Studie zeigt: Wolfsabschüsse führen oft zu mehr Rissen von Nutztieren

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Das Töten von Raubtieren führt fast in der Hälfte der Fälle zu mehr Nutztierschäden als zuvor.

 

Ganz anders sehen die Ergebnisse bei Methoden wie dem Herdenschutz aus: In 80 Prozent der untersuchten Fälle wurden deutlich weniger Nutztiere gerissen. Zu diesem Schluss kommt eine am Donnerstag im Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’ erschienene Studie.

Weltweit sehen viele Behörden, Jäger und Nutztierhalter den Abschuss von Raubtieren als einfachste Lösung, um Schäden an Nutztieren zu vermeiden. Doch damit werden meistens mehr Probleme geschaffen, wie die Studie im Fachjournal ‘Frontiers in Ecology and the Environment’ zeigt.

Die Studie, welche auf einer umfassenden internationalen Datengrundlage basiert, zieht klare Schlüsse:

  • Tödliche Methoden (wie zum Beispiel die Jagd, Giftköder und die Fallenjagd) sind keine Lösung für die Probleme von Nutztierhaltern, sondern verschärfen im Gegenteil oft die vorhandenen Probleme: Nur in 29 Prozent der untersuchten Fälle kann ein minimaler und nur kurzfristiger Rückgang der Übergriffe auf Nutztiere erzielt werden. Bei 43 Prozent wurden hingegen mehr Nutztierschäden als vor der Tötung festgestellt.
  • Nicht-tödliche Methoden (zum Beispiel der Einsatz von Herdenschutzhunden oder visuellen Abschreckungen wie Flatterbänder) sind hingegen wirksam. In 80 Prozent der untersuchten Fälle nahmen die Nutztierschäden deutlich ab.

Aufgrund des heutigen Wissenstands empfehlen die Forscher daher, auf das Töten von Raubtieren zur Schadensvermeidung zu verzichten.

Für die Studie hat ein internationales Forschungsteam systematisch die Resultate und die Aussagekraft von verschiedenen Studien in Amerika und Europa unter die Lupe genommen. Auch Resultate aus Afrika und Asien bestätigen die Befunde.

Relevanz für Schweizer Jagdgesetzrevision:

Die Ergebnisse der Studie sind auch relevant für die Schweiz. Der Bundesrat hat am 24. August die Vernehmlassung für die Revision des Jagdgesetzes eröffnet (Wild beim Wild informierte). Gemäss Gesetzesvorschlag sollen Wölfe bald präventiv geschossen werden dürfen, um Nutztierschäden zu vermeiden. Bei den Grossraubtieren im grenzübergreifenden Alpenraum handelt es sich aber um Tierarten, deren Bestände stark gefährdet sind. Schon deshalb sind präventive Abschüsse fragwürdig.

Gabor von Bethlenfalvy, Grossraubtierexperte beim WWF Schweiz sagt:  «Es ist erschreckend, wie wenig Gehör die Politik praktischen Erfahrungen und Studien schenkt, und sich stattdessen vom Druck von Einzelinteressen leiten lässt».

Gerade beim Wolf bedeuten Bestandes-Dezimierungen in der Praxis unspezifische Abschüsse – die Gefahr ist gross, dass dabei Tiere getötet werden, die für die Familienstruktur und die Nahrungsbeschaffung wichtig sind.  Gabor von Bethlenfalvy fügt hinzu: «Das Risiko, die Situation für die betroffenen Nutztierhalter zu verschlimmern statt sie zu verbessern ist zu gross. Der beste Schutz für die Nutztiere in einer Wolfsregion ist der Herdenschutz und eine stabile Wolfs-Familienstruktur».

Quelle: Treves, A., Krofel, M., McManus, J. (equal co-authors) 2016 Predator control should not be a shot in the dark. Frontiers in Ecology and the Environment (September issue).

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Schluss mit der Tierquälerei der Jäger

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung.

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1 Kommentar

  1. Wieso ist der Jäger-Filz beim Durchsetzen seiner plumpen Eigen-Interessen meistens erfolgreicher als sämtlichste Stimmen der Vernunft? Das ist doch zum verzweifeln, wieso sitzen in den Entscheidungsgremien immer nur Jäger und deren Sympathisanten? Das muss sich ändern-solche Entscheidungsträger gehören abgewählt.

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