Thun’s Schande: Das jährlich makabere Wiedersehen der Täter und Opfer

Bereits zum 83. Mal fand am 11.2.2017 die Bernische Trophäenausstellung Pelz- und Fellmarkt  in Thun statt.

Der Anlass ist mehrheitlich ein reines Jägertreffen, um sich an den Opfern der vergangenen Jahren zu ergötzen.

Wie heute noch die Buschmänner in den tropischen Urwäldern gerne ihre Schrumpfköpfe zur Schau stellen, finden auch Berner Jäger gefallen daran, in der Öffentlichkeit negativ mit dem bösartigen Trophäen-Kult aufzufallen.

Die normalen Stadtbesucher Thuns machen mehrheitlich einen Bogen um den stinkigen Anlass, laut dem OK-Präsident Fred Boner, der nächstes Jahr in dieser Funktion nicht mehr dabei sein wird. Die Kritik am Fellmarkt fand er in letzter Zeit zermürbend. Es ist unklar, ob die Ausstellung der Jäger in Zukunft überhaupt noch und an der gleichen Örtlichkeit stattfinden wird.

Bereits zum 3. Mal in Folge haben gut 100 AktivistInnen, den Waisenhausplatz in Thun besetzt und Unmut gegenüber der Jagd und gegenüber der Pelzproduktion kundgetan. Es wurde laut und friedlich für die Abschaffung der Jagd skandiert. Neben vielen anderen Tierarten leidet besonders der Fuchs stark unter der Zwangsbejagung. Füchse gelten in Jägerkreisen als Fressfeinde sogenanntes „Raubzeugs“. Dabei sind Füchse besonders wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Eine jagdliche Regulation auf gesunde Füchse ist völlig unnötig und kontraproduktiv, laut der Wissenschaft.

Der Fuchshass der Jäger hat seine Wurzeln vor allem in der Tatsache, dass diese Beutegreifer mit den Jägern um dieselben Beutetiere konkurrieren. Dabei wird konsequent ignoriert, dass Ökosystem und Nahrungskette ein komplexes Netz gegenseitiger Abhängigkeit formen, das – lässt man es in Ruhe – eigenständig für die Artenvielfalt und Populationsgrössen sorgt. So sichern Beutegreifer nicht zuletzt auch ihren Beutearten das Überleben, indem sie schwache und kranke Tiere zuerst erbeuten (diese sind am einfachsten zu erjagen) und somit Seuchenherde sofort eliminieren.

Jäger erfüllen diese Funktion nicht sie können nicht wie ein Fuchs einem Hasen usw. kurze Zeit nachsetzen, um festzustellen, ob dieser kränkelt. Abgesehen davon, liegt es auch gar nicht in der Absicht des Jägers, etwas Vergleichbares zu tun: Ihm geht es vielmehr um prächtige Trophäen, Fleisch,  Pelze und den blutigen sowie tierquälerischen und unmenschlichen Jagdspass.

Jagd reguliert die Fuchspopulation nicht. Jagd ist vielmehr ein unnötiger Störfaktor, der zu einer erhöhten Sterblichkeit führt, die jedoch im Rahmen der Reproduktion aufgefangen und kompensiert wird. Auch unter den aktuellen Umweltbedingungen in unserer mitteleuropäischen Kulturlandschaft ist die Jagd auf den Rotfuchs weder notwendig noch sinnvoll und nach dem Ergebnis ihrer jahrzehntelangen erfolglosen Durchführung zu urteilen, ist sie auch ganz offensichtlich kein geeignetes Mittel, um Probleme zu lösen.

Menschen tragen Kleider, Tiere tragen Pelz

Wenn die Menschen von dem Grauen wüssten, das diese Tiere erleiden, um einen haarigen Streifen Haut zu liefern, der getränkt ist in Chemikalien, um ihn vor der Verwesung zu bewahren, würde es ihnen die Kehle zuschnüren.

  • »Für die Tiere ist das Leben auf dieser Welt die Hölle, und ihre Teufel sind die Menschen. Himmelschreiende Ruchlosigkeit mit welcher der christliche Pöbel gegen Tiere verfährt, sie lachend tötet, verstümmelt oder martert« Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph
  • »Das Ziel der Jäger ist, die Zahl ihrer Opfer konstant hoch zu halten. Die Umwelt würde sich selbst optimal erhalten mit einem inneren Regelungsmechanismus, ohne dass der Mensch schießt. Ich sehe für die Jagd wirklich keine andere Funktion, als dass es ein Vergnügen ist. Die Jagd dient nur den Jägern.« Bruno Bassano (Nationalpark Gran Paradiso, Italien)
  • »Unter allen Lebensweisen ist das Jagdleben ohne Zweifel der gesitteten Verfassung am meisten zuwider; das Noachische Blutverbot scheint uranfänglich nichts anderes als das Verbot des Jägerlebens gewesen zu sein.« Immanuel Kant, deutscher Philosoph
  • Wir haben nicht zwei Herzen – eins für die Tiere und eins für die Menschen. In der Gewaltausübung gegenüber ersteren und der Gewaltausübung gegen letztere gibt es keinen anderen Unterschied als derjenige des Opfers.
    (Alphonse de Lamartine (1790-1869), französischer Poet und Politiker)
  • »Wer Tiere quält, ist unbeseelt, und Gottes guter Geist ihm fehlt. Mag noch so vornehm drein er schau`n, man sollte niemals ihm vertrauen.« Johann Wolfgang von Goethe (deutscher Dichter)
  • »Jene Menschen, die Freude verspüren am Töten, die da glauben, Prestige zu gewinnen durch eine Trophäe aus Fleisch, haben weder moralische noch intellektuelle Reife erlangt, um die Primitivität ihres Handelns zu erkennen.“«Saper, Neurologe/ Neurochirurg
  • »Nein, wir jagen, weil es uns Freude macht, und was wir Hege nennen, ist blanker Eigennutz, gelegentlich Fressneid. Wir wollen den Habicht nicht fangen, weil uns die armen Fasanen leid tun, weil wir ihnen das ewige Leben wünschen. Wir wollen Habicht, Wiesel, Fuchs und Co. nur ans Leder, weil wir deren Beuteanteile selbst schlagen und kröpfen wollen.« Bruno Hespeler (Fachjournalist u.a. für Zeitschrift „JÄGER“, Berufsjäger

Auch wenn Menschen die Jagen unterschiedliche Charaktereigenschaften haben, vereint die Jäger doch letztlich alle das gleiche Tun: Ein gewalttätiger Umgang mit friedliebenden Tieren oftmals nur als Spass, Freizeitvergnügen oder auch als Sport. Psychologen, Psychiater und Psychoanalytiker sprechen im Zusammenhang mit der Jagd von psychischen Störungen bei den Jägern, um etwas zu kompensieren.

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Tierfreunde,

    Mit grossemen Interesse habe ich Ihren Bericht gelesen und ich muss sagen, Sie sprechen mir aus der Seele. Auch ich bin absoluter Jagdgegner und oft habe ich das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen. Vor allem die erbarmungslose Jagd auf Füchse finde ich pervers. Zur Zeit läuft eine Petition gegen die Fuchsjagd in Deutschland zu der der Verein Wildtierschutz Deutschland aufgerufen hat.

    https://www.openpetition.de/petition/online/verbot-der-sinnlosen-fuchsjagd-nie-mehr-fuchswochen-im-kreis-giessen

    vielleicht könnten Sie in Ihrem nächsten Rundschreiben darauf hinweisen.

    Vielen Dank und schöne Grüsse

    Otto Einbecker

    Machen sie weiter so!

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