Menschenrechte

Jagd und Menschenrechte

Die Jagd in der Schweiz wird kantonal und eidgenössisch geregelt.

Immer weniger Naturfreunde, Spaziergänger, Reiter, Mountainbiker usw. lassen es sich gefallen, wenn sie von Jägern angepöbelt, ja sogar bedroht werden. Tierfreunde und normale Bürger haben kein Verständnis, wenn Jäger geliebten Haus- und Wildtieren zum Spass das Lebenslicht ausblasen.

Warum Jäger in der Schweiz Feldhasen abschlachten, obwohl sie auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen, versteht auch niemand. 99,7 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben eine sinnvollere Freizeitbeschäftigung in der Natur gefunden, als mitfühlende Tiere in Sozialverbänden totschiessen – Angst und Schrecken in der Natur zu verbreiten.

Als Spaziergänger sieht man im Jagd-freien Genf regelmässig Wildtiere, wie der Feldhase, rumhoppeln. Nie war die Biodiversität grösser, als nach der Vertreibung der Jäger 1974. In diesem Kanton in der Romandie werden nach Jahrzehnten Jagdverbot auch keine Feldhasen geschossen. Die Natur reguliert sich selber. Bezüglich des Kleinwildes zählt die Hasendichte im Kanton Genf zu den Schweizer Spitzenreitern. Zudem ist Genf einer der letzten Bastionen für Wildkaninchen und Rebhühnern auf Schweizer Boden. Genf leistet sich professionelle Umwelthüter, welche sich für die Anliegen der Wildtiere einsetzt. Dies kostet den Steuerzahler nicht einmal einen Kaffee pro Jahr und alle profitieren davon.

Die Jagd ist für einen gesunden Naturhaushalt keinesfalls erforderlich. Im Gegenteil: Anhand von Fallbeispielen jagdfreier Gebiete im In- und Ausland zeigt sich, dass Jäger die belebte Natur sogar schädigen und schänden.

Das Töte eines Tieres ist etwas Ernstes und sollte wirklich nur im äussersten Notfall in Frage kommen, was heute offensichtlich nicht der Fall ist. Wir haben Nahrung im Überfluss. Somit ist die moderne Jagd etwas unredliches, ehrloses, heuchlerisches und betrügerisches. Intuitiv weiss der normale Mensch, dass das Töten von Tieren nicht richtig ist. Auf unterbewusste Weise muss er gegen seine Natur gehen, um ein Tier zu verzehren. Dabei ist Fleisch ungesund und macht krank – Bluthochdruck, Demenz, Arteriosklerose, Kopfschmerzen, Krebsanfälligkeit, Hautkrankheiten, Allergien, Rheuma und viele andere Zivilisationskrankheiten können die Folgen sein.

Die Jagd seit Jahrzehnten im Wildtiermanagement in der Schweiz versagt und hinterlässt jährlich gleichwohl Millionen an Schäden für die Landwirtschaft, Forst, Weinbau, Strassenverkehr, Artenschutz, Biodiversität usw. Jäger sind die wahren Naturschädlinge, schlimmer als der Borkenkäfer. Deshalb werden die Jäger heute auch als die grüne Pest bezeichnet. Insbesondere die Fuchsjagd dient nur einem Zweck: Schiesspass für Fehlgeleitete. Jäger verseuchen mit ihrer bleihaltigen Munition unsere Umwelt. Das Wohl der Wildtiere liegt Jägern sogar laut Umfragen nicht am Herzen, sondern Eigeninteressen sind an erster Stelle.

Die Jagd ist meist wirkungslos und kontraproduktiv. Sogar Steuerzahler müssen für das Hobby der Freizeitjäger aufkommen. Jagd löst nicht die Ursache des Problems, sondern ist Teil und Verursacher des Problems. Die von Jägern häufig geäusserte Behauptung, sie könnten durch den Abschuss von Tieren deren Populationen nachhaltig regulieren, ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht falsch, sie dezimieren nur.

Nicht einmal einen festgelegten Sicherheitsabstand zu Siedlungsgebieten gibt es für organisierte Jagdveranstaltungen. Im Gegenteil: „Jede Gemeinde ist ein Jagdrevier. Wenn sich eine Jagdgesellschaft darum bewirbt, muss die Gemeinde das Revier auch verpachten“, sagt Ignaz Bloch, Leiter des Baselbieter Veterinär-, Jagd- und Fischereiwesens.

Das Siedlungsgebiet gehört mit zum Revier. Jäger dürfen also praktisch bis vor dem Haus ihrem blutigen Hobby frönen und tun dies auch. Opfer dieser hässlichen Tätigkeiten sind auch Kinder, welche Zeugen von Barbarei werden. Schockierenden Aussagen der Bevölkerung gibt es in regelmässigen Abständen in den Medien. Menschen werden gefährdet. Die Feuerwehr fordert auch unmittelbar um Siedlungen keine Waldflächen, aus Brandschutzgründen.

In der Schweiz werden jedes Jahr zehntausende in aller Regel völlig gesunde Wildtiere auf oftmals grausame Weise und aus Spass getötet. Sozialverbände der Tiere werden ins Chaos gestürzt und enormes Leid verursacht. Hier erkennt man, dass das „edle Weidwerk“ einer der grössten Schauplätze der Tierquälerei ist und direkt vor unserer Haustüre stattfindet.

Die Jagd bringt keine Lösung, sondern nur eine Verschlimmerung des Problems, weil durch das Jagen viele Tiere immer in einen Lebensraum hineingetrieben werden, in den sie eigentlich nicht wollen. Zudem ist erwiesen, dass hoher Jagddruck die Geburtenrate in die Höhe treibt.

Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 29. April 1999 in einem an Frankreich gerichteten Urteil festgestellt, dass die Zwangsmitgliedschaft von Grundeigentümern in Jagdvereinigungen gegen die europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten verstößt (EGMR Urteil vom 29. April 1999 – Gesuche 25088/94, 28331/95, 28443/95 – Chassagnou u.a. ./. Frankreich, NJW 1999, S. 3695).

Frankreich, Luxemburg und Portugal zogen nach diesem eindeutigen Richterspruch umgehend Konsequenzen, indem dort  Wald- und Grundbesitzer ihre Flächen aus einem Jagdrevier herausnehmen können, wenn sie aus ethischen Gründen Vorbehalte haben. In den meisten anderen europäischen Ländern wie Belgien, Finnland, Dänemark, Niederlande, Großbritannien oder Spanien gibt es überhaupt keine Zwangsmitgliedschaft in Jagdvereinigungen.

Missachtet die Schweiz indes diese Menschenrechte der Einwohner grossflächig, durch die zwangsweise Eingliederung in die sogenannten Jagdveranstaltungen bis vor die eigene Haustüre?

Immer mehr Schweizer haben kein Gefallen an diesem Unrecht. Auch SP-Einwohnerrat Markus Huber aus Reinach missfällt aktuell die Situation, aufgrund schlechter Erfahrung mit den Jäger und fordert einen Mindestabstand von 200 Metern zu Siedlungen, für die er sich eventuell auf kantonaler oder eidgenössischer Ebene einsetzen wird.

In unserem Nachbarland Frankreich ist es möglich, dass Grundstückseigentümer an der Grundstücksgrenze Schilder aufstellen: „Privateigentum – Jagen verboten“. Denn Jagen kann gegen die Menschenrechte verstossen, wenn Grundstückseigentümer dazu verpflichtet werden, Jagdveranstaltungen zwangsweise beizutreten und die Jagd auf ihren Grundstücken zu dulden, obwohl die Jagd ihrer eigenen Überzeugung widerspricht. In der Schweiz ist dies noch nicht möglich!

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte Ende Juni 2012 erneut geurteilt im Fall “Herrmann gegen die Bundesrepublik Deutschland”, dass Grundstückseigentümer die Jagd auf ihrem Gelände nicht uneingeschränkt dulden müssen.

Besitzer von Wald und Ackerland müssen künftig keine Jagd mehr auf ihren Grundstücken dulden. Das Bundeskabinett verabschiedete am 19.12.2012 in Berlin einen Gesetzentwurf, der eine entsprechende Änderung des Jagdrechts vorsieht. Die Bundesregierung setzt damit ein Urteil des europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) aus dem Juni um.

Sollte ausnahmsweise ein Abschuss von Wildtieren in Siedlungen in der Schweiz erforderlich sein, reichen hierfür die Befugnisse des Wildhüters oder Polizei völlig aus.

Jagdleidenschaft ist kein Auftrag der Gesellschaft und kann es auch nicht sein.

Wer schon einmal gesehen hat, wie atemlose Wildtiere im tiefen Schnee von der hässlichen Fratze der Jagd gehetzt werden, vergisst dies vermutlich nie mehr.

Bei der brutalen Hetze mit Absprachen via Handys und Anfahrten mit Autos wird die Sonderjagd schnell zu einer illegalen Treibjagd im Schnee, weil die amtlichen Jagdplaner versagt haben. Die Sonderjagd stört und versprengt alle Wildtiere, auch aus den Wintereinständen.

Die allgemeinen Grundsätze des Tierschutzes werden auch im Rahmen der Sonderjagd missachtet. Darunter fällt insbesondere Art. 4 Abs. 2 TSchG, wonach Tieren keine ungerechtfertigten Schmerzen, Leiden, Schäden oder Ängste zugefügt werden dürfen und ihre Würde nicht missachtet werden darf.

Unter dem Deckmantel der ‚Naturverbundenheit‘ verursacht Jagen unermessliches Tierleid – beispielsweise werden jedes Jahr unzählige Tiere durch Fehlschüsse getroffen und sterben oftmals einen langsamen und qualvollen Tod.

Agierten in anderen Gesellschaftsbereiche Regulatoren so barbarisch und dilettantisch wie die Jäger, wären sie längst im Strafvollzug.

Wildtiere brauchen Ruhe, Reserven für den Winter und keine Jäger, Jagddruck und Hetze in dieser Jahreszeit. Jäger stören mit ihren Schiessereien alle Wildtierarten. Rehe und Hir­sche sind nor­ma­ler­weise tages­ak­tive Tiere, wel­che man zutrau­lich in den unbe­jag­ten Gebie­ten auf den Wie­sen sieht, genauso wie andere Weidetiere: Schafe, Ziegen und Kühe.

Die Jagd bringt den Wildtieren psychisches Leid, Angst, Schrecken und Terror vor dem Abschuss ist ein Leben lang ihr Begleiter. Daraus resultiert ein extrem mit Angsthormonen angereichertes, ungesundes Wildbret, nicht selten auch durch die Bleimunition verseucht. Die bei der Jagd zumeist verwendeten Bleischrote und Jagdgeschosse hinterlassen im Wildbret Bleifragmente. Die Geschosse verformen oder zerlegen sich beim Aufprall, Bleipartikel und feinste Bleisplitter lösen sich und dringen tief in das Fleisch ein. Diese zusätzliche Belastung durch die unzähligen Tonnen Blei welche die Jäger beim Schiessen in der Natur zurücklassen, ist reiner Ökoterror. Blei ist ein giftiges Schwermetall. Es wirkt sich beim Menschen höchst negativ auf den Blutkreislauf aus und kann akute oder chronische Vergiftungen hervorrufen, auch nach dem Konsum von Wildbret. Doch Bleimunition ist nicht nur für Menschen schädlich, es ist auch eine besonders grausame Form der Jagd. Verletzte Tiere leiden nebst ihren Wunden an einer langsamen Vergiftung durch die Bleimunition. Solche Munition gehört in der Schweiz verboten. Länder wie Finnland, Dänemark und den Niederlanden praktizieren dies seit Jahren.

Jagd zwingt die Weidetiere Hirsch und Reh zum unnatürlichen Einstehen im Wald zur Deckung sowie Versteck und fördert unnötigerweise den Waldverbiss, da die Tiere in ihnen unbekannten Einständen getrieben werden. Durch die Jäger werden einige Wildtiere widernatürlich in den schützenden Wäldern parkiert, um sie anschliessend als Schädlinge zu titulieren.

Die Jagd hat grundsätzlich versagt, und die Behörden erzwingen mit der Sonderjagd eine degenerierte und unmoralische Jägereinstellung. Normale Menschen sind zu so etwas gar nicht fähig. Eine blutige, tierverachtende Einnahmequelle ist die Sonderjagd. Während der „regulären“ Jagd im Herbst ist der Abschuss von Jung- und Muttertieren usw. verboten, unethisch und wird gebüsst, aber auf der Sonderjagd ausdrücklich erwünscht. Das Wort nachhaltig wird von den Jägern missbraucht, um Unrecht zu legitimieren.

Seit Jahrzehnten versuchen die Jäger die Wildtierpopulation zu regulieren, was ihnen bis heute auf eine zivilisierte Art und Weise nicht gelungen ist. Jäger sind meist behandlungsresistent gegen tierschützerische Alternativen.

In der Schweiz ist die Jagd – mit Ausnahme des Kantons Genf – eine blutige Einnahmequelle für den Staat.

Da sich die Menschen immer mehr in Gebiete ausdehnen, wo Wildtiere heimisch sind, wäre der Idealzustand, dass man die Tiere respektiert und sich nicht in die natürlichen Faktoren der Bestandesregulierung einmischt. Da Jäger aber dieser Respekt fehlt, ist die militante Form und Waffengewalt heute die Realität. Jagd ist immer eine Form von Krieg.

Eine nachhaltige Populationskontrolle ist gefragt, um das Abschiessen von Tiere zu verhindern. Eine einfache und preiswerte Möglichkeit ist bei Bedarf die Geburtenkontrolle wie die Immunokontrazeption.

Die Auswüchse des unethischen Jägerdaseins werden immer bestialischer und abstruser. Neuerdings gibt es regelmässig Sonderjagden oder erweitertes Bambischiessen in der Schweiz, weil den Jägern die Kompetenz fehlt, Wildtierpopulationen nachhaltig zu regulieren – die selbstverursachten Probleme ihrer schlechten Wissenschaft und Müllbiologie im Wildtiermanagement längst über den Kopf gewachsen sind.

In der Schweiz nimmt die Zahl der Jäger zum Glück kontinuierlich ab. Waren es im Jahr 2008 noch 32’135 gingen 2013 nur noch 29’585 in ihrer Freizeit Tiere morden. Im Schnitt verabschieden sich 500 Hobbyjäger pro Jahr. 177 Wildhüter (83 mit Diplom und 94 ohne Diplom sowie 1529 Jagdaufseher ohne Diplom) soll die wilde Horde unter anderem kontrollieren.

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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