Artenrückgang in der heimischen Kulturlandschaft ist beängstigend

Wild beim Wild beklagt enormen Schwund bei Hasenartige und macht die Landwirte sowie die Jäger dafür verantwortlich.

Dem Feldhasen geht es in der Schweiz gar nicht gut.

Feldhase

Die Bestände sind trotz Aussetzungen dabei sich aufzulösen. Mitschuld daran hat die Landwirtschaft welche Artenfeind Nr. 1 ist, gefolgt von der Jagd als Artenfeind auf Platz 2.

Im Jahr 2014 wurden immer noch 1740 Feldhasen von Jägern abgeschossen. Ob sich auch 1740 JägerInnen finden, die etwas für die Hasenartigen gemacht haben? Durch Unfälle wie im Strassenverkehr kamen 720 zur Strecke. Beim Wildkaninchen ist die Gesamtstrecke das erste Mal seit 40 Jahren bei Null! Es gibt wohl fast keine mehr. Seit Jahren leben sie nur noch an 5 Orten in der Schweiz: in der Landschaft südlich von Genf, auf der Petersinsel, in der Region von Basel, in der Magadino-Ebene und im Wallis. Beim Schneehasen ist die Tendenz laut eidgenössischer Jagdstatistik auch nicht erfreulich.

Noch mehr Abgenommen haben übrigens auch die Bestände beim Fasan, Birkhuhn, Schneehuhn, Eichelhäher, Nebelkrähe, Enten usw.

Wildtiere und Vögel in Gebieten mit kritischer Dichte dürfen nicht mehr bejagt werden. Gleichzeitig sollten in diesen Gebieten die Kräfte auf die viel wirksamere Lebensraumverbesserung konzentriert werden. Immerhin steht auch der Feldhase auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in der Schweiz. Tierarten dürfen nur dann bejagt werden, wenn die Arterhaltung nicht durch die Jagd bedroht wird (Art. 1 und 5.4).

feldhase

Es gäbe eine Reihe von Massnahmen, mit denen die 30’000 JägerInnen im Rahmen ihrer gesetzlichen Pflicht der Hege und Pflege zusammen mit den Landwirten, Forst usw. die Situation verbessern müssten. Da wäre der wildtiergerechte Zwischenfruchtanbau, die Anlage von Brachen, Feldrändern, Pufferstreifen, Waldränder und Grasuntersaat, um ein paar zu nennen.

Oder wenn die Waldbesitzer den Waldrand unregelmässig ausformen, einen fünf bis zehn Meter breiten Streifen mit einer ein- oder mehrjährigen Blütenmischung einsäen. Diese Blühstreifen dienten auch Insekten wie Bienen, Kleintieren, Bodenbrütern und Wild als Nahrung und Lebensraum, sie lockten Rehe und Hirsche aus dem Wald und verhinderten dort den Verbiss.

Und die Politik müsste sich engagieren, um die Massnahmen neu zu formulieren für die Wildtiere. Wildtiere mögen keine Jäger. Dass sich die in der Politik vertretenen Schweizer JägerInnen aus den Reihen der SVP, BDP und CVP-Rechts nachweislich mehrheitlich nicht für Natur- Wildtierschutz und Umweltanliegen einsetzen, macht die Sache auch nicht einfacher. Eigentlich hört man diese JägerInnen immer nur Jammern, wenn die Schiessfreude in Gefahr ist, als ob dies etwas ehrenwertes wäre.

….Dies ist die Bedingung, um die Vorschläge der « Ayatollahs » der Biodiversität zu bekämpfen. – Nationalrat und Jäger Jean-François Rime von der SVP

Der Jäger gibt vor, etwas zu sein, was er gar nicht ist

Alle sind sich einig, dass der Lebensraum für Wildtiere immer kleiner wird. Und auch hier kommt die ganze Perversion und Heuchelei des Jagdunwesens zum Vorschein. Wenn die Menschen schon die Natur und den Lebensraum der Wildtiere zerstören, muss man sie nicht auch noch bejagen und schon gar nicht in der harten Winterzeit. Die Wildtiere werden hier gleich doppelt bestraft, obwohl sie gar nichts dafür können. Der Jäger ist kein Freund der Tiere, das sagt schon sein Name. Jäger schiessen nicht nur kranke oder alte Wildtiere. Nein, sie schiessen auf alles aus reinem Spass und bezahlen auch noch dafür. Jäger sind bei einer genaueren Analyse alles andere als Umwelt- oder Tierschützer. Keine Wildtiergruppe hat einen miserableren ökologischen Footprint als die Jäger. Jäger stellen sich gerne als Naturschützer dar oder Erhalter der Arten. Dabei sind es immer auch die Jäger die seltene Arten dezimieren oder ausrotten. Keine Wildtierart hat jemals eine Andere ausgerottet.

Interessanter Weise hat die öffentlichen Meinung ein ganz anderes Bild von den Jägern. Förster, Landwirte, Naturschutzorganisationen prägen das Naturmanagement. Dem Jäger gelingt es irgendwie noch immer das fünfte Rad am Wagen zu sein. Von dort aus torpetiert er nicht selten die Naturschutzprojekte der anderen oder stellt unsinnige Forderungen.

Von einem artgerechten Dasein der Wildtiere kann und darf überhaupt keine Rede sein

Die heutige Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, das ökologische Gleichgewicht, die natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nachtaktivität, erhöhte Reproduktion bestimmter Tierarten,  verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in Hotspots, ökologisches Ungleichgewicht usw.

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

Ein Kommentar

  1. ich kann nicht verstehen, dass die menschen einen unsichtbaren gott verehren und eine sichtbare natur töten, ohne zu wissen, dass diese natur, die sie vernichten, dieser unsichtbare gott ist, den sie verehren.

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