Wildbret

Krank durch Wildbret

Am wichtigsten jedoch bei Gerichten vom toten Tier sind Gewürze – wer will schon, dass der Kadavergeschmack durchkommt?

Der breit gefasste Begriff Wildbret umfasst das Fleisch von wild lebenden Tierarten (z.B. Hirsche, Gämse, Rehe, Steinböcke, Wildschweine, Murmeltiere, Feldhasen, Schneehasen, Wildkaninchen, Wildvögel usw.).

Behörden empfehlen seit Jahren Kindern, Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch auf den Verzehr von Fleisch mit Bleimunition erlegtem Wild zu verzichten. Wildbret ist auch mit Rückstände von Pestizide, Spritzmittel, Gülle, Antibiotika usw. auf dem Futter von den Feldern belastet.

EIN TOTES TIER ZU BERÜHREN, EKELT MENSCHEN. ES ZU ESSEN, FINDEN JÄGER GENUSS.

Wildschwein, Reh und Hirsch gehören neben Innereien von Nutztieren und Meeresfrüchten zu den am höchsten mit Blei belasteten Lebensmitteln. Ursache dafür ist überwiegend die üblicherweise bei der Jagd verwendete Bleimunition. Das Schwermetall ist giftig und reichert sich im Organismus an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat aufgrund von neuen Daten das zusätzliche Gesundheitsrisiko durch den Verzehr von mit Bleimunition geschossenem Wild neu bewertet. Das Ergebnis: Wildfleisch kann durch bleihaltige Munitionsreste stark belastet sein. Da die Bleiaufnahme über andere Lebensmittel schon relativ hoch ist, reicht der regelmäßige Verzehr von mit Bleimunition geschossenem Wildfleisch aus, die Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu gefährden. „Ein erhöhtes Risiko besteht bei Verbrauchergruppen, die wöchentlich Wild verzehren, insbesondere in Jägerhaushalten“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Besonders gefährdet sind Ungeborene und Kinder bis sieben Jahre, bei denen bereits eine geringe Bleiaufnahme zu Gesundheitsschäden führen kann.“ Deshalb sollten kleine Kinder, Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch möglichst kein mit Bleimunition erlegtes Wild essen. Für die Mehrzahl der Verbraucherinnen und Verbraucher, die Wild nur gelegentlich und in geringen Mengen verzehren, wird das Risiko einer Gesundheitsgefährdung durch Blei in Wildfleisch als vernachlässigbar eingeschätzt.

Familie

Die bei der Jagd zumeist verwendeten Bleischrote und bleihaltigen Jagdgeschosse hinterlassen im Wildfleisch Bleifragmente. Die Geschosse verformen oder zerlegen sich beim Aufprall, Bleipartikel und feinste Bleisplitter lösen sich und dringen tief in das Fleisch ein. Sie sind dort kaum zu erkennen.

Erhöhte Bleikonzentrationen im menschlichen Körper können die Blutbildung, innere Organe sowie das zentrale Nervensystem schädigen. Blei lagert sich ausserdem langfristig in den Knochen ab. Bei einer chronischen Bleiexposition reagieren bei Erwachsenen die Nieren am empfindlichsten, bei Kindern bis sieben Jahren das Nervensystem. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders gefährdet. Eine erhöhte Bleibelastung kann bei ihnen zu irreversiblen Nervenschäden, zu Störungen der Hirnfunktionen und zur Beeinträchtigung der Intelligenz führen. Das gleiche gilt für Föten. Eine besonders sensible Phase in der Entwicklung des Ungeborenen ist die Ausbildung des Nervensystems. Sie kann bereits durch die einmalige Aufnahme von Lebensmitteln mit hohen Bleigehalten beeinträchtigt werden. Deshalb sollten Frauen mit Kinderwunsch so wenig Blei wie möglich aufnehmen. Denn während der Schwangerschaft ist der Fötus unter Umständen nicht nur der Menge an Blei ausgesetzt, die eine werdende Mutter insbesondere über Lebensmittel aufnimmt. Der in der Schwangerschaft erhöhte Knochenumsatz führt bei unzureichender Calciumzufuhr dazu, dass das gespeicherte Blei freigesetzt wird und so eine zusätzliche Belastung sowohl für den Fötus als auch für die Frau darstellt.

Bei Wildliebhabern wie zum Beispiel Jägern und ihren Familien zeigen Studien aus der Schweiz, dass in diesen Haushalten bis zu 90 Portionen Wildfleisch im Jahr verzehrt werden. Für Deutschland ist mit ähnlichem Verzehrverhalten in Jägerhaushalten zu rechnen.

Eine hohe Bleikontamination von Wildfleisch durch die verwendete Munition sollte daher unbedingt vermieden werden. Das grosszügige Entfernen des Fleischs um den Schusskanal reicht als Massnahme nicht immer aus, um hohe Kontaminationen mit Blei zu vermeiden.

Wer früher stirbt, ist länger tot

Jedes Jahr erbeuten Schweizer Jäger Fleisch im Wert von rund 20 Millionen Franken.

Diese Menge stammt von durchschnittlich 67’990 erlegten Hirschen, Gämsen, Rehe und Wildschweinen. Wildbret ist ein minderwertiges Nahrungsmittel, wovor insbesondere Studien, Ärzte, amtliche Stellen usw. warnen. Fleischkonsum ist in Zeiten des Nahrungsüberflusses eine gesellschaftliche Unkultur. Der Hunger- und Dursttrieb kann in diesem Zeitalter ethisch korrekt befriedigt werden. Die lebenswichtigen Nährstoffe findet man auch anderstwo. Fleisch enthält immer einen hohen Anteil an Giften und macht extrem anfällig für Krankheiten körperlicher und geistiger Natur. Verarbeitetes Wildfleisch ist wie Zigaretten, Asbest oder Arsen krebserregend, erklärt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. 50 Gramm Fleisch = 18 Prozent höheres Krebsrisiko. Rotes Fleisch soll krebsfördernd sein, ist das Fazit eines 22-köpfigen Expertenteam aus zehn Ländern welches über 800 Studien die einen Zusammenhang zwischen mehr als einem Dutzend verschiedener Krebsarten und Fleischkonsum dokumentieren. Es gebe genug Belege in Bezug auf Darmkrebs, berichten Experten im Fachblatt „Lancet Oncology“ der zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörenden Behörde. Zudem sei ein Zusammenhang mit Magenkrebs beobachtet worden.

Zu behaupten, man müsse Fleisch essen, wegen den Vitamine und Nährstoffe, ist genau so einen Unsinn, wie zu sagen, man müsse auf den Nordpol fahren, um Ferien zu machen.

Die Art der Jagd bestimmt auch über die Fleischqualität. Treibjagd oder Drückjagd produziert noch minderwertigeres Fleisch. Die Fleischhygiene bei den Jägern entspricht auch keinen normalen Standards. Das Wildbret liegt oft stundenlang ohne Kühlung herum – eine fachgerechter Umgang nach den üblichen gesetzlichen Vorschriften  ist nicht ersichtlich.

Wildbret

75% des Wildbretkonsums in der Schweiz stammt aus dem Ausland, vorwiegend aus Südafrika, Neuseeland und europäischen Ländern, was ein ökologischer Unsinn sondergleichen ist. Der Gesamtkonsum in der Schweiz beläuft sich im Schnitt auf 4’600 Tonnen pro Jahr. Für einheimisches Wildbret gibt es keine einheitlichen Richtpreise. Preisabsprachen sind die Regel.

Die Belastung durch die unzähligen Tonnen Blei und anderen hochgiftigen Schwermetalle in der Munition, welche die Jäger in der Natur zurücklassen, ist reiner Ökoterror. Blei ist ein extrem giftiges Schwermetall und auch eine besonders grausame Form der Jagd. Verletzte Tiere leiden nebst ihren Wunden an einer langsamen Vergiftung durch die Munition. Jäger vergiften also sich selber, Mitmenschen, Tiere, Boden und Grundwasser. So ist in manchen Regionen die häufigste Todesursache bei unter Naturschutz stehenden Vögel die Vergiftung durch mit Blei verseuchtes Aas.

Wenn die Ernährung falsch ist, ist die Medizin hilflos. Wenn die Ernährung richtig ist, braucht es keine Medizin.

Stufe 1: Die Anzeichen einer akuten und starken Bleivergiftung

  • Geschmacksstörung, metallischer Geschmack
  • Speichelfluß, Übelkeit, Erbrechen
  • Darmkrämpfe, heftige Leibschmerzen mit Verstopfung, Harnverhalten
  • Körperschwäche
  • blasse Haut
  • leichte Erregbarkeit und Reizbarkeit, Depressionen
  • Untertemperatur, kalter Schweiß
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Herzrasen (Tachykardie), Kreislaufkollaps

Stufe 2: Die Anzeichen einer chronischen Bleivergiftung

  • Schwächegefühl, Antriebsschwäche, Übelkeit
  • Müdigkeit, dauernde Erschöpfung, leichte Ermüdbarkeit
  • Schlafstörung, Schlaflosigkeit
  • Angstgefühl, Verhaltensstörung, Nervosität, Konfusität, Gedächtnisschwäche, Benommenheit, Bewußtseinstrübung, epileptische Anfälle
  • Appetitlosigkeit, Blähungen, Darmkolik, Verstopfung
  • Gefühllosigkeit oder Kribbeln in Armen und Beinen
  • Sinnestäuschung und Wahrnehmungsstörung,
  • Schwindelgefühl
  • Zittern (Tremor)
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelschmerzen, Muskelschwäche
  • Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Herzbeklemmung, Kollapsneigung, Kreislaufversagen
  • Gewichtsabnahme, Untergewicht
  • Impotenz bei Männern
  • Monatsblutung bei Frauen bleibt aus, Unfruchtbarkeit

Stufe 3: Typische Folgeerkrankungen einer starken Bleivergiftung

  • Anämie (unzureichende Bildung und Schädigung der roten Blutkörperchen)
  • Bleikolorit (graugelbe Verfärbung der Haut)
  • leichte bis starke Hirnschäden (Bleiencephalopathie): leichte bis starke Intelligenzminderung bis hin zur Verblödung, Lern-, Konzentrations-, Gedächtnisschwäche, Apathie
  • Benommenheit, Bewußtseinstrübung, Reizbarkeit
  • Aggressivität, Überaktivität, Spielunlust und häufiges Weinen bei Kindern,
  • Parkinsonähnliche Symptome
  • Depressionen, Psychosen, Desorientierung
  • Lähmungen und Fehlempfindungen aufgrund der
  • Schädigung des peripheren Nervensystems
  • Bauchschmerzen, Darmkrämpfe, Durchfälle, Erbrechen
  • Beeinträchtigung der Nierenfunktion, Nierenschäden, Nierenversagen, Nierentumor
  • Fruchtschädigung bei Schwangeren, erhöhtes Risiko für Totgeburt
  • nichtinfektiöse Gelbsucht
  • Gelenkdegeneration (Bleigicht), Arthritis
  • Schädigung des Knochenmarks und der Knochen (Osteosklerose, Osteonekrose)
  • Leberschäden
  • Sehstörungen bis hin zur Blindheit
  • Myalgie (Muskelschmerzen), Muskelschwäche,  Kraftlosigkeit
  • Zahnfleischschäden
  • Zwölffingerdarmgeschwür und Darmkrebs

Written by Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

5 comments

  1. Nichts geht über eine gesunde Mischvergiftung – ich zumindest will nicht 100 werden! Der Jäger ersetzt den Wolf, ist somit erforderlich! …auch Wölfe werden in absehbarer Zeit zum jagdbaren Tier – weil die Bestände zu groß werden. Einfach eine Strickmütze tragen und kein Fleisch essen – fades Leben mit viel schlechter Laune. Ich selber esse selten Wild, beobachte und fotografiere es. Manchmal vergräme ich es, wenn ich einen Jäger im Gebüsch weiß. Schlimm sind die gut betuchten Trophäenjäger – ansonst gehört zur Hege auch der Abschuß einfach dazu.

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  2. Schade, dass so schlecht recherchiert wurde! Wildbret liegt an der 17. Stelle der mit Blei belasteten Lebensmittel, zusammen mit Fleisch von Rindern, Schweinen etc. An erster Stelle (lt. Bundesamt für Risikobewertung, bitte mal Liste einstellen!) liegen Getreide, Gemüse, Salate, Kräuter, Tees.

    Die Bleianreicherung kommt nicht von der Bleimunition, weil diese Art von Blei sich noch nicht mal in Magensäure auflöst (Wer Chemie hatte, weiß darüber Bescheid).
    Wer die Sendung mit Herrn Kieling gesehen hat, weiß, dass selbst kleine Nestlinge von Weißkopfseeadlern schon große Mengen an Blei im Blut aufweisen, obwohl diese von ihren Eltern nur mit selbst erjagtem Fleisch gefüttert werden und nicht von herumliegenden Aas. Wie bitte kommt das Blei in das Blut von diesen jungen Nestlingen ?

    Hier geht es nur darum, Menschen zu beeinflussen und Meinungen zu bilden, ja Menschen bewußt falsch zu informieren.

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    1. So schlecht recherchiert kann es nicht sein, da es ist im wesentlichen die Original Presseaussendung des Bundesamt für Risikobewertung ist.

      Machen sie doch mal einen Selbstversuch. Aber Vorsicht – wer ist Herr Kieling, ein Jäger?

      Übrigens, in Kalifornien trugen Bleivergiftungen massgeblich dazu bei, dass der Kondor beinahe ausgestorben wäre.

      „Hier geht es nur darum, Menschen zu beeinflussen und Meinungen zu bilden, ja Menschen bewußt falsch zu informieren.“

      Ja, dass sehen wir bei ihnen auch so.

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  3. „Wer früher stirbt, ist länger Tot.“

    Als Lektor/Korrektor möchte ich darauf hinweisen, dass „tot“ in obigem Satz klein geschrieben werden sollte. Ich sage das nur, damit sich die JägerInnen nicht lustig machen, dass wir die Rechtschreibung nicht beherrschen würden.

    Und: Als Ergänzung hätte ich da noch ein Zitat von Theodor Heuss:

    Prof. Dr. Theodor Heuss, 1. Präsident der Bundesrepublik Deutschland, brachte es bereits vor etwa 50 Jahren auf den Punkt:

    „Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.“

    Zitiert nach:
    http://www.lusttoeter.de/news/jagdnebenformmenschlichergeisteskrankheit/index.html

    Ich weiss, wovon ich spreche: Ich war einmal mit einer Jägerin liiert, die irgendwann ein „coming out“ hatte, die Jagdausbildung absolvierte und und die Jagdprüfung machte – und dann ihre „Geisteskrankheit“ legal und zielsicher ausübte. Es war schrecklich – die Leute haben dann auch so etwas wie einen Blutrausch. Nach meinem Dafürhalten hat dieses Verhalten etwas mit deren Seele zu tun (aber damit kommmen wir in Bereiche, die nicht hierher gehören).

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