Fuchs

Luxemburg: Fuchsjagd wird verboten

Update 14.12.2016: Fuchsjagdverbot um ein Jahr verlängert

Die Regierung hat das Verbot der Fuchsjagd um ein weiteres Jahr verlängert. Laut Camille Gira, Staatssekretär im Nachhaltigkeitsministerium, gebe es keine Gründe, das bestehende Reglement abzuändern. Auch der „conseil supérieur de la chasse“ habe in einem Gutachten einstimmig grünes Licht gegeben.

„Ich bin zufrieden mit dem Umstand, dass auch Landwirte und Jäger keine größeren Probleme mehr mit dem Verbot haben“, so Gira.

Insgesamt wurden 148 Fuchskadaver im Rahmen einer Untersuchung eingesammelt, meist handelte es sich um überfahrene Tiere. Bei rund einem Drittel wurde der Fuchsbandwurm festgestellt, keines war von Tollwut befallen. „Es sind dies normale Durchschnittswerte“, so Gira. Es seien auch in der Praxis keine größeren Probleme wie Bevölkerunsgexplosion oder Reißen von Tieren festgestellt worden.

In einem einzigen Fall wurde ein Hühnerzüchter mehrmals von dem gleichen Fuchs heimgesucht und es entstand größerer Schaden. Das Tier wurde daraufhin erlegt.

Desweiteren wurde beschlossen, künftig schallgedämpfte Gewehre für die Jagd zuzulassen.

Update 9.6.2016: Fuchsjagdverbot ist rechtens – Nun haben es die Jäger auch in Luxemburg schwarz auf weiss. Artikel

Update 29.1.2016: Füchse bleiben in Luxemburg weiter verschont.

Am 29. Februar wäre das einjährige Jagdverbot für Füchse abgelaufen. Doch am Freitag wurden bereits zwölf weitere Monate draufgepackt.

Der Streit um die Fuchsjagd kann in die nächste Runde gehen. Die Luxemburger Regierung hat am Freitag beschlossen, dass das Verbot zur Fuchsjagd ein weiteres Jahr bestehen bleibt. Ursprünglich sollte die Schonfrist am 29. Februar ablaufen.

Nun gab die Regierung bekannt, dass eine Expertengruppe die Lage noch einmal einschätzen soll. Sind die Bedenken der Jäger berechtigt oder nicht? Zudem soll die neue Runde die Fuchspopulation im Auge behalten und jährlich 150 bis 200 Kadaver auf Krankheiten untersuchen. Die Regierung behält sich vor, dass Verbot jederzeit wieder aufzuheben, sollte dies hinsichtlich einer Gesundheitsgefährdung erforderlich sein.

Nach dem ersten Verbot im vergangenen Jahr brach bei den Jägern ein Sturm der Entrüstung aus. Mit einer Petition gingen sie dagegen vor. Diese war auch sehr erfolgreich und erhielt über 10.000 Unterschriften. Dadurch durften die Verantwortlichen auch in der Chamber vorsprechen – offenbar haben die Argumente nicht zu einem Umdenken geführt.

Der Mouvement écologique begrüßt die Verlängerung des Jagdverbotes auf den Fuchs. Die Umweltorganisation bezweifelt Aussagen, laut denen die Fuchspopulation jetzt explodieren würde. Dafür fehle jeder wissenschaftliche Beleg.

Richtig sei vielmehr, dass Fuchs und Menschen durch das immer weitere Eindringen des Menschen in den Lebensraum sich öfter begegnen würden. So seien Aussiedlerhöfe regelrechte Futtermagneten für die Tiere. Katzenfutter, Komposthaufen und Abfälle würden die Tiere in die Städte locken.

Fuchsbandwurm kein wirkliches Problem

So leben zum Beispiel im Stadtgebiet von Zürich rund 800 Füchse. Probleme mit der Hygiene gab es dort keine, weil einfache Maßnahmen wie Händewaschen ausreichen.

Bei zwei Krankheitsfällen pro Jahr in Europa ist auch der Fuchsbandwurm trotz seiner Gefährlichkeit kein wirkliches Problem. Zudem sind auch Hunde und freilaufende Katzen Träger dieses Parasiten. Der Fuchs als Mäusefresser verhindere zudem das Ausbreiten von Krankheiten wie Hanta oder Borreliose.

Wissenschaftliches Gremium begrüßt

Die Bekämpfung der Tollwut habe gezeigt, dass die intensive Bejagung nicht zu einem Rückgang der Population führt. Mehr Bejagung führe nur zu einer schnelleren Vermehrung der Tiere, so das Mouvement.

Der Umweltverband begrüßt das Einsetzen eines wissenschaftlichen Gremiums, um die Entwicklung der Fuchspopulation zu beobachten. Man sei auch weiterhin für die Bejagung bestimmter Wildarten, um das ökologische Gleichgewicht zu wahren. Auf den Fuchs treffe dies aber in keiner Weise zu.

Update: 21.4.2015

Die Jäger setzen ihren Kampf gegen das Fuchs-Jagdverbot im Parlament fort. Auch die Fuchsjagd-Gegner lassen nicht locker. 11.000 Unterschriften wurden bereits gesammelt.

Von April an dürften in Luxemburg zunächst für ein Jahr keine Füchse mehr geschossen werden. Der Grund: Füchse würden sich selbst regulieren und von ihnen gehe keine Gefahr für Mensch noch Natur aus, heißt es aus dem Umweltministerium. Die Jäger laufen seit der Bekanntgabe dieser Regelung(►Artikel) Sturm. Der Jagdverband FSHCL hat vor Kurzem eine Anhörumg zum Thema Fuchs-Jagdverbot im Parlament erreicht. Die Jäger befürchten durch das einjährige Verbot einen drastischen Anstieg der Fuchspopulation in Luxemburg, die zu einer Erhöhung der Fuchsbandwurm-Infektionen führen könne.

Als Reaktion auf den rezenten „Geländegewinn“ der Jäger bezüglich des Verbots, hat nun die Tierrechtsaktivistin Alix Rassel zusammen mit der Facebook-Gruppe „Luxemburg for Foxes“ und dem Wildtierschutz Deutschland e.V. etwa 11.000 Unterschriften für die Beibehaltung des umstrittenen Fuchsjagdverbots gesammelt. In einem Presseschreiben am Dienstag führt sie Argumente gegen die Befürchtungen der Jäger an.

Wissenschaflter widerlegen Befürchtungen der Jäger

So ist Lovis Kauertz von Wildtierschutz Deutschland e.V. der Auffassung, dass es keinen vernünftigen Grund gibt Füchse zu jagen. Kauertz spricht von zahlreichen wissenschaftlichen Dokumentationen, die die Argumente des Jagverbands FSHCL widerlegen.

Der Jagverband glaubt unter anderem, dass ein Verbot die Fuchsbestände erheblich steigern würde. Ein Beispiel, dass dies nicht so ist, würde ein Fall aus Großbritannien beweisen. Hier war nämlich 2001 die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Daraufhin durften während eines Jahres keine Füchse mehr gejagt werden. Nachdem das Verbot aufgehoben wurde, stellten Wissenschaftler entgegen vieler Befürchtungen aber fest, dass die Fuchsbestände sich keineswegs vergrößert hatten.

Außerdem stützen sich die Jagdgegner auf eine wissenschaftliche Studie die belegt, dass die Geburtenraten in den Fuchspopulationen zurückgehen. Wissenschaftler sprechen hier von den „flexiblen Sozialstrukturen“ des Rotfuchses.

Jäger befürchten eine Fuchsplage. Tierschützer widersprechen.

Nach Auskunft von Premierminister Xavier Bettel wird demnächst die Fuchsjagd komplett verboten. Innerhalb von Dörfern und Städten sollen Füchse mit Fallen gefangen werden. Der Jagdverband und die Landwirtschaftskammer sind empört über diesen Entschluss und befürchten eine Fuchsplage.

„Es ist davon auszugehen, dass sich die Fuchspopulation in Luxemburg verdoppeln oder verdreifachen wird. Das Verbot der Jagd ist daher verantwortungslos“, heißt es in einer Stellungnahme. Es sei zu befürchten, dass die Tiere auf Gärten und Spielplätze gedrängt werden, wo sich Menschen durch Exkremente infizieren könnten. Rund ein Drittel der Füchse seien vom Fuchsbandwurm befallen.

Die Jäger und Landwirte argumentieren außerdem mit dem Tierschutz. Viel mehr Füchse würden Vogelarten bedrohen, die auf dem Boden brüten. Ihre Nester seien diesen Tieren schutzlos ausgeliefert.

Schlechte Erfahrungen hätten die Niederlande mit dem Verbot der Fuchsjagd gemacht. Nachdem die Zahl der Füchse sich verdoppelt hatte, musste sie wegen massiver Probleme nach vier Jahren wieder eingeführt werden, heißt es in dem Schreiben.

Tierschützer widersprechen Jägern

Tierschützer hingegen argumentieren hingegen, dass sich Fuchsbestände von selbst regulieren würden. Wenn es zu wenig Nahrung gibt, gebe es weniger Nachwuchs. Werden die Bestände zu klein, würden die Füchse mehr Nachwuchs bekommen.

Auf der Internetseite wildtierschutz-deutschland.de heißt es beispielsweise: „Die Jagd begünstige hohe Fuchsbestände und habe keinen oder nur marginalen Einfluss auf den Bestand von Bodenbrütern.“ Entgegen der Behauptungen von Jägern spielten auch vom Fuchs ausgehende Krankheiten für den Menschen und sein Umfeld nur eine untergeordnete Rolle. „Die Tollwut ist ausgemerzt, die Wahrscheinlichkeit sich über den Fuchsbandwurm zu infizieren ist weitaus geringer als ein 6er im Lotto.“

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Geschrieben von Wild beim Wild

Jagdgegner wird man nicht aus Langeweile, sondern aus Kenntnis dieser Tierquälerei.

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