Bleimunition

Jagd ist kein Wildtiermanagement

Jagd stellt immer ein katastrophales Versagen wissenschaftlichen Könnens und Vorstellungsvermögens dar.

Jagen um Bestände zu dezimieren, ist historische gesehen keine Jagd, sondern terroristischer Zooizid. Das heutige Morden von Tieren durch den modernen Jäger resultiert hauptsächlich aus Habsucht, Gewinnsucht, Genuss, Gleichgültigkeit und Geringschätzung von dem Schicksal der Tiere gegenüber. Die richtigen Jäger der Naturvölker würden so etwas niemals gutheissen.

Würden Jäger von Tier- und Naturschützer nicht immer wieder aufs Neue geschult, gäbe es in der Praxis beim jägerischen Unsinn keine Obergrenze.

In manchen Gebieten ist heute fast jeder fünfte Absolvent des Jagdscheins eine Frau. Viele Frauen möchten einfach nur mehr über die Natur erfahren und wenden sich dabei an die degenerierten Tierkiller. Mit einer Waffe auf Tiere zu schiessen, wollen und können später viele gar nicht. Die Jägerprüfung ist für andere der einfachste Weg, legal und verschleiert an eine Waffe zu kommen.

Nur wo Wildtiere bejagt und die Familien- sowie Sozialstrukturen zerstört werden, versagt die eigene Populationskontrolle. In dem Durcheinander in der die Natur nach jahrzehntelanger Hege und Pflege der Jäger ist, sind z. B. junge Wildschweine die im Frühjahr geboren wurden, im Herbst schon selbst wieder trächtig.

Bei Wildschweine etwa pflanzt sich dort, wo natürliche Familien sich entwickeln können, in der Regel nur das Alpha-Weibchen (Leitbache) einer Rotte fort. Das begrenzt die unkontrollierte Vermehrung durch mehrere Weibchen in der Rotte und stellt sicher, dass nicht mehr Wildschweine im Revier leben, als sich dort ernähren können.

Wildschweine sind sehr nützlich für den Wald, sie wühlen den Boden um und vergraben dadurch Eicheln, Bucheckern und andere Sämerein die einer natürlichen Verjüngung dienen.

Auch bei vielen Nagetieren wie Mäusen und Ratten, die in sozialen Gemeinschaften leben, steuern dominante Weibchen über Geruchsstoffe im Urin, sogenannte Pheromone, die Fortpflanzung der übrigen Weibchen und sorgen dafür, dass es durch zu starke Reproduktion nicht zur Überbevölkerung kommt. Wo Ratten und Mäuse massiv bekämpft werden, kommt es zur Massenvermehrung, wenn die soziale Geburtenkontrolle versagt.

Über Pheromone steuern auch Insektenstaaten wie Bienen, Wespen oder Ameisen ihre Völker, ohne dass diese von Fressfeinden begrenzt werden müssen.

Die Wildschweinjagd ist bei Jägern hoch im Kurs, Wildschweine seien ein „spannendes Wild“. Und auch die Vermarktung sei ordentlich.

Viele Jäger schwören auf Bleimunition als optimale Geschosse, um Tiere schnell und „tierschutzgerecht“ zu erlegen. Doch das Material belastet die Umwelt und tötet unbeabsichtigt.

Jedes Jahr sterben unzählige Enten, Schwäne, Gänse, Greifvögel und Aasfresser durch Bleimunition – aber nicht, weil sie damit geschossen werden, sondern weil sie Bleikügelchen und -splitter mit Nahrung verwechseln und sich dadurch vergiften. Dazu kommen hunderttausende weitere Tiere, die ausserhalb der Jagdzeit davon kontaminiert und schwer in ihren Körperfunktionen beeinträchtigt werden oder sterben: Blei ist ein Nervengift, das die Reaktionsfähigkeit und Denkleistung erheblich mindert. Bleischrot ist mittlerweile die wichtigste Quelle, die dieses Schwermetall in die Umwelt einträgt.

Bleipartikel gelangen auf verschiedenen Wegen während der Jagd in die Natur – etwa durch Fehlschüsse oder wenn Jäger den Schusskanal aus den erlegten Tieren schneiden und zurücklassen. Viele Wasservögel halten die Kügelchen für Nahrung und fressen sie, so dass sich das Schwermetall im Körper anreichern kann. Schon geringe Mengen können jedoch die Wahrnehmung trüben und Nervenschäden verursachen. Neben Enten und Co vergiften sich auch Aasfresser und Beutegreifer damit, wenn sie kontaminiertes Fleisch schlucken, das beispielsweise von Tieren stammt, die bei der Jagd verwundet wurden, oder Überreste von erlegtem, aber unsachgemäss entsorgtem Wild vertilgen. Bleikontamination ist zum Beispiel die wichtigste nicht natürliche Todesursache von Seeadlern in Deutschland: Die Greifvögel nehmen das Schwermetall über Aas und verletzte Wasservögel auf.

Viele Länder haben deshalb bereits die Jagd mit Bleimunition an Gewässern verboten. Angesichts der toxischen Wirkung fordern Naturschützer ein generelles Verbot, doch wehren sich viele Jäger dagegen: Kupfer- oder Stahlgeschosse hätten eine schlechtere Tötungswirkung, weshalb Tiere stärker litten beziehungsweise verletzt entkommen können. Zudem sei die Gefahr durch Querschläger erhöht, weil sich diese Geschosse nicht so leicht verformen wie Bleikugeln und daher eher von Bäumen abprallen können. Forscher haben dies allerdings bereits auf Grundlage von tausenden Abschussberichten geprüft und keine signifikanten Unterschiede zur Bleimunition festgestellt.

Jagd ist kein Wildtiermanagement – Völkermord ist ja auch keine humanitäre Hilfe. Schluss mit dem Krieg im eigenen Land.

Written by Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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