Jungwölfe werden vom Bundesamt gegen die Umwelt gejagt

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Das Bundesamt für Umwelt BAFU bzw. BAGU hat dem Abschuss von zwei Jungwölfen aus dem Calanda-Rudel zugestimmt.

Pro Natura, WWF Schweiz, Schweizer Tierschutz und andere Organisationen kritisieren die Entscheide als vorschnell und nicht nachvollziehbar. Das Vorgehen der Behörden steht einer pragmatischen Wolfspolitik im Weg, weil es ohne Not Ängste schürt statt abbaut. Die Umweltverbände plädieren für mehr Sachlichkeit bei den Behörden.

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reinhard.schnidrig@bafu.admin.ch / +41 58 463 03 07

«Erhebliche Gefährdung von Menschen» – das ist der massgebliche Grund, weshalb die Kantone SG und GR um eine Abschussbewilligung für zwei Jungwölfe nachsuchten. Eine solche Gefährdung durch Wölfe wird angenommen, wenn sich Wölfe aus einem Rudel «aus eigenem Antrieb regelmässig innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Siedlungen aufhalten» (Art.4 Jagdverordnung). Ausserdem setzt die Verordnung eine mangelnde Scheu oder offensichtliche Aggressivität voraus.

Mythos Wolf

Entgegen dem Mythos leben die meisten Wölfe dieser Welt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Menschen. Es gibt sie an den Stadtgrenzen von Rom, in spanischen Maisfeldern, und in Rumänien laufen sie nachts durch die Städte. Als intelligente Tiere lernen sie, wann vom Menschen Gefahr droht, und wann nicht. Der Mensch passt aber nicht in ihr Beutespektrum. Im Gegensatz zu anderen Grossraubtieren wie Puma, Braunbär, Tiger – oder auch unbeaufsichtigten Hunden – sind Wölfe weltweit für extrem wenige nachweisliche Angriffe auf Menschen verantwortlich. Es ist paradox, dass St. Galler und Graubündner Behörden hier eine Gefahr für den Menschen herbeireden, um zwei Jungwölfe abknallen zu können, schreibt der Schweizer Tierschutz.

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Calanda Jungwölfe (Bild: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden)

Diese Tatbestände sind aus Sicht der Verbände bei den Calanda-Jungwölfen nicht erfüllt. Sie kritisieren den Entscheid der beiden Kantone sowie des Bundesamtes für Umwelt BAFU aus folgenden Gründen:

  • Pro Natura und der WWF haben bereits bei der Revision der Jagdverordnung die unklare Interpretation der Gesetzesbestimmung «Gefährdung von Menschen» kritisiert, weil diese bereits völlig normale Situationen als mögliche Gefahr darstellt und unbegründet die Ängste der Bevölkerung schürt.
  • Selbst wenn sich Wölfe – wie ihre natürlichen Beutetiere – hin und wieder Siedlungen nähern, ist das nicht ungewöhnlich. Diese Erfahrungen hat man bereits in den meisten Ländern mit Wolfsvorkommen gemacht, ohne dass dabei Menschen gefährdet waren.
  • Die Kantone SG und GR sowie das BAFU reagieren voreilig und auf den politischen Druck der Wolfsgegner. Der angestrebte Lerneffekt auf die zurückbleibenden Wölfe folgt dem Prinzip Hoffnung und ist fachlich fragwürdig.
  • Werden Rudel durch Abschüsse dezimiert, wird der Sozial-Verband destabilisiert, und es kann zu mehr Nutztierrissen oder auffälligerem Verhalten kommen. Es ist daher gut möglich, dass Abschüsse von Rudeltieren mutmassliche Probleme nicht lösen, sondern weitere schaffen.
  • Die Kantone SG und GR und das BAFU fördern mit ihrer Überreaktion ein Klima der Angst und Unsicherheit. Dies erschwert eine pragmatische, besonnene Wolfspolitik, die unaufgeregt auf eine konfliktarme Ko-Existenz hinarbeitet. Vielmehr ist nun eine sachliche Informations- und Aufklärungsarbeit von Seiten der Kantone gefordert. Die Kantone müssen auch dafür sorgen, dass künftig keine Futterquellen wie beispielsweise Schlachtabfälle und Luderplätze in Siedlungsnähe vorhanden sind.
  • Eine erhebliche Gefährdung von Menschenleben, wie sie gemäss Art. 4 Jagdverordnung Bedingung für den Abschuss der geschützten Art wäre, ist hier keineswegs gegeben. Die beobachtete fehlende Scheu ist bei arglosen Jungwölfen relativ häufig und könnte durch Einsatz von Vergrämungsmethoden – etwa Gummischrot, Pfefferspray oder Feuer (Fackeln, Knallpetarden) – behoben werden. Ein Töten von Jungtieren ist deshalb für den STS nicht akzeptabel.

Wölfe, sind als rückkehrende, einheimische Beutegreifer eine wichtige Bereicherung der Natur. Sie sind wertvolle Gesundheitspolizisten für den Wildbestand. Ihre Präsenz führt zu einem veränderten Verhalten der Huftierbestände und vermindert den Druck auf den Jungwald – gerade im Schutzwald ist das ein grosser Nutzen. Es ist deshalb eine veraltete Haltung, weiterhin nur über «Schäden» zu sprechen.

Die beiden Umweltverbände werden das Abschussdossier prüfen und behalten sich rechtliche Schritte vor.

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Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein “vernünftiger Grund” für das Töten eines Tieres vorliegen – bei der Jagd auf Füchse handelt es sich jedoch lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für Füchse gibt es keine rechtliche Abschussplanung.

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