Kunterbunt

FDP stellt Krähenass-Suppe vor

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Endlich bekommen auch die Fleischfreunde von der FDP ihr liberales Menu.

Mehrere Jäger haben sich im Kanton Aargau zusammengetan und die erste Krähensuppe der FDP ermöglicht. Frei nach dem Motto: „Nachhaltigkeit in Form von Krähensuppe schlürfen“.

Die Krähenass-Suppe wurde von dem noch Grossrat und mediengierigen Jägerfreund Johannes Jenny, im Rahmen einer FDP-Wahlveranstaltung in Baden/AG der Bevölkerung verabreicht, wie die Aargauer Zeitung ausführlich dokumentiert. Pro Natura Aargau hat angeblich schon so viel für die Lebensräume der Krähen getan, dass man die Krähen jetzt auf Wunsch der Bauern abschiessen und nachhaltig in Suppen verwerten soll. Den Beutgreifern auch in den Wildtierstationen oder Zoo’s gönnt man die Krähen z. B. jedoch nicht.

Da immer mehr Menschen aus gesundheitlichen und ethischen Gründen auf Fleisch verzichten, muss man jetzt aggressiv mit noch mehr Kadaver-Variationen Gegensteuer gegeben? Zudem will man bewusst eine unethische Tat mit einer noch unethischeren Tat toppen. Schliesslich geht es den Hühnern in der Massentierhaltung auch nicht besser. Dass die Krähenjagd laut Experten langfristig nichts bringt und den Bauern sogar noch mehr Probleme verursachen kann, nimmt man dabei bewusst in kauf und wird von Johannes Jenny auch nicht bestritten.

Es gibt durchaus sinnvolle nicht letale Möglichkeiten, um Gemüse vor Krähen zu schützen. Man muss sich nur nicht bei den falschen Leuten informieren.

Der Jäger Rainer Klöti, Präsident vom Aargauer Jagdschutzverein bläst ins gleiche Horn und meint dem Sinn Jenny’s nach: „Wir wollen dieses einzigartige Suppenerlebnis nun wieder für bekennende Fleischliebhaber anbieten. Ich finde es grundsätzlich super, dass man Wildtiere welche man erlegt, der menschlichen Verdauung zuführt“.

Nur weil der FDP Politiker Johannes Jenny alles fressen will, muss man dann so einen primitiven FDP Wahlkampf führen? Wieso bleibt er mit seinen pseudoethischen und pseudowissenschaftlichen Verklärungen und Menüs nicht einfach bei seinen Gleichgesinnten – den Jägerinnen und Jäger?

Johannes Jenny hat 2 Gesichter, wobei er das Zivilisierte nicht mehr unter Kontrolle hat. Es scheint fast, als ob er an einer schweren Identitätskriese leidet. Hat er seine Aas-Suppe auch Kindern eingeflösst?

Verarbeitetes Wildfleisch ist wie Zigaretten, Asbest, Plutonium oder Arsen krebserregend, erklärt dazu die Weltgesundheitsorganisation WHO. 50 Gramm Fleisch = 18 Prozent höheres Krebsrisiko, ist das Fazit eines 22-köpfigen Expertenteam aus zehn Ländern welches über 800 Studien die einen Zusammenhang zwischen mehr als einem Dutzend verschiedener Krebsarten und Fleischkonsum dokumentieren. Es gebe genug Belege in Bezug auf Darmkrebs, berichten Experten im Fachblatt “Lancet Oncology” der zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörenden Behörde. Zudem sei ein Zusammenhang mit Magenkrebs beobachtet worden.

„Die Rezeptur ist sehr simpel. Die Zubereitung eigentlich auch“, so der FDP Politiker Johannes Jenny weiter. Erste Geschmackstests hätten bereits für begeisterte Reaktionen bei seinen Parteifreunden gesorgt. Diese können bei den Zutaten – je nach Vorliebe – zwischen blutig, medium und durch wählen. Karotten geben die nötige Konsistenz und sorgen für eine angenehm geflügelige Note im Abgang.

Weitere Wildtier-Suppen sollen konsequenterweise folgen. Derzeit feilt Johannes Jenny vermutlich schon an einer reinen Tauben-Suppe (Haustaube-Turkentaube-Ringeltaube) für die Vermarktung. Doch auch ausgefallenere Geschmacksrichtungen wie Marder-Maus-Fuchs-Suppe oder ein Bisamratte-Schwan Smoothie für die warme Jahreszeit sind jetzt in seinem potenziellen Portfolio.

Vorerst will sich Johannes Jenny auf die Vermarktung fertiger Suppen im Kanton Aargau konzentrieren. Langfristig arbeitet man wohl jedoch bereits an einer Fleischbox, die nach der Jagd an Abonnenten ausgeliefert wird. Mit den darin enthaltenen rohen Kadavern kann sich dann jeder im Nu seine eigenen, frischen Aas-Suppen zusammenmixen.

Eigentlich wollte Johannes Jenny schon letztes Jahr nachhaltig Katzen-Gulasch der Bevölkerung unterjubeln. Die Regierung im Kanton Aargau konnte den schrägen Vogel aber zurückpfeifen, denn streunende Büsis gehören nicht zum Auftrag der Jäger. Der Aargauer Regierungsrat hielt nichts von den Forderungen des FDP-Grossrats Johannes Jenny. Mit seinem Vorstoss, wildernde Katzen müssten geschossen und die Jagdverordnung entsprechend angepasst werden, sorgte Johannes Jenny erneut für Aufregung weit über die Parteigrenze hinaus.

Der FDP Politiker ist als Geschäftsführer von Pro Natura Aargau von Berufs wegen für Landschafts- und Umweltschutz ein lobbyierende Grossrat. Johannes Jenny ist jedoch keineswegs der „umweltfreundlichste“ Kandidat, er rangiert diesbezüglich auf Platz 10 aller FDP-Kandidaten bei den diesjährigen Wahlen vom 23. Oktober 2016 im Kanton Aargau. Auf der Skala von 0 bis 10 liegt der Wert für die „grünste“ FDP-Vertreterin, Elisabeth Weirich aus Zurzach, bei 7,9. Der für Pro-Natura-Mann Jenny liegt bei 5,7.

Eigentlich ein guter Grund, den Geier bei einem guten Glas Wein abzuwählen, indem man ihn auf keine Liste setzt.

Aus Sicht des gesunden Menschenverstandes empfehlen wir (Wildtierschutz Schweiz, Verein zum Schutz der bedrohten Wildtiere und Wild beim Wild) allen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Kanton Aargau Herrn Johannes Jenny von der FDP nicht mehr in ein Amt mit ganzheitlicher Verantwortung zu wählen bzw. den FDP Politiker Johannes Jenny am 23. Oktober aus der Politik abzuwählen.

Johannes Jenny
Johannes Jenny FDP

 

Unterschreiben Sie die Petition: Wir sagen NEIN zur Rabenkrähenjagd im Kanton Aargau

Broschüre: Erfolgreiches Krähenmanagement