Kieler Landtag schliesst „Jagd-Bordell“ der Familie von Bismarck

Änderung des Naturschutzgesetzes im Sinne der Tierrechte.

Im November 2015 stellte PETA wegen des illegalen Betriebs zweier Jagdgatter im schleswig-holsteinischen Sachsenwald Strafanzeige gegen die Familie von Bismarck. Derartige Jagdanlagen sind in Schleswig-Holstein bereits seit 1999 verboten, denn die lebensverachtende Praxis widerspricht der Weidgerechtigkeit und dem Tierschutzgesetz. Der Familie wurde eine Übergangsfrist von 15 Jahren gewährt, um die Gatter bis Oktober 2014 zu schließen. Diese wollte die Areale allerdings auch ein Jahr nach Fristablauf nicht aufgeben – sie argumentiert mit dem sogenannten Gewohnheitsrecht. Nun beschloss der Kieler Landtag eine Änderung des Naturschutzgesetztes, wonach in Schleswig-Holstein nicht mehr innerhalb von Gattern gejagt werden darf – also auch die Bismarcks in ihren Arealen keine Jagden mehr veranstalten dürfen. Dazu kommentiert Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA:

„Wir begrüßen es sehr, dass der Kieler Landtag der Familie Bismarck nun endgültig die Jagden in ihren Jagdgattern untersagt. Bei dem tierschutzwidrigen Jagdtreiben in den eingezäunten Arealen dienen die Tiere den Jägern als lebendige Zielscheibe. Mit dem Ziel, möglichst viele Tiere zu töten, sind sie so Schauplätze für das blutige Hobby einiger weniger Menschen, die mehr Geld als Moral besitzen. Das Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen – auch nicht unter dem Deckmantel der Tradition. Da die Familie Bismarck laut geltendem Recht die Gatter bereits 2014 hätte schließen müssen, erwartet PETA, dass nun auch die Justiz handelt und den rechtswidrigen Betrieb der Gatter strafrechtlich ahndet.“

Das Verfahren gegen die Familie Bismarck läuft derzeit durch die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Lübeck (AZ: 780 Js 48459 / 15). In Jagdgattern werden Wildtiere wie Rehe, Wildschweine und Hirsche gehalten, um sie dann für Hobbyjäger zum Abschuss freizugeben. In den abgegrenzten Arealen finden entweder sogenannte Gesellschaftsjagden statt oder es werden einzelne Tiere vermögenden Jägern zum „Abschuss mit Erfolgsgarantie“ bereitgestellt. Diese Jagdpraktik widerspricht der Weidgerechtigkeit sowie dem Tierschutzgesetz in eklatanter Weise.

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

4 Kommentare

  1. Gewohnheitsrecht????? Ja – im Mittelalter war die Jagd das ALLEINIGE Privileg und Vergnügen der adeligen Grossgrundbesitzer.
    Im Mitelalter hatten die Adeligen auch noch andere Privilegien. Wie zum Beispiel das „Ius primae noctis“.
    Aber in der Zwischenzeit haben sich die Verhältnisse gravierend geändert und es gibt schon längst keine recht- und besitzlosen Leibeigenen mehr.
    Und niemand würde auf die Idee kommen, „Ius primae noctis“, Hexenverbrennungen, und anderes mittelalterliches „Brauchtum“ mit traditionellem Gewohnheitsrecht als zeitgemäss zu rechtfertigen.

  2. Das Gesicht des Grafen von Bismark spricht Bände…so dämlich wie der dreinschaut so dämlich ist der auch in Wirklichkeit.
    Das sind doch alles Psychopathen die täglich mehr und mehr verblöden…hoffentlich werden sie eines Tages ebenfalls in eine Umzäunung gesteckt und fein säuberlich mit Zielfernrohr und Schalldämpfer versteht sich ganz gemütlich und mit Hochgenuss abgeknallt…PFUI DAIBEL !!!

  3. Gewohnheitsrecht…..das ist Mord, das Argument schreit zum Himmel! Sollen sie anfangen Billard zu spielen oder sonst irgend etwas, sollen Shoppen gehen oder Gemeinnützigkeit unterstützen. Schämt euch Familie Bismarck!

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