Vergrämung von Wildtieren

Grundsätzlich muss jeder Tierhalter seine in Obhut genommenen und gefährdeten Tiere auch gut schützen, sei es mit einem Zaun, Hirtetätigkeit oder feste Installation.

Hühner, Kaninchen etc. sollten nachts im verschlossenen Stall eingesperrt werden.

Komposthaufen sind immer ein Anziehungs- und Treffpunkt für Wildtiere und sollten gegebenenfalls zugedeckt werden.  Möglichst kein Fallobst liegenlassen, Beeren vergittern.  Haushaltsmüll, Grünabfälle usw. gehören in solide verschlossene Behälter oder Mülltonnen.  Abfallsäcke sollten nicht tagelang auf der Strasse stehen, sondern erst am Tag der Kehrichtsabfuhr. Futternäpfe von Hauskatzen sind ebenfalls attraktiv für Wildtiere.

Sollte sich doch einmal ein aufdringlicher Gast im Garten niederlassen, gibt es z.B. die Umsiedlungsmöglichkeit mit dafür für alle Grössen bestimmten Lebendfallen. Fallen sind jedoch nicht selektiv. Oft werden deshalb andere Tiere als die Schaden stiftenden gefangen (Katzen, Iltisse, «fremde Marder» etc.). Diese Problematik kann man minimieren, indem man die Fallen direkt oder in unmittelbarer Nähe vor den Verstecken der einzufangenden Wildtieren aufstellt.

Werden Füchse, Dachse und Co. gefangen und irgendwo wieder freigelassen, erleiden sie Angst und Stress bei der Fangaktion. Gelangen sie anschliessend in eine ihnen völlig fremde Umgebung, bedeutet dies unter anderem wieder Stress: Sie finden sich im fremden Revier nicht zurecht und müssen sich gegen Alteingessesenen verteidigen. Früher oder später werden die Jungtiere abwandern und ein neues Revier suchen, Elterntiere ziehen weiter.  Die Fangmethode ist dem Jäger vorzuziehen, weil die Wildtiere eine reelle Chance haben. Der Jäger kommt meistens gleich mit dem Gewehr und will töten! Tiere in einem Wohngebiet zu schiessen, kann sehr gefährlich sein. Es können dabei Menschen (Kinder!) oder Haustiere gefährdet werden. Immer wieder vernehmen wir aus den Medien, dass die Schiesswütigen einen Fuchs für eine Katze halten oder ein Lama für ein Reh. Nicht wenige Jäger haben auch Suchtprobleme und können die Situation nicht richtig einschätzen.

Das Thema Krankheiten wird von den Jägern extrem hochgespielt. Es werden mehr Menschen vom Blitz getroffen oder kommen durch Jagdunfälle zu Schaden, als das sie von Wildtieren mit einer Krankheit infisziert werden. Meistens sind es Jäger, welche sich mit einer Zoonose anstecken!

Weggefangene Tiere werden oft durch Artgenossen ersetzt, die entweder noch kein eigenes Revier besitzen oder ihr Revier ausdehnen. Die Neuankömmlinge nutzen dabei die Duftmarken ihres Vorgängers, die ihnen genau zeigen, wo Schlupflöcher oder Futterplätze sind. Unterschlupfmöglichkeiten z.b. beim Gartenhaus verschliessen (vorher acht gegen, dass keine Tiere im Versteck sind).  Umgehend beginnende Grabtätigkeiten (Löcher) wieder verschliessen!

Eine weitere Lösung ist die Vergrämung. Vergrämen bezeichnet das dauerhafte Vertreiben (Verscheuchen) oder Fernhalten von Wildtieren – entweder unfreiwillig oder als gewollte nichttödliche Methode um Wildtiere zu einer entsprechenden Verhaltensänderung zu bewegen.  Dabei spielt das Ausnutzen angeborener Verhaltensweisen zur Umweltneutralen Beeinflussung der anvisierten Wildtiere, z. B. durch Vortäuschen natürlicher Feinde, eine zunehmende Rolle.

  • Elektrozäune können Wildtiere abhalten
  • Verstänkerungsmittel werden eingesetzt um Wildtiere zu vergrämen.
  • Radios, Bewegungsmeldern mit Ton/Lichteffekten werden eingesetzt um Wildtiere zu vergrämen.
  • Krähenklatschen werden eingesetzt um Raben und Krähen zu vergrämen.
  • Es werden auf besonders baugeschützten Gebäuden Stacheln zur Abwehr von Tauben angebracht.
  • In Weinbergen werden druckluftbetriebene Knallkörper verwendet.
  • Ultraschall wird eingesetzt um Marder oder Wühlmäuse im Boden abzuwehren.
  • Duftstoffe (WC-Steine, Synthetische Produkte, Schweiss usw.)  werden eingesetzt um Wildtiere abzuwehren
  • Ein Hund im Garten, vertreibt Wildtiere
  • Hunde- und Menschenhaare vertreibt Wildtiere
  • Aluminium Streifen welche Geräusche durch Wind, Lichtreflexionen verursachen, vertreiben Wildtiere und Vögel
  • Vogelscheuchen sollen Vögel wie Krähen fernhalten
  • Wasserdusche mit dem Gartenschlauch vertreibt Wildtiere
  • Thrillerpfeifen vertreiben Wildtiere

Um frei laufende Kaninchen, Enten, Kaninchen usw. im Garten vor Fuchs, Marder oder anderen Feinden zu schützen, gehören sie nachts in ein sicheres, geräumiges Quartier. Das Freilaufgelände sollte tagsüber/nachts mit einem elektrifizierbaren Weidezaun gesichert sein. Heutzutage sind im Handel speziell für den hausnahen Gebrauch engmaschige, flexible Kleintierzäune in verschiedenen Höhne ( 50 – 170 cm) erhältlich, die frei laufenden Kleintieren Schutz bieten.

Dachs

Werden Füchse aus einem Gebiet entfernt, reagieren die verbleibenden Füchse mit mehr Nachwuchs, das freie Gebiet wird schnell wieder durch neue Füchse besetzt. Bekannt ist zudem, dass Fuchspopulationen auch durch intensive Bejagung nicht dauerhaft verkleinert werden können.

Viele Menschen erfreuen sich an der Anwesenheit von Wildtieren und sind bereit, mit ihnen den Lebensraum zu teilen. Wildtiere bereicheren die Fauna und Lebensqualität auch in unseren Siedlungsgebieten, wie z.B. Amseln, Frösche oder Igel schon lange tun. Geniessen Sie die Möglichkeit, mit einem Wildtier den Lebensraum zu teilen und es allenfalls zu beobachten. Sie werden fasziniert sein! Mit etwas Toleranz und richtigem Verhalten sollte ein friedliches Nebeneinander von Wildtieren und Mensch durchaus möglich sein.

Duftstoffe:

Auf Grund des penetranten Geruchs oftmals keine Anwendung in bewohnten Gebieten möglich.

Hukinol vertreibt sicher alle Wildarten durch konzentrierten Menschenschweissgeruch von Flächen auf denen Wild unerwünscht ist. Hukinol hat einen sehr anhaltenden und dauerhaften Geruch, so dass bereits 1 Flasche pro ha für einen wirkungsvollen Schutz genügt. Hukinol wird wie herkömmliche Stänkermittel auf Lappen geträufelt und an Pfählen im Abstand von ca. 10–20 Metern aufgehängt. Der Gebrauch dieses Mittels ist in bewohnten Gegenden wegen der starken Geruchsbelastung nicht zu empfehlen. Hukinol eignet sich für Wildschadenverhütung im Wald und Feld, zur Kitzrettung in Wiesen und zum Schutz des Geflügels vor Raubwild.

Antibissan hält Krähen, Rehwild, Wildschweine, Raubvögel, Füchse, Marder, Wühlmäuse, Maulwurf, Schnecken und Ameisen fern ideale Wildwechselbarriere, die Duft- und Wirkstoffe werden vom Tier wahrgenommen, erzeugen im Unterbewusstsein ein Feindbild (Mensch) und treibt so das Tier in die Flucht, lang anhaltend wirksam, eingesetzte Wirkstoffe sind für Mensch, Tier und Umwelt unschädlich.

Limses ist zur Reduzierung von Schalenwildunfällen im Strassenverkehr sowie zur Wildvergrämung auf kleineren Kulturflächen. Limes wirkt ausschliesslich über den Geruch. Damit wird eine erhöhte Aufmerksamkeit bzw. Irritation des Wildes erzeugt. Limes-Dispenser werden beidseitig entlang von Strassen oder um Kulturflächen herum an Bäumen, Sträuchern oder auch an Pfählen aufgehängt. Der Abstand zwischen den Dispensern untereinander sollte 10-20 Meter betragen.

Porocol ist ein synthetischer Duftwirkstoff und ist in einer witterungsbeständigen Kunststoff-Verdampfersäule untergebracht. Porocol wird an Straßen mit hohem Wildwechsel eingesetzt, zum Schutz vor Verbiss in Waldgebieten mit Jungpflanzen oder im Feld, beispielsweise Maisfelder, um das Einwechseln von Schwarzwild zu verhindern. Außerdem eignet sich Porocol hervorragend zur Kitzrettung (Mähtod). Zur Kitzrettung sollten die Verdampfersäulen 1-2 Tage vor dem Mähen der Wiese platziert werden.

Armacol Bei mehrmonatigen Anwendungen in europäischen Hochwildgebieten hat sich Armacol als außerordentlich wirksam in der Wildlenkung und Wildvergrämung erwiesen. Armacol vertreibt sicher alle Wildarten durch konzentrierten Menschenschweißgeruch von Flächen, auf denen Wild unerwünscht ist. Armacol hat einen sehr anhaftenden und dauerhaften Geruch, so dass bereits 1 Flasche pro ha für eine ausreichende Wirkung genügt. Armacol wird wie herkömmliche Stänkermittel auf Lappen geträufelt und an Pfählen im Abstand von ca. 10 – 20 Metern aufgehängt. Der Gebrauch dieses Mittels ist in bewohnten Gegenden wegen der starken Geruchsbelästigung nicht zu empfehlen! Armacol eignet sich zur Wildlenkung in Wald und Feld (Zwangswechsel), zur Kitzrettung in Wiesen und zum Schutze des Geflügels vor Raubwild.

Fowikal erhältlich bei der Landi in der Schweiz für Dachs, Hirsch, Reh, Fuchs usw.

Zoonosen beim Fuchs:

Wie unabhängige Studien des Friedrich-Löffler-Instituts für Viruskrankheiten der Tiere und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung ergeben haben, ist es durch jagdliche Mittel nicht möglich, die sylvatische Tollwut zu beeinflussen. Um die Ausbreitung der Tollwut zu stoppen, hätte man die Zahl der Füchse auf unter 0,3 Füchse pro Quadratkilometer senken müssen. Wie Erfahrungen aus den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts allerdings gezeigt haben, ist dies selbst durch den beispiellosen Vernichtungsfeldzug nicht gelungen, als man bundesweit alle erreichbaren Fuchsbaue mit Giftgas behandelt und dem Fuchs mit Falle und Flinte erbarmungslos nachgestellt hat. Allein die großflächige Auslage von Impfködern hat zur Tilgung der Tollwut geführt. Eine Berechtigung zur Jagd auf den Fuchs im Rahmen der Tollwutbekämpfung war allein zur Gewinnung von Kontrolltieren für das Screening-Programm gegeben, damit der Impferfolg dokumentiert werden konnte.

Auch auf die Prävalenz des Kleinen Fuchsbandwurms hat die Jagd auf den Fuchs keinen Einfluss. Neueste Untersuchungen der Universität Hohenheim, der Technischen Universität München und der Universität Zürich deuten darauf hin, dass die Jagd auf den Fuchs eher kontraproduktiv im Hinblick auf das Vorkommen des Kleinen Fuchsbandwurms sein könnte, da die Bejagung Auswirkungen auf die Altersstruktur der Populationen hat.

Selbst das Argument, Bodenbrüter und Niederwild zu schützen, indem zum grossen Halali auf Füchse geblasen wird, scheint nicht so recht zu stimmen, wie Erhebungen aus unbejagten Habitaten gezeigt haben. Das Verhältnis von Beutegreifern und ihren Beutetieren hat sich seit Urzeiten eingespielt und bewährt und es ist noch kein Fall dokumentiert, in dem einheimische Beutegreifer einheimische Beutetiere ausgerottet haben. Ursache für die Gefährdung oder gar das Erlöschen von Populationen waren nie unsere einheimischen Beutegreifer wie Füchse, Marder oder Greifvögel, sondern immer Eingriffe des Menschen in die Umwelt und in die Habitate der gefährdeten Arten.

Offensichtlich will man vonseiten der Jägerschaft die Bevölkerung immer noch überzeugen, dass man die Natur mit der Flinte „zurechtschiessen“ kann und muss, um eine Rechtfertigung für ihr ebenso blutiges wie sinnloses Hobby zu finden.

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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