Baujagdverbot im Kanton Thurgau greifbar nahe

Die Initiative «Verbot der Baujagd mit Hunden» ist offiziell zustande gekommen.

Somit wird es im Kanton Thurgau zu einer Volksabstimmung über das Verbot der umstrittenen Baujagd mit Hunden kommen.

Die Volksinitiative wurde am 2. März bei der Thurgauer Staatskanzlei eingereicht. Die Zählung der Unterschriften hat ein Total von 4512 gültigen Unterschriften ergeben, laut der Thurgauer Staatskanzlei.

Die Baujagd mit Hunden auf Fuchs und Dachs ist umstritten: Tierschützer halten sie für grausam, Jäger hingegen finden sie berechtigt. Der Bundesrat hat die Anforderungen für die Baujagd in der neuen Jagdverordnung 2012 verschärft, aber nicht verboten.

Grausam, unzeitgemäss – das Verdikt von Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauischen Tierschutzverbands TTSV und des Tierschutzvereins Bischofszell-Weinfelden und Umgebung, zur Baujagd ist hart. «Bei der Baujagd werden Füchse und Dachse durch scharfe Jagdhunde aus ihrem Bau getrieben. Die Jäger warten derweil vor dem Bau mit der Flinte auf die aufgeschreckten Tiere. Füchse und Dachse werden dabei einem wahnsinnigen Stress ausgesetzt – ich nenne das Tierquälerei», sagt Zepf.

Verbotene Tierkämpfe

Die Baujagd sei längst nicht mehr zeitgemäss und selbst unter Jägern umstritten, sagt der Tierschützer zu den Gründen für die Volksinitiative. Ein Hauptargument für das Verbot sei laut Zepf die Tatsache, dass Tierkämpfe in der Schweiz verboten seien. «Es kommt jedoch häufig vor, dass die Jagdhunde sich im Bau beim Kämpfen mit einem Fuchs oder Dachs verbeissen und sich gegenseitig erheblich verletzen. Ebenfalls werden die Hunde bei dieser Jagdmethode immer wieder aus Versehen beim Verlassen des Baus von den Jägern erschossen», erklärt Zepf.

Der Thurgauische Tierschutzverband fordert schon seit 2010 ein totales Verbot. Um Druck auf die Politik auszuüben, lancierten die Tierschützer im vergangenen Herbst eine Volksinitiative für ein kantonales Baujagdverbot (Wild beim Wild informierte).

Regierung für Verbot  

Auch der Thurgauer Regierungsrat will die Baujagd grundsätzlich verbieten, macht aber einen Kompromissvorschlag. Das Departement kann aus besonderen Gründen Ausnahmen bewilligen, heisst es in der Botschaft für eine Teilrevision des kantonalen Jagdgesetzes.

Was darunter zu verstehen ist, wird im Begleittext konkretisiert: ,Ausnahmesituationen können sich ergeben, wenn es aus Sicherheits- oder Schadengründen notwendig ist, Fuchsbauten zu verfüllen, wie zum Beispiel bei Bauten in Bahndämmen oder unterhöhlten Gebäuden.»

Written by Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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