Wieder wird ein Walliser Wolf geschossen

Ein Wolf hat im Wallis 38 Schafe gerissen. Nun erlaubt der Kanton den Abschuss.

Zwischen dem 19. Juni und dem 8. August hat ein Wolf im Vallon de Réchy und im Val d’Anniviers 38 Schafe getötet. Nun ordnet Staatsrat Jacques Melly den Abschuss an. Der Wolf hat die Schafe in einem Gebiet gerissen, in dem die Schafe nicht oder nur kaum vor dem Wolf geschützt waren.

Laut einer Mitteilung des Kantons befinden sich die betroffenen Alpen nicht in einem Herdenschutz-Schwerpunktgebiet. Sie wurden nicht für den Herdenschutz als prioritär eingestuft. «Wir haben in dieser Region nicht mit Wolfsangriffen gerechnet», sagt der Walliser Jagdinspektor Peter Scheibler. «Nun wurden die Schäden zu grosse – wir müssen handeln», so Scheibler. Kurzfristig eingerichtete Massnahmen hätten den Wolf zu wenig abgeschreckt.

Die Abschussbewilligung stützt sich gemäss der Kantonsmitteilung auf die Bestimmungen der eidgenössischen Jagdgesetzgebung. Der Kanton Wallis erteilt zum 10. Mal eine Abschussbewilligung. Zum letzten Mal wurde 2013 im Goms ein Wolf legal geschossen. Der Kanton beginnt nun mit der Planung des Abschusses, der Entscheid kann aber noch angefochten werden.

Es ist nicht der erste Wolf, der sein Leben auf behördliche Anordnung lassen muss: Im Juni bewilligten bereits die Urner Behörden den Abschuss eines Wolfes. Seit 1998 bis heute wurden in der Schweiz 15 tote Wölfe gefunden. Acht von ihnen wurden mit Bewilligung (VS 7, GR 1) abgeschossen.

Zwei weitere Wölfe wurden gewildert (VS 1, GR 1) und einer irrtümlich geschossen (GR 1). Drei weitere Wölfe wurden von einem Zug überfahren (je einer in BE, ZH und TI), und ein Wolf kam 1999 im Simplon-Gebiet angeblich unter einen Schneepflug.

Die Zahl der Risse durch Wölfe beläuft sich auf 100 bis 300 Nutztiere pro Jahr.


Update 16.8.2015

Calanda-Wolf in Süddeutschland überfahren.

Wolf Lahn

Im süddeutschen Lahr wurde im Juni ein Wolf überfahren. Er stammte aus einem Rudel des Calanda-Gebiets bei Chur, wie jetzt bekannt wurde.

Das tote Tier war im Juni neben der Autobahn 5 gefunden worden. Das bisher letzte Exemplar in Südwestdeutschland war vor etwa 150 Jahren erlegt worden.

Written by Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s