amt für Bevölkerungsschutz ernsthaft in Angriff genommen. Man hätte mit baulichen Massnahmen die Schutzwälle längst so befestigen können, dass die Tiere keine Schäden mehr anrichten können. Diese Befestigungen kosten Geld, doch diese sind für ein mitteleuropäisches Land absolut zumutbar. Aber abschiessen ist offensichtlich billiger, jedoch keine nachhaltige Lösung, denn es werden weiterhin Biber einwandern. Für die Umweltorganisationen ist dies ein abschreckendes Beispiel eines despektierlichen und unethischen Umgangs mit der Natur.

Auch im Süden Deutschlands, jenseits des Hochrheins, gerät der  Biber ins Visier der Jäger. Statt den Biber einfach nur abzuschiessen, will man ihn dort sogar essen. Der Abgeordnete Klaus Burger (CDU) hat dafür eigens ein Kochbuch geschrieben. Natürlich ist das eine Provokation. Doch Peter Hauk (CDU), der Minister für Ländlichen Raum in Baden-Württemberg, plant, den Nager tatsächlich zur Jagd freizugeben.

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

4 Kommentare

  1. Ein CDU-Abgeordneter hat ein Kochbuch bzgl. Biberfleisch geschrieben? Solch kranke Individuen sollte man umgehenst entsorgen.

  2. Jagen, Quälen, Töten 😠😠😠 Tiere wurden uns als Schutzbefohlene geschenkt und nicht ausgeliefert. Der Mensch ist hier das hirnlose Individuum!

  3. Abschießen abschießen was anderes fällt den Leuten wohl nicht ein Wie minder bemittelr doch solche Me n schenken sind die solche Entscheidungen treffen sind sie Gott das sie bestimmen dürfen welches Tier leben uns welches sterben muss???

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