Mehr Schutz für Alpschafe und Wolf: Petition eingereicht

Der Schweizer Tierschutz STS sieht sich bestätigt in seiner Forderung nach einem besseren Schutz der Alpschafe und mehr Toleranz gegenüber Grossraubtieren.

Innerhalb kurzer Zeit haben mehr als 25’000 Personen die vom STS lancierte und von zahlreichen zielverwandten Organisationen unterstützte «Alpschaf-Petition» unterzeichnet. Die Unterschriften wurden heute in Bern der Bundeskanzlei zuhanden des Bundesrates übergeben.

Initianten posieren vor der Bundeskanzlei bei der Einreichung der Petition Alpschafe fuer mehr Schutz fuer Alpschafe und Wolf, am Dienstag, 3. November 2015 in Bern. (PHOTOPRESS/Peter Klaunzer)
Initianten posieren vor der Bundeskanzlei bei der Einreichung der Petition Alpschafe fuer mehr Schutz fuer Alpschafe und Wolf, am Dienstag, 3. November 2015 in Bern. (PHOTOPRESS/Peter Klaunzer)

Von den mehr als 200’000 Alpschafen, die aus vielen Kantonen ins Berggebiet zur Sömmerung gefahren werden, kehren nach der 100-tägigen Alpzeit zwei von hundert Tieren nicht mehr ins Tal zurück. Sie stürzen über Abgründe, fallen Krankheiten oder Steinschlag zum Opfer, verfangen sich in Zäunen oder werden vom Blitz erschlagen. Gemäss noch unveröffentlichten, dem Schweizer Tierschutz STS vorliegenden Erhebungen des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW, sind noch immer 54% der Schweizer Schafalpen nicht behirtet und nicht geschützt. Damit sind mehr als 27% der Alpschafe schutzlos sich selber überlassen.

Die staatlich subventionierten tierschützerischen Missstände bei Schafalpung und der large Umgang mit anvertrauten Tieren, der so im Talgebiet nie geduldet würde, sind für den Schweizer Tierschutz STS inakzeptabel. Unterstützt von tausenden Tierfreunden fordert die STS-«Alpschaf-Petition»: Behirtung, Schutz der Herden durch Zäune oder Hunde und eine Koppelung der staatlichen Sömmerungsbeiträge an die bessere Ueberwachung der Tiere.

Und der Wolf?

Gezielt wird durch ein Aufbauschen der Problematik der Grossraubtiere, insbesondere der vereinzelten Wolfsangriffe, vom menschlichen Versagen bei der Alpschafhaltung abgelenkt. Es sind rund 4000 Schafe, die jährlich in den Bergen aufgrund von Unfällen oder durch Krankheiten umkommen. Nur rund 200 Schafe fallen im gleichen Zeitraum dem Wolf zum Opfer – davon fast alle in ungeschützten Herden.

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Calanda Wölfe

Anstatt das vermeintliche Wolfsproblem weiterhin mit dem Gewehr lösen zu wollen, sollte die Rückkehr von Grossraubtieren Anlass sein, die ohnehin dringend notwendigen Verbesserungen der Schafhaltung auf Sömmerungsalpen – wie sie die STS-Petition fordert – endlich an die Hand zu nehmen.

Das eigentliche Problem

Es darf nicht länger sein, dass eine aus Tierschutzsicht ungenügende Schafhaltung mit grosszügigen Bundessubventionen unterstützt wird und zugleich die in der Schweiz einheimischen und per Gesetz geschützten Grossraubtiere zu «Sündenböcken» erklärt und abgeschossen werden. Nicht der Wolf ist der Alpschafe grösster Feind. Das eigentliche Tierschutzproblem liegt bei der Sömmerung ungeschützter Schafherden, beim Alpauftrieb kranker Tiere und im unzureichenden gesetzlichen Schutz der Alpschafe.

Written by Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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