Jagd ist Unkultur

Der moderne Jäger ist bekannt für seine zwiespältige Denkweise und egoistischem Bewusstsein.

Im Laufe der Zeit hat sich daraus sogar eine eigene, armseelige Sprache entwickelt. Ziel dieser Jägersprache ist es, eine tiefgreifende Distanz zwischen Tier und Mensch zum Ausdruck zu bringen, um den Tötungsakt bei der Jagd zu verharmlosen. Zum Beispiel wird eine Rehdame „angesprochen“ (beurteilt in Bezug auf Alter, Geschlecht und Gesundheit), ihr wird die Kugel „angetragen“. Dem erlegten Wild wird ein „Bruch“ (letzter Bissen) in den „Äser“ (Maul) gelegt und es wird anschliessend „aufgebrochen“ (ausgenommen). Füchse haben keine Jungen, sondern ein „Geheck“. Blut ist „Schweiss“, ein angeschossenes Tier ist „angeschweisst“ und „krankgeschossen“. Der Bauchschuss eines Rehs mit heraushängenden Eingeweiden ist ein „waidwundes Stück Wild“. Die Haut von Wildtieren nennt man „Decke“. Jäger töten keine Tiere, sondern erlegen ein „Stück“ Wild. Rabenvögel, Katzen usw. sind „Raubzeug“, und so weiter und so fort. Jedem Menschen wird klar, dass sich hinter dieser Jägersprache eine Herabsetzung und Verhöhnung von Lebewesen verbirgt. Fühlenden und schmerzempfindlichen Geschöpfen nimmt man so neben dem Leben auch noch die letzte Würde. Die Jägersprache ist sowohl für den Alltagsgebrauch als auch im wissenschaftlichen Kontext irrelevant.

Jäger werden zu Recht von Natur- und Tierschützer, Politiker usw. immer wieder an die kurze Leine genommen. Jeder Jäger und seine Schiessereien ist eine Störung und Minderung der Lebensqualität. In Gebieten, in denen nicht gejagt wird wie z.B. im schönen Kanton Genf, kann man Wildtiere auch tagsüber aus der Nähe beobachten, ohne dass sie in panischer Angst vor einem davonrennen.

Die meisten Jäger sind rückwertsgerichtet, anachronistisch und leben bei einer genaueren Analyse Gedankengut der puren Gewalt. Jäger sind militant. Sie morden aus ihrem Blickwinkel minderwertige Lebewesen oder für eine Trophäe. Das Töten wird mit primitiven und sektierischen Ritualen sowie Alkohol beglückwünscht und gefeiert. Jäger manipulieren, stören, quälen und zerstören. Ihre Taten und Jagdmethoden sind zum Teil so brutal und bestialisch, dass sie sich nicht getrauen, darüber in der Öffentlichkeit zu reden, aus Angst vor Repressalien aus den eigenen Reihen.

Ein Zeichen von Primitivität ist, die Einbildung und ein stures Beharren darauf

Ähnlich gestrickte Individuen wie die heutigen Jäger haben im Mittelalter Jagd auf Hexen, Andersgläubige usw. gemacht oder in der Moderne die Frauen als minderwertige Wesen betitelt, ihnen das Wahlrecht oder die Gleichberechtigung abgesprochen. Der moderne Jäger ist wie unvernünftiges Tier. Meist abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die bei der Ausübung ihres Blutsportes zu nichts Gutem taugen.

Jäger orientieren sich gerne an Steinzeitmenschen und sind empfänglich für unwissenschaftliche Theorien, Lügen sowie wilden Phantasien.

Die Jagd und der Fleischkonsum spielte bei der Evolution des Menschen eine entscheidende Rolle. Die Jagd ermöglichte erst die Vergrösserung des Gehirns.

Geistert z.B. mantramässig in den einschlägigen Jägerkreisen. Dabei wird aber nicht beantwortet, weshalb andere, reine Fleischfresser kein grösseres Gehirn entwickelten. Hund, Katze und andere Beutegreifer haben sichtbar nicht die grössten Gehirne. Die aktuelle Wissenschaft weiss heute jedoch, dass Vegetarier länger leben und wenn man vegetarisch lebenden Tieren Fleisch verfüttert, sich Geisteskrankheiten entwickeln, wie wir bei den Kühen (BSE) unlängst schockierend erfahren mussten. Der Mensch ist in erster Linie Nüsse-, Gemüse-, Obst-, Hülsenfrüchte also Pflanzenesser und nicht Carnivore.

Jagd Probleme
Jagd Probleme

In Tat und Wahrheit weiss die moderne Wissenschaft fast nichts über die Evolution des Gehirns. Es gibt praktisch im Jahreszyklus andere Theorien darüber, aufgrund neuen Entdeckungen und Erkenntnissen.

Die Grösse oder das Gewicht des Gehirns hat auch nichts mit dem Intelligenzquotient zu tun. Intelligenz entsteht durch Neuronenverbindungen im Gehirn. Das Gehirn eines Mannes ist grösser, als das einer Frau, beide haben aber im Schnitt die Gleiche Anzahl Neuronenverbindungen, beim Mann sind diese einfach nur länger.

In den vergangenen Jahrzehnten ist der Fleischkonsum in unvorstellbare Höhe geschnellt, dennoch wächst das menschliche Gehirn nicht – wie es aufgrund der These der Jäger naheliegend wäre, sondern es schrumpft! Dies haben Wissenschaftler der Universität von Kalifornien und Pittsburgh beweisen können. Das Gehirn zieht sich z.B. auch zusammen bei lang anhaltenden Depressionen. Das evolutionär bedingte Wachstum des menschlichen Gehirns dürfte viel eher mit der Entdeckung des Feuers zu tun gehabt haben, sodass sich eine Fülle neu verfügbarer Energie zur Verfügung stellte.

Wenn Menschen aus der Not heraus gejagt haben und moderne Jäger jetzt behaupten, Fleisch sei für die Entwicklung des Gehirns und dessen Grösse das essentielle Nahrungsmittel gewesen, ist dies, dem naturell der Jäger, einfach etwas kurz gedacht.

Die heutige Jagd ist auch kein Handwerk, sondern eine Unkultur mit all den sinnlose praktizierten Tierquälereien. Jäger und moderne Zivilisation verträgt sich so gut wie Feuer und Wasser oder ein pädophiler Kindergärtner im Kindergarten.

Dass es auch anderst geht, zeigt Genf

Der seit 1974 von den Jäger befreite Kanton Genf hat die, durch die unprofessionellen Jäger und selbstsüchtigen Jagdverwaltungen, hausgemachten Wildtierprobleme nicht. 2011 wurde z.B. kein einziger Rotfuchs, Marder, Reh, Rothirsch, Dachs usw. geschossen.

Unwiderlegbare Beweise für mehr Biodiversität sind Gebiete, in denen die Jagd verboten wurde, wie z.B. der ausgedehnte Nationalpark Gran Paradiso in Italien (seit 1922 jagdfrei). Die Jagdbefürworter versuchten auch damals das Schreckgespenst einer zu hohen Wilddichte in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern und ihnen einzureden, dass durch ein Verbot der Jagd erhebliche Schäden an Wald und in der Landwirtschaft zu erwarten seien. Die Wirklichkeit sieht aber auch anders aus: Die Grösse der Wildpopulationen und die Schäden durch Wildverbiss sind in den jagdfreien Gebieten nicht grösser als in den Gebieten, in denen gejagt wird.

Jäger bekämpfen in der Regel auch keine Seuchen, sondern sind die Seuche. Im Volksmund werden Jäger heute auch als die grüne Pest benannt, die unzählige Lebewesen aus purer Jagdleidenschaft dahinrafft. Jäger erfreuen sich an Kadavern. Wildtiere haben unter dem Joch der Jäger praktisch kein Recht auf eine natürliche Sterblichkeit. Wildtiere mögen keine Jäger.

Jäger und Jagddruck sind das Problem und Ursache für grosse Wildtierpopulationen, wie man unlängst herausgefunden hat.  Die Jagd dient in erster Linie dazu, persönliche und wirtschaftliche Interessen mit Gewalt durchzusetzen, die durch selbst gemachte Überpopulationen bestimmter Wildtierarten entstehen.

Durch die Jäger werden einige Wildtiere widernatürlich in den schützenden Wäldern parkiert, um sie anschliessend als Schädlinge zu titulieren. Jäger haben Spass am Töten von Lebewesen.

Die heutige Jagd zerstört das soziale Zusammenleben der Wildtierarten, das ökologische Gleichgewicht, ihre natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nacht­aktivität, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in den Wäldern, nonstop Flüchtlinge im Kriegsgebiet usw. Von einer artgerechten Lebensweise der Wildtiere kann keine Rede sein.

Moderner Erkenntnisstand in Ökologie und Wildbiologie sowie Fallbeispiele zeigen auf, dass sich die Bestandesdichte von Wildtieren dynamisch aufgrund von Nahrungsangebot, Territorialität, Klima, Krankheiten, Ressourcen sowie sozialen und physiologischen Faktoren usw. ohne menschliches Zutun regelt, wenn sie nicht zerschossen wird. Der Jagddruck sowie andere Faktoren hingegen erhöht die Reproduktionsraten der betroffenen Tierpopulationen, was man nicht nur bei den Wildschweinen, Füchse, Rehen, Hirschen, Tauben sondern bei jeder Spezies (Arterhaltung, Überlebungsinstinkt, Geburtenausgleich usw.) beobachten kann.

Kulturlandschaft bedeutet auch, dass man die Kultur der Gewaltlosigkeit gegenüber Lebewesen praktiziert. Jagd auf Lebewesen ist Unkultur, genauso wie es Sodomie, Stierkampf oder Krieg ist. Zivilisierte Kultur ist: du sollst nicht töten, dies hatte auch Hubertus – der Schutzpatron der Jäger – erkannt.

Das heutige Jagdwesen ist ein nicht endender Teufelskreis, an dem die Jäger ihre Freude haben.

Written by Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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