Schweizer Luchse werden nach Deutschland umgesiedelt

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In Rheinland-Pfalz laufen die Vorbereitungen für die Wiederansiedlung des Luchses.

Wildökologen haben mit ihren Partnern in der Schweiz und der Slowakei geklärt, wie alles ablaufen soll. Von dort sollen die Tiere kommen – allerdings nicht vor April.

Fachlich sei alles geklärt, sagte Projektleiterin Sylvia Idelberger von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Mit den Partnern in der Schweiz und der Slowakei, die vor Ort für den Fang der Tiere zuständig sind, habe man sich auf ein gemeinsames Vorgehen bei der Wiederansiedlung verständigt. Die ersten „Pinselohren“ werden allerdings nicht vor April erwartet.

Luchs

In einem Abkommen wird zum Beispiel geregelt, ab wann der Fang losgeht und welche Tiere geeignet sind. Auch die Transportbedingungen, die erforderlichen Genehmigungen und tierärztlichen Untersuchungen sowie die Klärung von Zuständigkeiten sind Thema des Papiers. Bei der Entwicklung der Vereinbarung wurde auf die jahrzehntelange Erfahrung der Organisation Kora zurückgegriffen, die in der Schweiz für Erforschung und Monitoring der Luchse zuständig ist.

Bis im Frühling 2018 solle der letzte der bis zu zehn Luchse aus dem Schweizer Jura nach Deutschland gebracht werden.

Ursprünglich hätte mehreren Grosskatzen im vergangenen Winter zunächst ein Senderhalsband angelegt werden sollen, um das Einfangen zu erleichtern. Wegen Personalmangels sei das aber nicht möglich gewesen, sagte Bundesrätin Leuthard.

Der Fang selbst soll im März beginnen und höchstens bis Ende April dauern. „Das hängt damit zusammen, dass die Tiere sich dann in der Paarungszeit befinden und die Weibchen ihre vorjährigen Jungen verlassen“, sagte Biologin Idelberger. Nach dem Fang kommen die Pinselohren zunächst vier Wochen in Quarantäne, bevor sie nach Deutschland gebracht werden. „Es ist also nicht vor April mit den ersten Tieren zu rechnen“, erklärte Idelberger.

Die Wildökologen wollen zunächst mindestens ein Pärchen zur gleichen Zeit ansiedeln – damit die Tiere potenzielle Partner finden. Idelberger wies darauf hin, dass sich bislang sechs sogenannte Luchspaten gefunden haben, die Fang, Quarantäne und Transport pro Tier mit 10 000 Euro unterstützen. Damit seien die Patenschaften für den Projektbeginn vergeben. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren 20 Luchse aus der Schweiz und der Slowakei im Pfälzerwald angesiedelt werden. Die Tiere selbst kosten nichts.

Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 2,75 Millionen Euro. Von den Kosten trägt die EU die Hälfte, das Umweltministerium in Mainz etwa 400 000 Euro. Beteiligt sind unter anderem auch der WWF und die Deutsche Wildtierstiftung. Das Projekt wird von zahlreichen Aktionen begleitet, mit denen die Öffentlichkeit informiert und die verschiedenen Interessensgruppen eingebunden werden sollen. Ausserdem soll es eine Untersuchung zu der Frage geben, wie gross das touristische Potenzial ist, das sich durch die Wiederansiedlung ergibt.

Der Pfälzerwald ist eines der grössten zusammenhängenden Waldgebiete in Deutschland. Zusammen mit den Nordvogesen in Frankreich bildet er ein Biosphärenreservat. Eine Luchspopulation gibt es dort nicht. Vereinzelte Tiere wurden jedoch nachgewiesen, zum letzten Mal im Jahr 2009. Die Auswilderung soll wissenschaftlich begleitet werden.

Luchs-Projekt in Österreich „auf der Kippe“

Im Fall eines in den Kalkalpen illegal abgeschossenen Luchsmännchens hat das Oberlandesgericht Linz die verantwortliche Jägerin (64) zwar am Mittwoch rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt, den Schadenersatzanspruch des Nationalparks Kalkalpen in der Höhe von 12.100 Euro aber nicht anerkannt und die Naturschützer auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

Der Nationalpark beharrt allerdings auf der Zahlung und will der Jägerin einen Betrag von 12.500 Euro in Rechnung stellen, sagt der Leiter des Nationalparks, Erich Mayrhofer. „Durch derartige illegale Übergriffe ist der Natur und uns als Nationalpark ein großer Schaden entstanden, besonders weil es sich um keine Einzelfälle handelt“, sagt Mayrhofer. Er erwartet „weitere Ermittlungen und Gerichtsverfahren“. Sei die verurteilte Jägerin zu keiner Zahlung bereit, werde man eine gerichtliche Klage einbringen.

Der Nationalpark-Chef erinnert daran, dass seit 2009 insgesamt sechs Luchsmännchen spurlos verschwunden seien. Die Luchs-population rund um den Nationalpark habe früher aus 15 dokumentierten Tieren bestanden. Nun gebe es von keinem der Männchen mehr ein Lebenszeichen.

„Es ist unser gesetzlicher Auftrag, den Luchsbestand aufzubauen und zu erhalten.“ Ohne die Männchen stehe das Wiederansiedelungsprojekt allerdings „auf der Kippe“, sagt Mayrhofer. „Wir wollen daher noch vor der kommenden Paarungszeit heuer im März und April ein Luchsmännchen in der Schweiz einfangen und im Nationalparkgebiet wieder auswildern.“ Das sei ein aufwendiges Projekt, das bis zu 15.000 Euro koste, so Mayrhofer. Bei dem im Frühjahr abgeschossenen Luchsmännchen „B7“ handelte es sich um den Nachwuchs von ausgewilderten Luchsen. Das Gericht entschied am Mittwoch, dass ein Vermögensschaden für die Nationalpark GmbH nicht eingetreten sei, wenn ein Tier in freier Wildbahn ums Leben komme. Im Zusammenhang mit zwei weiteren möglicherweise getöteten Luchsmännchen ermittelt weiterhin die Staatsanwaltschaft Steyr.

„Es sind bei uns weitere Verfahren anhängig“, sagt Behördenleiter Guido Mairunteregg. Bisher sei allen Hinweisen dazu nachgegangen worden, die Ermittlungen hätten aber noch keine Ergebnisse gebracht, um das Verfahren erledigen zu können. „Wir wissen noch nicht, wer verantwortlich ist.“

Einige der verschwundenen Tiere haben einen GPS-Peilsender getragen. Die Bewegungsprofile dieser Luchse wurden zwar von der Kriminalpolizei ausgewertet. „Der Verbleib der Luchse Klaus, Pankraz, Juro und Jago ist demnach noch immer ungeklärt“, heißt es in einem Zwischenbericht der Kripo.

Luchse in Österreich

Der eurasische Luchs ist eines der größten Landraubtiere in Europa. Luchse gehen in der Dämmerung bzw. in der Nacht auf die Jagd und ernähren sich von kleinen Säugetieren und Vögeln.

Durch den Verlust des natürlichen Lebensraums und Bejagung beträgt die Population in Österreich nur noch 20 bis 25 Exemplare.

In Oberösterreich darf der Luchs faktisch nicht gejagt werden, weil die Tiere ganzjährig unter Schonung stehen.

In einer Reichweite von 100 bis 150 Kilometern rund um den Nationalpark Kalkalpen lebten bisher 15 Tiere. Seit 2009 seien allerdings sechs Luchsmännchen spurlos verschwunden.

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Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung.

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