FOTOFALLE

Kanton Wallis verbietet Fotofallen für die Jagd

Der Kanton Wallis verbietet den Jägern künftig, Fotofallen in den Wäldern aufzustellen.

Vor allem junge Jäger versuchten dadurch, sich die Jagd zu erleichtern. Der Kantonale Walliser Jägerverband zeigt sich zufrieden.

Im Wallis ist es keine Seltenheit mehr, an Bäumen im Wald plötzlich eine Fotokamera zu entdecken. „Seit ungefähr fünf Jahren sieht man immer mehr davon“, sagte Benoît Martinet, Vorstandsmitglied des Kantonalen Walliser Jägerverbands.

Allerdings würden diese nicht nur von den Jägern benutzt. Angesichts dieser Entwicklung hatte sich eine Jagdgesellschaft aus dem Mittelwallis an den Kantonalen Jägerverband gewandt, der sich für ein Verbot der Fotofallen während der Jagd aussprach.

Die Walliser Regierung kam diesem Anliegen nun nach, wie aus einer Medienmitteilung vom Donnerstag zum Jagdgesetz hervorgeht. Künftig sind Fotoapparate mitsamt Bewegungsmelder und automatischem Auslöser verboten. Wer dagegen verstösst, riskiert eine Ordnungsbusse.

Gewisse Jäger – vor allem Junge – benutzten diese in Verbindung mit ihren Smartphones, um Informationen zum Verhalten der Tiere zu erhalten und sich damit die Jagd zu erleichtern. Das zeuge jedoch von einem Mangel an Ethik und Anstand, sagte Benoît Martinet.

Probleme mit Datenschutz

Zudem könnten Privatpersonen, die im Wald unterwegs sind, ohne ihr Wissen aufgenommen werden. Davor warnte der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte bereits 2012. So ist es Privatpersonen verboten, Kameras im öffentlichen Raum aufzustellen, mit deren Bilder Personen identifiziert werden können.

Dem Chef der Walliser Dienststelle für Jagd und Fischerei, Peter Scheibler, sind keine anderen Kantone bekannt, die ein Verbot von Fotofallen bereits in einem Reglement verankert hätten. Er wäre nicht erstaunt, wenn der Bund in der nächsten Revision der Bundesverordnung über die Jagd nachziehen würde.

Weitere Änderungen betreffen die Organisation der Jagdaufsicht, klarere technische Vorschriften zur Einrichtung von Jagdposten, die Ausbildung und den Einsatz von Schweisshunden zur konsequenten Nachsuche von angeschossenem Wild und die Bewilligung des Magazins bei den Jagdgewehren.

Bei der Gämsbejagung waren die Jäger in den letzten 10 Jahren dazu angehalten, hauptsächlich geringe Exemplare aus der Altersklasse der Jungtiere sowie nicht mehr fortpflanzungsfähige Tiere zu erlegen. Diese Bejagungsart, welche von den Jägern gut umgesetzt wurde, basiert auf dem Prinzip der kompensatorischen Sterblichkeit. Sie führte zu befriedigenden Ergebnissen, was sich in den jährlichen Bestandeserfassungen und Abschussstatistiken zeigt. Darum wird an den bisherigen Bestimmungen auch für das Jagdjahr 2016 festgehalten. Da das geltende Bejagungsmodell an der Generalversammlung des KWJV in Frage gestellt wurde, wird es nun noch einmal überprüft. Eine Arbeitsgruppe, in der auch der KWJV und die Dianas vertreten sein werden, wird damit beauftragt, allenfalls erforderliche und sinnvolle Anpassungen vorzuschlagen. Diese könnten ab 2017 durch einen Staatsratsentscheid umgesetzt werden. Für das Goms, wo sich die Gesamtlage der Gämse als prekär erweist, wird die Bejagung dieser Wildart erheblich eingeschränkt. Hingegen werden die Jagdrechte auf dem ganzen Kantonsgebiet erweitert, wobei die Inhaber eines entsprechenden Patents während der Hochjagd eine zweite Rehgeiss und in Teilgebieten von Banngebieten einen geringen Spiesser schiessen dürfen; ausserdem wurde die Jagd auf Rehkitze während der Niederjagd auf 6 Tage verlängert.

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Written by Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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